Begegnungsfest thematisiert Gewalt gegen Frauen

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Isabelle Henriques, Initiatorin der Privatinitiative "With heart against FGM", Künstler Simon Mgogo, Sängerin Sayon Bamba und Kü (Foto: Claudia Steckeler)

Beim neunten internationalen Begegnungsfest hat sich der Pausenhof der Tuttlinger Karlschule am vergangenen Sonntag einmal mehr in einen Fest- und Ver-sammlungsplatz der unterschiedlichsten Kulturen verwandelt. Nach dem Begrüßungslied „Jambo“ und dem multireligiösen Friedensgebet durch einen evangelischen, katholischen und muslimischen Geistlichen, nahm das fröhliche, multikulturelle Fest so richtig „Fahrt auf“.

In diesem Jahr sei es zum ersten Mal unter das spezielle Thema „Gewalt gegen Frauen“ gestellt worden, gab Hans-Martin Schwarz vom Organisationskomitee in seiner Begrüßung bekannt. Aus diesem Anlass waren auch international bekannte Künstler, Maler und die bekannte Sängerin Sayon Bamba angereist, die mit ihren Beiträgen und Auftritten die Privatinitiative „With heart against Female Genitale Mutilation (FMG)“ von Isabelle Henriques aus Portugal unterstützen: Gemeinsam wollen sie auf die in vielen Ländern immer noch praktizierte Beschneidung junger Mädchen aufmerksam machen und gegen diese kämpfen.

Sayon Bamba stammt aus Guinea, lebt in Frankreich und ist eine enga-gierte Menschenrechtsaktivistin, die oft mit Mädchen vor Ort arbeitet, erzählte Isabelle Henriques. Aus Italien war der Künstler Simon Mgogo angereist, der ein Gemälde gespendet hatte, das zu Gunsten des Frauenhaus Vereins Tuttlingen versteigert wurde. Angereist war auch die Künstlerin Pierrette Chapus aus Frankreich, die die Initiative mit ihrer Kunst ebenfalls unterstützt. Aus den Erlösen der bisherigen Begegnungsfeste werden, erzählte Hans-Martin Schwarz, an den Frauenhausverein und die Initiative FGM jeweils 1000 Euro gespendet.

Das Programm des Begegnungsfests brachte wieder eine Vielzahl von kulturellen Beiträgen: Tänze des Kindertanzclubs BravO der Caritas, philippinischen Tanz mit Lucy Neu, feurigen Flamenco mit Javier Reinoso und Eva Molinelli, türkischen Tanz mit der Gruppe der Ditib sowie die italienische Tanzgruppe.

Ali Salim ließ – mal allein, mal in Begleitung von einigen Damen – afrikanische Trommeln erklingen, Melodien entführten auf die Philippinen, Martins Obuh und seine Gruppe präsentierten tanzend Gospels, und der Jugendchor aus der türkischen Stadt Kütahya, der sich zur Zeit aufgrund eines Austauschprogramms in Tuttlingen befindet, umrahmte das multireligiöse Friedensgebet.

Zahlreiche Vereine und Verbände informierten an ihren Ständen über ihre Arbeit, boten köstliche internationale Speisen, Getränke, Kunsthandwerk und für die kleinen Besucher ein breites Angebot an Spielen und phantasievollen Mitmachaktionen an. Eine internationale Stadtführung für große und kleine Besucher rundete das breitgefächerte Angebot ab. Vorgestellt hat sich in diesem Jahr auch der türkische Verein Feza, der zum ersten Mal mit dabei war.

Imaginäre Schranken zwischen den Kulturen fallen schnell

Die Atmosphäre und die Stimmung auf dem „Dorfplatz der Nationen“, dem Schulhof der Karlschule, war wieder einmal super. Es herrschte ein fröhliches, harmonisches Miteinander. Die oftmals vorhandenen imaginären Schranken zwischen den Kulturen fielen ganz schnell: Begeistert folgten die Besucher dem Programm, fanden über dieses ins Gespräch, tauschten sich aus, feierten und erlebten gemeinsam einen unbeschwerten Tag. Ein Vorbild ddafür gaben unter anderem die Kinder, egal ob auf der Hüpfburg, oder an den einzelnen Ständen, mit viel Spaß und Freude lösten sie zusammen knifflige Aufgaben, oder tobten ganz einfach nur fröhlich lachend herum.

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