Brückenschlag der Kulturen

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Lockte viele Neugierige an: Bei der Einführung in die Ebru-Kunst werden mit verschiedenen speziellen Verfahren verzierte Papier
Lockte viele Neugierige an: Bei der Einführung in die Ebru-Kunst werden mit verschiedenen speziellen Verfahren verzierte Papier (Foto: Claudia Steckeler)
Schwäbische Zeitung
Claudia Steckeler

Brücken schlagen zwischen den einzelnen Kulturen Tuttlingens, das ist das Anliegen des Kulturvereins Feza. Mit einem bunten Fest, das über die Pfingsttage bei der Ginkgoterrasse im Umläufle stattgefunden hat, ist den Verantwortlichen dieses Vorhaben auch mit Bravour gelungen: Von Beginn am Samstag bis zum Ende am Pfingstmontag haben sich viele Tuttlinger der unterschiedlichsten Nationalitäten zum fröhlichen Miteinander getroffen.

„Wir sind total überwältigt“, erklärt Fadime Yelmen, die Öffentlichkeitsbeauftragte des Tuttlinger Vereins. „Wir hatten niemals mit solch einem Ansturm gerechnet. Sogar Leute aus der Schweiz waren hier“, erzählt sie angesichts des bunten, quirligen Treibens rund um sie herum freudestrahlend. Von Beginn an strömten die Besuchermassen zur Ginkgoterrasse, um sich hier in geselliger, ungezwungener Runde zu treffen, zu speisen, miteinander zu reden, sich kennenzulernen und um ganz einfach die lockere Atmosphäre des ungezwungenen Festes zu genießen.

Die vielen ehrenamtlichen Helfer des Vereins hatten denn auch viel zu tun, bereits schon nach dem ersten Tag musste in der Nacht noch einmal gekocht, gebacken und so für den Nachschub an köstlichen Speisen gesorgt werden, die bei den zahlreichen Gästen reißenden Absatz fanden. „Besucher der unterschiedlichsten Nationalitäten sind auf mich zugekommen und haben mich gefragt, wie sie uns unterstützen und helfen können“, erzählt Fadime Yelmen begeistert, „auch bei weiteren Festen“.

Ein buntes, vielfältiges, über die drei Tage verteiltes Programm rundete das Kulturfestival ab. Mit dabei war das Deutsche Rote Kreuz, die Freiwillige Feuerwehr Tuttlingen und die Polizei, die jeweils an einem Tag mit ihren Fahrzeugen und Informationsständen vor Ort waren. „Wir haben hier gerne mitgemacht“, bemerkt Feuerwehr-Kommandant Klaus Vorwalder, der betont, „dass es sehr wichtig sei, auch den ausländischen Mitbürgern und deren Kindern aufzuzeigen, wie wichtig unser Einsatz für alle ist, und, dass sie bei uns mitmachen können.“

Aber auch die Unterhaltung und Kultur kamen nicht zu kurz: Für die Kinder gab es eine Hüpfburg, Ponyreiten, einen Clown, Kinderschminken, einen Jonglier-Workshop mit Jongleur und Zauberer Flow – und für Kleine und Große die Einführung in die faszinierende Ebru-Malerei. Auf der Bühne führten nicht nur Fetische folkloristische Tänze vor, eine Hip-Hop-Gruppe gab einen kurzen Einblick in ihr Erlerntes, eine Querflötistin unterhielt mit zarten Tönen und beim anatolischen Abend nahmen die Klänge der Saz (eine Art türkische Gitarre) die Besucher gefangen. Ganz nebenbei wurden während des dreitägigen Festivals über den Verkauf von Speisen und Getränken – junge Mitglieder des Vereins boten zusätzlich noch frisch gebackene Waffeln an – auch Spendengelder für afrikanische Waisenkinder, und ganz aktuell, für die Erdbebenopfer aus Nepal gesammelt.

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