B. Braun ist bei Allianz für Toleranz dabei

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„Made in Germany“ und nicht „Made by Germans“: B. Braun engagiert sich mit anderen Familienunternehmen mit einer Kampagne für ei
„Made in Germany“ und nicht „Made by Germans“: B. Braun engagiert sich mit anderen Familienunternehmen mit einer Kampagne für ein weltoffenes Deutschland. Denn täglich gäben Mitarbeiter aus aller Welt in Deutschland ihr Bestes. (Foto: Berner Trading Holding GmbH)

50 deutsche Familienunternehmer haben sich zusammengetan, um mit der Aktion „Made in Germany – made by Vielfalt“ vor der Europawahl ein Zeichen gegen Fremdenfeindlichkeit und für Toleranz und Weltoffenheit zu setzen. Mit dabei: Anna Maria Braun, Vorstandsvorsitzende des Aesculap-Mutterkonzerns B. Braun in Melsungen.

Die Mitarbeiter am Tuttlinger Stammsitz von Aesculap wurden im firmeneigenen Internet, dem Intranet, darüber informiert. „Als global tätiges Familienunternehmen und ,Bürger der Gesellschaft’ tritt B. Braun weltweit für eine offene Gesellschaft ein, die durch Respekt, Vielfalt und Wertschätzung geprägt ist“, begründet die Presseabteilung des Unternehmens die Teilnahme an der Aktion. Eine Willkommens- und Wertekultur stelle eine der Grundvoraussetzungen für den Geschäftserfolg von B. Braun dar.

Der Öffentlichkeit bekannt gemacht wird das Bündnis der Unternehmen durch Anzeigen und Plakate. Unter dem Leitmotiv „Made in Germany - made by Vielfalt“ wird verdeutlicht, dass nicht die Herkunft der Menschen entscheidend ist, sondern ein friedvolles und tolerantes Miteinander.

Verpflichtungen für die Mitarbeiter von Aesculap bringe das nicht mit sich, heißt es weiter. Doch die Abteilung Öffentlichkeit weist darauf hin, dass Aesculap seit langen Jahren eine Vielzahl an Mitarbeitern aus unterschiedlichen Nationen beschäftige. Zurzeit sind konkret 48 verschiedene Nationalitäten am Ehrenberg zu finden. Außerdem engagiert sich die AG in der Flüchtlingsausbildung und hat eine kleinen Gruppe an Flüchtlingen in Ausbildung: „Deren Ausbildungsergebnisse sind sehr positiv zu bewerten“. Ein Auszubildender habe bereits seine Prüfung abgeschlossen und sei in ein festes Arbeitsverhältnis übernommen worden. Mit der gemeinsamen Initiative wollen die Unternehmen zeigen, dass die Wirtschaft auf den Zuzug von Fachkräften angewiesen ist.

Im Vorfeld der Europawahl

Ins Leben gerufen hat die Aktion Vorwerk-Miteigentümer Timm Mittelsten Scheid. Mit dabei sind zum Beispiel auch Stihl, Würth, Henkel und Bahlsen. Scheid habe teilweise selbst zum Hörer gegriffen, um die Unternehmer zu mobilisieren, schreibt das Handelsblatt. Die Idee dazu sei im September 2018 entstanden, und sei auch eine Reaktion auf die „zunehmend aggressive Sprache“ der Politik gewesen. Mit der Umsetzung der Kampagne wurde knapp 90 Tage vor der Europawahl am 26. Mai gestartet, bei der ein neues Europaparlament gewählt wird. Populistische Parteien, so die Prognosen, dürften dabei deutlich zulegen. Die Warnung vor Rechtspopulismus kommt in der Kampagne der Familienunternehmer aber gar nicht zu Wort. Stattdessen stehen Begriffe wie Weltoffenheit, Vielfalt und Toleranz im Vordergrund. Damit richtet sich die Initiative auch gegen Fremdenfeindlichkeit und die Ausgrenzung von Minderheiten.

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