Benefizkonzert für Mutpol ist ein voller Erfolg

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sopranistin Roser Ferrer-Morató begeisterte unter der Leitung von Horst Sohm mit „mozartianischen Eigenschaften“. (Foto: Cornelia Addicks)

Das polnische Copernicus Chamber Orchestra unter der Leitung von Horst Sohm hat am Sonntagnachmittag in der Stadthalle ein Benefizkonzert zugunsten des erfolgreichen Zirkus-Projekts von Mutpol, der diakonischen Jugendhilfe Tuttlingen, gegeben.

Als Auftakt hatte Sohm ein drei Jahrhunderte altes Weihnachtskonzert gewählt: das achte der zwölf Concerti grossi von Arcangelo Corelli. Sohm, 1952 in Möhringen geboren, leitete die Streicher ohne Taktstock souverän durch die fünf Sätze. Ganz besonders das virtuose Cellospiel von Joanna Laskowski bezauberte die Zuhörer. Die Pastorale des letzten Satzes griff die „pifferari“, die italienische Weihnachtsmusik, auf.

Es folgte Mozarts „Exultate, jubilate“, eine lateinische Motette. Sohm hatte sich für die Salzburger Fassung entschieden, mit Flöten statt der Oboen aus der in Mailand entstandenen Originalfassung. Und so schlossen sich zwei Hornisten und zwei Querflötistinnen dem Streichquartett an und Sohm bat Roser Ferrer-Morató auf die Bühne. Die Sopranistin stammt aus Indien, wuchs aber in Katalonien auf. Ihre Stimme passte sich den vier unterschiedlichen Sätzen hervorragend an: strahlend bei der Aufforderung „Freut Euch, jubiliert!“, samtig beim Rezitativ über den leuchtenden Tag. Ferrer-Morató gelang es im Andante-Satz, die „Leidenschaften, unter denen das Herz seufzt“ spürbar zu machen, und beim „Halleluja“ riss sie das Publikum mit.

Mit kräftigem Applaus wurden auch die drei Stücke belohnt, bei denen Sabine Grofmeier als Solo-Klarinettistin brillierte. Bei Mozarts Konzert für Klarinette und Orchester aus dem Jahr 1791 umschmeichelte das Orchester die Klangkaskaden Grofmeiers im Allegro. Meditativ, zeitweise fast elegisch wirkte das Klarinettenspiel im zweiten Satz. Einen markanten Gegensatz hierzu bildete das quicklebendige Rondo. Bei der folgenden Filmmusik Ennio Morricones aus „Mission“ von 1986 riss die aus Westfalen stammende Solistin die Gäste in der Stadthalle zu Bravo-Rufen hin. Ihre Bandbreite stellte Grofmeier auch mit Astor Piazzollas „Oblivion“ unter Beweis.

Bei zwei der drei Zugaben des Orchesters waren die Gäste als Chor gefragt: Sie sangen „Alle Jahre wieder“ und „Oh du fröhliche“. Und auch bei „Lady Madonna“ summte mancher Beatles-Fans mit.

Als Schirmherr des Benefizkonzerts überreichte Landtagspräsident Guido Wolf einen Scheck über 4100Euro – der Reinerlös der Veranstaltung – an Dieter Meyer, den Gesamtleiter von Mutpol. Der Leiter Vertrieb und Marketing der Volksbank, Jörg Gröning, rundete die Spende auf 5000 Euro auf. Idee und Organisation des Benefizkonzerts lagen bei Brigitte und Klaus Kiefer vom „Brennerhof“ in Immendingen. Vor Konzertbeginn hatten Mutpol-Schüler vor der Stadthalle gezeigt, was sie in Sachen Feuerjonglage bei dem Zirkusprojekt gelernt haben.

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