Brücken bald wieder begehbar

Lesedauer: 6 Min
Bald soll die Absperrung am Rathaussteg wieder verschwinden.
Bald soll die Absperrung am Rathaussteg wieder verschwinden. (Foto: Sebastian Heilemann)

Sängersteg und Rathaussteg sollen bis zum Ende des Monats wieder für den Fußgänger- und Radverkehr geöffnet werden – die Stadt plant, beide Brücken in den nächsten drei Wochen provisorisch herzurichten. Auch für die Koppenland-Brücke arbeite man an einer Lösung, heißt es von der Stadt. Die Brücke soll ebenfalls in den nächsten Wochen wieder zur Verfügung stehen. Auf lange Sicht werden wohl Neubauten nötig werden. Geschätzte Kosten: 3,6 Millionen Euro.

Anfang kommender Woche sollen die Arbeiten an den beiden Holzbrücken beginnen. In das Bett der abgesenkten Donau werden Betonfundamente verlegt, auf denen sogenannte Holzsprieße aufgestellt werden. Diese sollen dann die oberen Brückenbalken abstützen. Das Gewicht der Brücke wird somit von den verfaulten Bodenbalken weggenommen. Erst dann kann das beschädigte Holz durch neue Balkenteile ersetzt werden. Laut Stadt sollen diese Arbeiten rund zwei Wochen andauern, bis die Absperrungen entfernt und die Brücken wieder betreten werden können.

Gefahr bei Hochwasser

Diese Pläne waren anfangs nicht unumstritten. Das Wasserwirtschaftsamt des Landkreises hatte bezüglich der Stützen im Flussbett Bedenken angemeldet. Der Grund: Bei Hochwasser engen die Stützen die Donau zusätzlich ein und halten zudem Treibgut auf. „Diese Einflüsse können zum einen den kompletten Verbau zerstören oder zu einer Überflutung in den Innenstadtbereichen führen“, heißt es vom Landratsamt. Da man aber in den kommenden drei Wochen kein Hochwasser erwarte, habe man sich mit der Stadtverwaltung geeinigt. Die Stützen dürfen eingebaut werden. Entsprechende Vorarbeiten seien bereits ausgeführt worden.

Eine Nachricht, die für ein Aufatmen sorgen sollte – vor allem für die Einzelhändler in der Rathausstraße, die derzeit durch Brückensperrung und Baustelle vor der Haustür doppelt belastet sind (wir berichteten).

Brücken sollen bald wieder begehbar werden
Ende des Monats sollen Bürger Rathaus- und Donausteg wieder uneingeschränkt nutzen können. Die Lösung der Stadt ist aber keine für die Ewigkeit.

Doch eine dauerhafte Lösung ist das nicht. Ein bis zwei Jahre sollen die Brücken so nutzbar bleiben. Auf lange Sicht müssen Rathaussteg und Sängersteg wohl neu gebaut werden. „Darauf läuft es hinaus“, sagt Stadtsprecher Arno Specht auf Nachfrage unserer Zeitung. Dafür seien für die kommenden zwei Jahre 3,6 Millionen Euro eingeplant worden – zusätzlich zu den rund 200 000 Euro, die die Stadt ohnehin für die Wartung und Instandhaltung unter anderem von Brücken einstellt.

Vom Tisch ist damit der Vorschlag, über den Oberbürgermeister Michael Beck in der jüngsten Gemeinderatsitzung gesprochen hatte: Zwei Behelfsbrücken, die das Technische Hilfswerk hätte aufbauen können.

Pläne für Koppenland-Brücke

Für die schon seit August gesperrte Koppenland-Brücke gibt es noch keine konkrete Lösung. Parallel zu den Arbeiten an Sänger- und Rathaussteg sei jedoch eine solche in Planung. Auch diese Brücke soll in den kommenden Wochen wieder begehbar gemacht werden. Wie die Stadt in diesem Fall vorgehen will, ist noch nicht abschließend geklärt.

Mutmaßlich durch die ungewöhnlich hohen Sommertemperaturen, hatten sich vor rund drei Monaten über dem Brückenkopf Risse gebildet. Die Folge: Die Stadtverwaltung ordnete vorsorglich die sofortige Sperrung an. Ende Oktober folgten dann auch die Holzbrücken. Bei einer Routineprüfung war aufgefallen, dass das Holz der Brückenträger morsch geworden ist. Damit waren insgesamt drei Fußgängerbrücken gleichzeitig gesperrt.

Eigentlich werden alle Brücken in regelmäßigen Abständen überprüft. Erst 2015 war der Sängersteg durchleuchtet worden, der Rathaussteg sogar im vergangenen Jahr – ohne Auffälligkeiten. Warum die Schäden nun erst jetzt aufgefallen sind, fragt sich auch die Stadtverwaltung. „Die Verwaltung sieht dies sehr kritisch und hat das beauftragte Büro bereits zur Stellungnahme aufgefordert“, sagte Benjamin Hirsch, Referent des Oberbürgermeisters vor zwei Wochen. Die Stadtverwaltung schließe rechtliche Schritte gegen das entsprechende Ingenieurbüro nicht aus.

Ihr Kommentar wird nach einer kurzen Prüfung durch unsere Redaktion veröffentlicht.
Kommentare werden geladen
Mehr Themen