Baar-Trainer Ulrich sieht HSG NTW im Derby in Favoritenrolle

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 Die Handballer, unser Bild zeigt eine Szene aus dem Derby HSG Baar gegen TV Aixheim, werden auch an diesem Wochenende wieder ve
Die Handballer, unser Bild zeigt eine Szene aus dem Derby HSG Baar gegen TV Aixheim, werden auch an diesem Wochenende wieder verbissen um die Punkte kämpfen. (Foto: hkb)
Rouven Spindler

Einige der überregional spielenden Handballmannschaften aus dem Kreis Tuttlingen sind vom Verletzungspech betroffen. So muss auch Männer-Württembergligist HSG Fridingen/Mühlheim beim Auswärtsspiel in Albstadt mehrere Ausfälle kompensieren. Das Frauenteam der Donautal-HSG ist am Sonntag in Köngen zu Gast. In den Landesliga-Staffeln steht das Derby zwischen den Frauenmannschaften der HSG Baar und der HSG Nendingen/Tuttlingen/Wurmlingen im Fokus. In der Landesliga Männer wollen die HSG Rietheim-Weilheim und die HSG Baar den Heimvorteil nutzen, der TV Aixheim will eine Auswärtsniederlage in Weilstetten verhindern und seinen Mittelfeldplatz bestätigen.

Württembergliga Männer

HSG Albstadt – HSG Fridingen/Mühlheim (Samstag, 20 Uhr; Mazmannhalle Albstadt-Ebingen). Das Schlusslicht HSG Fridingen/Mühlheim tritt am Samstag bei der achtplatzierten HSG Albstadt an. Die Vorzeichen stehen, bezogen auf das Verletzungspech, aktuell nicht wirklich gut. „Die Personaldecke ist angespannt“, sagt Co-Trainer Ibrahim Parlak und nennt die Ausfälle von Emilian Merk (vermutlich Muskelfaserriss), Torwart David Alber (falsch aufgetreten) und Niklas Zepf (Knie). Am Freitag stand noch nicht fest, ob krankheitsbedingt weitere Spieler ausfallen werden. Beim TSV Deizisau musste Albstadt zuletzt eine hohe Niederlage einstecken. Der Tabellenfünfte gewann am Sonntag daheim mit 43:31 gegen Albstadt, die Donautal-HSG war am Samstag Spitzenreiter TSV Heiningen unterlegen (26:35). Parlak rechnet damit, dass die Tagesform in dieser Partie darüber entscheiden könnte, ob man etwas Zählbares mitnimmt. Selbst steht man zwar mit 3:17-Punkten auf dem letzten Platz, der Vorsprung der anderen Mannschaften im unteren Tabellendrittel hält sich aber noch in Grenzen. Nach diesem Spiel folgen noch drei weitere Begegnungen in der Vorrunde, ehe die Rückrunde nach einer Pause über den Jahreswechsel im Januar beginnt.

Württembergliga Frauen

TSV Köngen – HSG Fridingen/Mühlheim (Sonntag, 16 Uhr; Sporthalle bei der Burgschule Köngen). Die Mannschaft aus dem Donautal reist am Sonntag zum zweiten von vier Auswärtsspielen in Folge. Der kommende Gegner ist Zehnter (4:12-Punkte), die HSG Fridingen/Mühlheim Achter (5:9-Punkte). „In Köngen zu bestehen ist für jede Mannschaft schwer“, weist Gäste-Trainer Frank Rohrmeier auf die Schwierigkeit dieser Aufgabe hin. Nach drei Niederlagen zum Start hat die HSG nur eines ihrer vergangenen vier Spiele verloren (21:28 bei der SG Burlafingen/PSV Ulm). Vor einer Woche holte man personell geschwächt einen Zähler beim Tabellenzweiten HSG Deizisau-Denkendorf (29:29) und brachte diesem den ersten Punktverlust bei. Rohrmeier erwartet von Köngen Tempo-Handball mit dem Ziel, schnelle und einfache Tore zu erzielen. Miriam Panne sieht er beim TSV dabei in entscheidender Rolle. „Sie ist im Aufbauspiel sehr gefährlich.“ Auch selbst sucht sie den Abschluss: beim 36:22-Sieg bei Schlusslicht TSV Zizishausen vergangene Woche erzielte sie sechs Tore, fünf aus dem Spiel heraus. Bei der eigenen Mannschaft setzt der Coach auf die richtige Vorbereitung. „Jeder muss mental vorbereitet, auf der Höhe und bereit sein“, so Rohrmeier. „Das wird den Ausschlag geben.“ Krankheitsbedingt verpassten mehrere Spielerinnen die Partie in Denkendorf, mittlerweile sehe es „wieder besser aus als letzte Woche“.

