Bolzplatz soll Wohnungsbau weichen

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Der orange gekennzeichneten Bereich soll mit Mehrfamilienhäusern bebaut werden – dort befindet sich bis jetzt ein Bolzplatz.
Der orange gekennzeichneten Bereich soll mit Mehrfamilienhäusern bebaut werden – dort befindet sich bis jetzt ein Bolzplatz. (Foto: Quelle: Stadt Tuttlingen/Grafik: Matthias Wagner)
Sabine Krauss
Redakteurin

Unter dem Tagesordnungspunkt „Bebauungsplan Schildrain-Steigen, 4. Änderung – Aufstellungsbeschluss“ wird das Thema am Donnerstag, 13. September, um 16 Uhr im Technischen Ausschuss behandelt.

Der Bolzplatz in der Tuttlinger Nordstadt soll mit Mehrfamilienhäuser bebaut werden. Das Grundstück gehört der katholischen Kirche, die dieses in Kürze an die Wohnbau verkaufen will. Am kommenden Donnerstag soll im Technischen Ausschuss der Bebauungsplan geändert werden, da das Gelände derzeit nur für eine kirchliche Nutzung ausgewiesen ist.

Drei Mehrfamilienhäuser mit insgesamt etwa 35 Wohnungen sieht das Planungskonzept der Wohnbau entlang der Egerstraße vor. Drei Stockwerke hoch sollen die Gebäude nach aktuellem Planungsstand werden. Mehr steht noch nicht fest, sagt Wohnbau-Geschäftsführer Horst Riess auf Anfrage unserer Zeitung. Sobald der Verkauf erfolgt sei, wolle die Wohnbau eine Bedarfsanalyse starten, welche Art und Größe an Wohnungen derzeit am meisten gefragt sind. Es werde jedoch eine Bebauung geben, „die absolut verträglich ist“, sagt er.

Dass es sich bei dem Gelände bislang um einen Bolzplatz handelte, der von Kindern und Jugendlichen des Viertels genutzt wurde, spielt für die Wohnbau keine Rolle. „Wir kaufen einen Bauplatz“, sagt Riess. Naturgemäß rechnet er mit Widerstand – „das ist bei fast jedem Bauprojekt so“, sagt er.

Bereits vor zwei Jahren stand der Bolzplatz bereits im Interesse der Öffentlichkeit. Das Gelände, beziehungsweise ein Teil davon, war als möglicher Standort für eine Flüchtlingsunterkunft in Frage gekommen. Rund 40 Kinder und Jugendliche hatten damals einen Banner mit dem Satz „Wir wollen unseren Bolzplatz behalten“ aufgehängt und unterschrieben. Letztendlich sahen Stadt und Landkreis aber ohnehin keinen Bedarf, den Standort zu nutzen und der Bolzplatz blieb Bolzplatz.

Grundstück geteilt

Doch nicht alles wird verkauft. Einen Teil des Areals behält die katholische Kirche selbst: Denjenigen, der an den Kindergarten Bruder Klaus angrenzt und auf dem sich auch der öffentliche Spielplatz befindet. Damit die Kirche bezüglich möglichen Kiga-Erweiterungen oder -Umbauten Handlungsspielraum behalte, habe man das Grundstück sinnvoll getrennt, sagt Riess. Von der katholischen Kirche war am Donnerstag und Freitag urlaubsbedingt keine Auskunft über die Beweggründe des Verkaufs zu bekommen.

In die neuen Gebäude integriert werden soll ein „sozial zu bedienendes Thema“, wie Riess es ausdrückt. Was genau dies sein wird – etwa eine Tagespflegeeinrichtung oder ähnliches – werde sich herausstellen, wenn man Gespräche mit verschiedenen Trägern geführt habe.

Unter dem Tagesordnungspunkt „Bebauungsplan Schildrain-Steigen, 4. Änderung – Aufstellungsbeschluss“ wird das Thema am Donnerstag, 13. September, um 16 Uhr im Technischen Ausschuss behandelt.

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