Bebauungsplan für Elias-Schrenk-Heim im beschleunigten Verfahren

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 Das Elias-Schrenk-Heim muss wegen einer Novellierung der Landesheimbauverordnung viel Geld in die Hand nehmen.
Das Elias-Schrenk-Heim muss wegen einer Novellierung der Landesheimbauverordnung viel Geld in die Hand nehmen. (Foto: Archiv)
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Ausgiebig ist am Donnerstagnachmittag der Aufstellungsbeschluss für den vorhabenbezogenen Bebauungsplan für das Elias-Schrenk-Haus im Technischen Ausschuss des Tuttlinger Gemeinderats beraten worden. Dennoch empfahlen die Ausschussmitglieder dem Gemeinderat, das Vorhaben nach Paragraf 13a des Baugesetzbuches im beschleunigten Verfahren aufzustellen. Dazu soll es eine Bürgerinformationsveranstaltung geben.

Wie berichtet soll der zweigeschossige linke Teil des Altenheims abgebrochen und durch einen viergeschossigen Bau mit je 15 Zimmern pro Etage ersetzt werden. Das Vorhaben wird durch eine Änderung der Landesheimbauverordnung notwendig, die zukünftig Einzelzimmer und keine Doppelzimmer mehr vorsieht.

Geschäftsführer und Heimleiter Gebhard Quass machte in der Sitzung Werbung für das Elias-Schrenk-Haus: „Wir sind seit Jahren voll belegt und haben 120 bis 150 Mitarbeiter“, sagte er. 97 Bewohner würden stationär betreut, dazu kämen 22 Personen in der Tagespflege. Er rechnet aufgrund der Novellierung der Verordnung bereits mit Einschränkungen im kommenden Jahr.

Die Konstanzer Stadtplanerin Bettina Nocke stellte das Vorhaben im Detail vor. So soll der Neubau über alle Geschosse mit dem Hauptgebäude verbunden werden. Dazu muss der bisher zwischen den beiden Häusern verlaufende Weg erworben werden. Nocke betonte, dass aufgrund der Höhe von 12,55 Metern es in der Winterzeit eine größere Verschattung für das Nachbargebäude geben wird.

Grundstück soll zur Gemeindebedarfsfläche werden

Zudem soll laut Bettina Nocke in dem zu erstellenden Bebauungsplan nicht mehr von einem Allgemeinen Wohngebiet, sondern von einer Gemeindebedarfsfläche gesprochen werden. Das sei auch schon bei den beiden dortigen Kindergärten, bei der Schildrainschule und der Auferstehungskirche der Fall. Man würde damit sozusagen eine Lücke in den Plänen schließen.

Henner Lamm (SPD) hatte ein ganzes Potpourri an Fragen mitgebracht. So wollte er etwa wissen, welche Stellplätze aufgrund des Neubaus wegfallen würden, ob es eine Lärmuntersuchung geben würde und wer die Kosten für die geplante Kanalverlegung übernehme. Die Stadtplanerin betonte, dass lediglich zwei Behindertenstellplätze vor dem Heim wegfallen würden, diese aber neben dem Haus neu geschaffen würden. Von einer Lärmuntersuchung würde sie auch aus Kostengründen absehen wollen, da es bisher keine Lärmprobleme geben würde. Quass betonte, dass es keine zusätzlichen Betten durch den Neubau im Elias-Schrenk-Heim geben wird. Fabia Koloczek (CDU) berichtete, dass vom Altenheim keine lauten Geräusche ausgehen würden: „Der Lärm kommt eher von den Kindergärten, der Schildrainschule und der Kirche.“

Joachim Klüppel (CDU) bemängelte, dass der öffentliche Weg wegfallen würde und bat darum, dass die Schildrainschüler, die im Elias-Schrenk-Heim ihr Mittagessen einnehmen, von Norden durch eine Tür in den neuen Mittelbau kommen könnten. Quass bestätigte, dass der Gebäudekomplex im Norden und Süden eine Tür bekommen wird.

Auf Nachfrage von Ulrike Martin (LBU) berichtete Quass, dass in dem Neubau ein Wohngemeinschaftskonzept mit großzügigem Aufenthaltsraum und Küche umgesetzt werden soll. Er kritisierte, dass die großen Zimmer im Haupthaus aufgrund der Verordnung in Einzelzimmer umfunktioniert werden müssen.

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