Aus der Katharinenstraße könnte eine Allee werden

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So könnte die Katharinenstraße auf der Südseite des geplanten Drei-Kronen-Areals aussehen. Entstehen sollen dort insgesamt 60 Wo
So könnte die Katharinenstraße auf der Südseite des geplanten Drei-Kronen-Areals aussehen. Entstehen sollen dort insgesamt 60 Wohneinheiten, Büros und Gewerbeflächen. (Foto: Grafik: Kauffmann Theilig & Partner/Tuttlinger Wohnbau)

Die Katharinenstraße könnte in Zukunft zu einer vierspurigen Straße mit Baumallee ausgebaut werden. Das geplante Drei-Kronen-Quartier gegenüber dem Innovations- und Forschungszentrum soll rund fünf Meter von der jetzigen Grundstücksgrenze wegrücken und so Platz für die Straße schaffen. Diese Pläne sind am Donnerstag in der jüngsten Sitzung des Technischen Ausschusses vorgestellt worden.

Bei den vom Büro Kauffmann, Theilig und Partner vorgestellten Plänen geht es um weit mehr als nur das sogenannte Drei-Kronen-Quartier, das auf dem Union-Areal entstehen soll. Es geht auch um die Frage, wie sich die Innenstadt in Zukunft entwickeln und der Verkehr um die erweiterte Fußgängerzone herumfließen soll.

Eingangstor zur Innenstadt

Die Vision: Das Drei-Kronen-Quartier soll Eingangstor von Innenstadt und Fußgängerzone werden. Der Verkehr in Richtung Norden im Bereich Schützenstraße und Willy-Brandt-Platz soll auf lange Sicht zwar nicht komplett eingeschränkt, aber definitiv beruhigt werden. Das ist zumindest eine der Varianten, die am Donnerstag vorgestellt wurden – und bei den Stadträten weitgehend auf positive Resonanz stieß.

Sollte sich die Variante am Ende durchsetzen, würde sich die Grundfläche um 500 Quadratmeter verkleinern. „Es wird keine Wohnung schlechter und es gibt auch keine Wohnung weniger“, sagte Horst Riess, Chef der Tuttlinger Wohnbau, die das Union-Areal zum Drei-Kronen-Quartier entwickelt. „Für uns war wichtig, dass wir eine Zukunftslösung schaffen.“

Die Wohnbau hatte das 3300 Quadratmeter große Areal Ende 2017 von der Stadt Tuttlingen gekauft. Rund 60 Wohnungen sollen in der Innenstadtlage, zwischen Katharinen- und Schützenstraße, entstehen. Auch Büro- und Gewerbeflächen sind geplant.

Ein entsprechendes Verkehrskonzept, das die Vergrößerung der Katharinenstraße und die Beruhigung von Willy-Brandt-Platz und Schützenstraße vorsieht, gebe es derzeit noch nicht. „Das haben wir verschoben, weil die Diskussionen im Nirvana endeten“, sagte Oberbürgermeister Michael Beck.

Ob der Plan genau so umgesetzt wird, steht noch in den Sternen. Der Ausschuss stimmte am Donnerstag zunächst über den Aufstellungsbeschluss des Bebauungsplans ab. Den befürwortete derAusschuss bei einer Enthaltung.

Zukunft des Enslin-Hauses

Eine offene Frage ist allerdings immer noch die Zukunft des Enslin- Hauses. Das Gebäude mit Baujahr 1804 und noch deutlich älterem Kellergewölbe ist denkmalgeschützt. Ob es abgerissen werden kann oder nicht, entscheidet die untere Denkmalbehörde. In den vergangenen Wochen hat die Wohnbau ein Gutachten erstellt (wir berichteten). Dieses sei nun eingereicht worden. Mit einer Entscheidung werde in den kommenden drei bis vier Wochen gerechnet. Varianten mit und ohne das Enslin-Haus seien denkbar, hatte Hort Riess vor einigen Wochen auf Nachfrage unserer Zeitung gesagt. Im Falle, dass das Gebäude erhalten werden muss, rechnet die Tuttlinger Wohnbau mit deutlich höheren Kosten.

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