Landesliga Männer

TV Weilstetten II – TV Aixheim (Samstag, 17.30 Uhr; Längenfeldhalle Balingen). Das Problem beim TV Aixheim bleibt auch an diesem Wochenende bestehen: Selten kann Trainer Holger Hafner in mehreren aufeinanderfolgenden Spielen auf den gleichen Kader setzen. „Das ist alles andere als optimal“, so Hafner vor dem Auswärtsspiel. Beim Oberliga-Vorspiel in Weilstetten gegen die TVW-Zweite fehlen Andreas Faitsch und Pascal Efinger. Dafür kehren mit Fabian Gruler und Frank Plaumann zwei Spieler zurück in den Kader. „In der Liga ist momentan alles drin“, so der Coach zur Ausgangslage vor der Partie. Sein Team liegt mit 8:10-Punkten auf Platz sieben, Weilstetten ist mit 7:11-Punkten vier Plätze weiter hinten angesiedelt. Von der Ausgangslage her käme für die Gäste eine Niederlage sehr unpassend. „Letztes Jahr haben wir dort trotz Vollbesetzung nur knapp mit zwei Toren gewonnen. Letztendlich müssen wir auf uns schauen“, so Hafner, der nochmal das vorhergehende Spiel gegen Mössingen anspricht. Daheim war man nach einer umkämpften Schlussphase am Ende eher über den einen Punkt glücklich. Gegen zweite Mannschaften ist es auch für den TVA-Übungsleiter schwer einzuschätzen, mit welchem Aufgebot der Gegner antritt.

HSG Baar – TSV Denkendorf (Samstag, 19.30 Uhr; Hohenlupfen-Sporthalle Talheim). In das Duell der Aufsteiger geht die HSG Baar mit einigen Personalsorgen. Zusätzlich zu den beiden Kreuzbandriss-Diagnosen innerhalb weniger Tage wird nun auch Florian Conradi mit einer Fußgelenksstauchung für mindestens zwei Wochen ausfallen. Außenspieler Christoph Hermann ist seit dem Spiel beim TV Weilstetten II zurück im Kader, spielte dort aber vorerst nur in der zweiten Hälfte (fünf Tore) und in der Deckung außen, wie Trainer Martin Irion sagt. Das Heimspiel in Talheim will man trotz der Personalsituation für sich entscheiden. „Auch wenn wir personell gebeutelt waren, haben wir es zuletzt gut kompensiert“, so der HSG-Übungsleiter. „Es ist die beste Tempogegenstoßmannschaft. Wenn wir das unterbunden bekommen, dann haben wir mit viel Laufbereitschaft Chancen“, sagt Irion zum Gegner. Als weiteren Faktor im Spiel des TSV Denkendorf sieht er den Spieler in der Rückraummitte an. Vor einer Woche trennte sich der Gast in einer torreichen Begegnung 40:40-Unentschieden vom VfL Pfullingen II. Genaueres zur spielerischen Ausrichtung gegen das Spiel des TSV und die Verteidigung gegen den Rückraum gibt Irion vor dem Spiel verständlicherweise nicht preis. Beide Aufsteiger stehen augenblicklich in der Tabelle gut da und können weiter wichtige Punkte sammeln. Vier Punkteteilungen in Serie verbuchte der Gast zuletzt.

