Bogdanov-Blessur trübt Tuttlinger Vorfreude

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Auf Valerij Bogdanov (Zweiter von rechts) muss der SC 04 Tuttlingen im Derby gegen die SpVgg Trossingen wahrscheinlich verzichte
Auf Valerij Bogdanov (Zweiter von rechts) muss der SC 04 Tuttlingen im Derby gegen die SpVgg Trossingen wahrscheinlich verzichten. Der Mittelfeldspieler ist am Knie verletzt. (Foto: Bernd Müller Südwest GbR)

Nach einem spielfreien Wochenende greift der SC 04 Tuttlingen am Sonntag (15 Uhr) wieder in das Geschehen ein. Der Bezirksliga-Spitzenreiter trifft im Derby auf die SpVgg Trossingen. Obwohl sich SC-Trainer Ertan Tasdemirci über die Erholung freute, dürfte es bei ihm lange vor dem Anpfiff gekribbelt haben.

„Ich kann es kaum abwarten“, gesteht er vor dem Lokalkampf. Schon als aktiver Spieler habe er sich gefreut, gegen gute Gegner antreten zu dürfen. „Ich wollte von meinem Gegenspieler gefordert werden, wollte meine Grenzen nach vorne verschieben. Wenn das nicht der Fall war, oder wir 7:0, 8:0 gewonnen haben, dann war es ein verlorener Sonntag“, meint Tuttlingens Trainer, der das gleiche Temperament auch bei seinen Spielern ausgemacht hat. „Gegen Topteams sind die Jungs noch motivierter.“

Trossingen seit Trainerwechsel mit drei Siegen aus vier Spielen

Somit kommt Trossingen dem Tabellenführer aus der Donaustadt genau zur richtigen Zeit, um nach der Pause sofort wieder in Tritt zu geraten. Zwar sind die Musikstädter mit zehn Punkten Rückstand nur Sechster. Unter dem neuen Trainer Rosario Vetere, der nach dem Abschied von Mario Bibic vom Co- zum Cheftrainer aufstieg, gewann die SpVgg aber drei von vier Spielen. „Von den Einzelspielern kann Trossingen um die Meisterschaft mitspielen“, sagt Tasdemirci, der den Gegner unter dem „erfahrenen Trainer Vetere im Aufwind“ sieht.

Deshalb könne er auch keine Rückschlüsse aus dem ersten Vergleich einer Tuttlinger Mannschaft mit Trossingen ziehen. In der ersten Runde des Bezirkspokals setzte sich die SpVgg 1:0 bei der Zweitvertretungen der Tuttlinger – mit dem Einwechselspieler Tasdemirci – durch. „Das war im August und lässt sich nicht vergleichen. Das ist jetzt eine ganz andere Trossinger Mannschaft“, wehrt Tasdemirci ab. Motivationsprobleme erwartet er ohnehin nicht. „Wir können nicht zehn Prozent weniger geben. Für jeden Gegner ist der Anreiz, uns als Tabellenführer zu schlagen, noch größer. Deshalb müssen wir immer Topleistungen bringen.“

Allerdings plagen die Tuttlinger Personalsorgen. Kenny de Souza Heindel (im Ausland) und Hannes Zeyher (Studium) werden in der Vorrunde nicht mehr für die Donaustädter die Fußballschuhe schnüren. Bei Kapitän Valerij Bogdanov hofft Tasdemirci, dass die Pause kürzer ist. Der Mittelfeldspieler hat sich im Training am Knie verletzt. „Die MRT-Untersuchung steht noch aus. Aber wir gehen davon aus, dass er vor der Winterpause nicht zurückkommt“, meint sein Trainer.

Auch Trainerkollege Rosario Vetere hat Sorgen bei der Aufstellung. Mit Felix Reith (dienstlich verhindert), Artur Anselm (gelb-rot-gesperrt) und dem verletzten Thomas Merk fehlen seit dem 2:1 im Bezirkspokal beim SV Horgen drei Stammkräfte. „Das ist schade. Wir hatten uns gerade gefangen und uns eingespielt“, ärgerte sich der Trossinger Trainer.

Die Einschätzung von Tasdemirci, dass Trossingen um die Meisterschaft mitspielen könne, teilt Vetere nicht. Da wären Teams wie Tuttlingen und der SV Seedorf doch ein Stück weiter. „Wenn wir noch ein Stück nach oben kommen, ist das schön. Wir müssen jetzt erst einmal Punkte sammeln und schauen, was dabei herauskommt. Für uns ist erst einmal wichtig, dass wir Stabilität reinbekommen“, meint er. Auch die jüngsten drei Erfolge gegen Horgen sowie in der Liga gegen die SG Bösingen/Beffendorf (4:1) und die SpVgg Bochingen (4:1) relativiert er. „Das waren andere Gegner als Tuttlingen es jetzt ist.“

Wie die Trossinger in Tuttlingen spielen wollen, darüber war sich Vetere nicht sicher. „Wir wollen nicht ins offene Messer laufen. Aber auch nicht nur verteidigen“, meinte der Trossinger Trainer, der nach einer ausgewogenen Lösung sucht.

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