Bennewitz Quartett bietet wunderbares Klangerlebnis

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 Das vielbeachtete Bennewitz Quartett gastierte am Freitagabend in der Stadthalle Tuttlingen.
Das vielbeachtete Bennewitz Quartett gastierte am Freitagabend in der Stadthalle Tuttlingen. (Foto: Siegrid Bruch)

Das international bekannte und viel beachtete Bennewitz Quartett ist am Freitagabend in der Tuttlinger Stadthalle aufgetreten und hat seine Zuhörer voll begeistert.

Ein ganz besonderes Konzert in der Königsdisziplin der Kammermusik hatte Alban Beikircher in seiner Einführung ins Konzert angekündigt: „Ich zähle sie zu den allerbesten.“ Das in Prag gegründete Quartett mit Jakub Fiser, Stepan Jezek (beide Violine), Jiri Pinkas (Viola) und Stepan Dolezal (Violoncello) ist nicht nur in seiner tschechischen Heimat, sondern auch im weltweiten Ausland bekannt und auf großen Kammermusikpodien aufgetreten. Das Quartett – benannt nach dem Violinisten Antonin Bennewitz, einer wegweisenden Persönlichkeit der Tschechischen Violinschule – wurde 1998 gegründet. Auf dem Programm in Tuttlingen standen Werke von Wolfgang Amadeus Mozart, Erwin Schulhoff und Franz Schubert.

Die vier Musiker kommunizieren perfekt miteinander, spielen expressiv und nuanciert und mit großer Farbigkeit und Harmonie. Das Streichquartett d-Moll KV 421 von Mozart mit vier Sätzen stand am Anfang, es ist das einzige in D-Moll-Tonart, ein klingendes Symbol für Schmerz und Leid: mit Flüstern aber auch mit starker Erregung, mit reizvollen Kontrasten oder strengen Variationen und einem düsterem Ende.

Wichtige Werke der Moderne

Erwin Schulhoff (1894 – 1942) gehörte lange Zeit zu den vergessenen Komponisten. Seine skizzenartigen „Fünf Stücke für Streichquartett“, die er Darius Milhaud gewidmet hat, gehören heute zu den wichtigsten Werken der Moderne. Der Tscheche Schulhoff war ein Visionär und bewegte sich quer durch Strömungen und Genres, um seine Musik zu schreiben. Der gebürtige Tscheche hatte Kontakte mit der Wiener Schule.

Nach der Pause folgte das Streichquartett d-Moll „Der Tod und das Mädchen“, eins der letzten Musikwerke von Franz Schubert. Der zweite Satz bezieht sich auf das gleichnamige Gedicht von Matthias Claudius. In den vier Sätzen ist der Tod allgegenwärtig, mal klagevoll, mal ruppig, doch später hellt sich dann das Düstere auf, es strömt harmonische Ruhe ein, der Tod kommt als Freund. Nach langanhaltendem begeistertem Applaus bedankten sich die vier Musiker mit einer Zugabe: „Sonnets et Rondeaux“ des italienischen Komponisten und Cellisten Giovanni Sollima, Jahrgang 1962. Die Zuhörer waren sich am Ende einig: Das Konzert mit dem Bennewitz Quartett war eine wahre Freude.

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