Ausflug ins Land der Trolle

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Für seine Multivisionsshow ist Fotograf Reiner Harscher mehrfach nach Norwegen gereist.
Für seine Multivisionsshow ist Fotograf Reiner Harscher mehrfach nach Norwegen gereist. (Foto: Claudia Steckeler)
Claudia Steckeler

Gemeinsam mit dem Fotograf und Filmer Reiner Harscher sind die Besucher der Stadthalle Tuttlingen am Donnerstagabend in die geheimnisvolle, wilde und faszinierende Natur Norwegens eingetaucht. Mit seiner Live-Multivision „Norwegen – durch die Fjorde in die Arktis“ nahm er die Besucher mit auf eine Reise durch das Land der langen Dämmerung im Winter und dem ewigen Licht im Sommer: von Bergen, entlang der berühmten Fjorde, über die Lofoten bis Spitzbergen, hinauf ins Packeis der Polarregion.

Im Rahmen der Event Reihe „Tutto il mondo“ präsentierte Harscher die Besonderheiten des Landes, wobei ihm die eindrucksvolle Natur und die Tierwelt besonders am Herzen lagen, aber auch die Mentalität der Menschen. „Vor mehr als 30 Jahren habe ich hier mit der Fotografie begonnen“, erzählte Harscher. Damals reiste er noch als Student nach Norwegen, mit einfachen Autos, dann folgten VW-Busse und schließlich größere, bequemere Wohnmobile. Doch eines ist für ihn von Beginn an geblieben: Die Faszination, die Magie, die Norwegens Landschaft auf ihre Besucher ausübt.

Vier Jahreszeiten in zwei Tagen

Für die Aufnahmen reiste Harscher mit seiner Ehefrau Karin nicht nur einmal nach Norwegen: „Für bestimmte Aufnahmen wie die irisierenden, tanzenden Nordlichter zum Beispiel, bedurfte es mehrere Anläufe und Reisen, um diese an bestimmten Punkten fotografisch einzufangen“, berichtete er. „Es muss einfach alles stimmen, man muss zur rechten Zeit am rechten Punkt sein.“

Für die Beiträge der Multivisionsshow war er in einem Zeitraum von mehr als vier Jahren zu Fuß, mit dem Schiff, mit dem Wohnmobil und dem Helikopter unterwegs, um den Zauber des Landes einzufangen. Winterlandschaften auf der Hochfläche Hardangervidda, einer, kargen Wildnis auf 1000 Metern Höhe. Dort herrscht Anfang Juli noch Winter, während es unten im Fjord auf Meereshöhe schon sommerlich bunte Blumenteppiche gibt.

„Die Schönheit liegt im Kleinen“, betonte Harscher und verwies darauf, dass die norwegische Natur filigran und sensibel sei. „Hier können Sie in zwei Tagen alle vier Jahreszeiten erleben“, erzählte Harscher und betonte: „Auf einer Hurtigruten Reise braucht es keine Animation, hier macht der liebe Gott selbst das Unterhaltungsprogramm.“

Gespickt mit humorvollen Anekdoten berichtete er über das Leben der Menschen, die die kurzen Sommer genießen, über Menschen, die in abgelegenen, kleinen Orten ihr Leben meistern, aber auch über die „Tourismus-Maschinen“ Norwegens, wie das Geiranger Fjord, mit der Ortschaft Geiranger, wo Busse auf die Massen an Touristen warten, die von den Kreuzfahrtschiffen zu Landausflügen aufbrechen. Eine wichtige Einnahmequelle für das Land.

Ein modernes Land, das dank seiner Ölquellen zu Reichtum gekommen ist, „was sich in der guten Infrastruktur zeigt“, so der Referent. Aber auch ein Land, das vom Klimawandel betroffen ist, der sich insbesondere in den Regionen des Packeises bemerkbar macht. Und in der Tierwelt. „Wobei es in Spitzbergen momentan noch mehr Eisbären gibt als Einwohner“, sagte Harscher.

„Der Klimawandel macht es schwierig, die Entwicklung der nächsten zehn bis 20 Jahre voraus zu sagen“, betonte Harscher. Er wünsche sich, dass in dem modernen Land, geprägt von magischer Mitternachtssonne und mystischen Nordlichtern, von historischen Stabkirchen und architektonisch beeindruckenden Bauten, dem Land der sagenhaften Trolle, die ursprüngliche Natur und die vielseitige Tierwelt erhalten bleibt.

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