Bürgermeister blickt auf die Gräuel der Nazis

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 Bürgermeister Simon Axt hielt die Ansprache auf dem Friedhof.
Bürgermeister Simon Axt hielt die Ansprache auf dem Friedhof. (Foto: Andrea Utz)
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„Am Volkstrauertag gedenken wir der Opfer von Krieg und Gewaltherrschaft aller Völker und Nationen. Gerade heute, wo rechte Kräfte wie die AfD die dunklen Seiten der deutschen Geschichte nur allzu gerne relativieren wollen, ist es wichtig, sich zu erinnern.“ Das sagte Bürgermeister Simon Axt bei seiner Ansprache zum Volkstrauertag auf dem Friedhof in Durchhausen.

Axt blickte laut Pressemitteilung besonders auf Polen, welches 1939 von Deutschland überfallen wurde. Er erinnerte daran, dass die Nationalsozialisten eine „Schreckensherrschaft voller Willkür, Terror und Gewalt“ führten. Vertreibungen, Plünderungen, Massaker, Verschleppung und Zwangsarbeit sowie „hemmungslose materielle Ausbeutung“ seien in Polen allgegenwärtig gewesen. Die jüdische Bevölkerung Polens sei nahezu vollständig ausgelöscht worden. „Dass wir in der Versöhnung mit unseren polnischen Nachbarn so weit gekommen sind, sollte uns mit großer Dankbarkeit erfüllen. Heute leben wir mit ihnen in eng verwobener Partnerschaft im geeinten Europa zusammen.“

Axt verlas die Namen aller Gefallenen der beiden Weltkriege und legte gemeinsam mit Elmar Mattes einen Kranz am Ehrenmal nieder. Dieses war 2016 mit den Namen der Gefallenen ergänzt und so persönlicher gestaltet worden. Stellvertretender Bürgermeister Markus Merz, der Oberstabsfeldwebel ist, hatte mehrere Soldaten geladen, die der Feierstunde beiwohnten. Dies waren Leutnant Anna Stolze, Hauptfeldwebel Markus Sieber und Oberleutnant zur See Jurij Jasper. Neben den Fahnenabordnungen der Vereine umrahmten der Gesangverein Harmonie und der Fanfarenzug die

Gedenkfeier musikalisch. In Folge des Ersten Weltkrieges beklagte Durchhausen laut Mitteilung insgesamt 27 Gefallene. 42 Männer kamen aus dem Zweiten Weltkrieg nicht zurück, und dies bei knapp 500 Einwohnern.

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