HSG Rietheim-Weilheim – TV Neuhausen/Erms II (Samstag, 19.30 Uhr; Kreissporthalle Tuttlingen). Bei der HSG Rietheim-Weilheim, aktuell Vorletzter, ist mit dem TV Neuhausen/Erms II das Schlusslicht zu Gast. Mit einem Auswärtssieg kann der TV mit der HSG, die 6:12-Punkte hat, gleichziehen. Die Mannschaft von Trainer Alexander Job verfolgt ein anderes Ziel: „Wir wollen und müssen dieses Spiel daheim gewinnen, um den Anschluss ans Mittelfeld nicht zu verlieren“, gibt Gunter Haffa, sportlicher Leiter, die Marschroute vor. Nach dem enttäuschenden 16:29 in Rottweil muss eine Reaktion gezeigt werden. „Die Konstanz ist bei uns ein Problem. Wenn es mal nicht so läuft, merkt man, dass uns noch die Erfahrung und Routine fehlt, um Spiele zu drehen oder zu gewinnen“, so Haffa. Pascal Bensch, laut Haffa „ein ganz wichtiger Faktor“ im Spiel der HSG Rietheim-Weilheim auf halblinker Position, wird mit einem Kreuzbandriss für die restliche Saison ausfallen. Ein sicherlich bemerkbarer Verlust, den der Landesligist über einen längeren Zeitraum kompensieren muss. Ansonsten wird man mit vollzähligem Aufgebot ins Kellerduell gehen können.

Landesliga Frauen

HSG Baar – HSG Nendingen/Tuttlingen/Wurmlingen (Samstag, 17.40 Uhr; Hohenlupfen-Sporthalle Talheim). Das Landesliga-Derby zwischen der aufgestiegenen HSG Baar und der ligaerfahrenen HSG Nendingen/Tuttlingen/Wurmlingen hat eine spannende Ausgangslage parat. Nach der ersten Niederlage bei Spitzenreiter HSG Böblingen/Sindelfingen (15:30) vergangene Woche steht die HSG Baar auf Platz drei (10:2-Punkte), gefolgt von der HSG NTW (9:1), die bislang ein Spiel weniger ausgetragen hat. Die Grundausrichtungen beider Teams sind verschieden. „Sie spielen sehr offensiv. Viele Mannschaften kommen nicht klar damit. Auch uns wird es Probleme bereiten. Wir haben hoffentlich die richtige Antwort“, sagt NTW-Trainerin Zeljana Pfeffer über die Ausrichtung des Aufsteigers. Es werde in der 6:0-Deckung viel Bewegung erfordern, die Offensive des Gastgebers in den Griff zu bekommen. „Wir wollen wieder zu unserem Spiel kommen“, sagt Baar-Trainer Oliver Ulrich, nachdem gegen das Spitzenteam aus Böblingen/Sindelfingen vor einer Woche „alles schiefgelaufen ist“. Mit der HSG NTW erwartet er einen ähnlichen Gegner wie vergangenes Wochenende. „Sie spielen ein sehr defensives 6:0 mit körperlich robusten Spielerinnen.“ Die Favoritenrolle schiebt Ulrich den Gästen zu: „Sie sind Favorit mit der Erfahrung, dem kompakten 6:0 und der körperlichen Überlegenheit.“ Pfeffer erwartet ein noch spannenderes Spiel als zuletzt gegen Albstadt (27:22). Bei der HSG Baar beobachtete sie eine regelmäßige Steigerung und hebt Nicole Hess als Spielmacherin hervor, die man in den Griff bekommen müsse. Aufgrund von Schulterproblemen fallen bei den Gästen mit Maite Barquero Schwarz und Mirjana Misetic zwei wichtige Spielerinnen aus.

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