Auftakt in der Ardennen-Achterbahn

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Sebastian Sommer (links) und Christian Ladurner wollen als Team Greenlion Motorsport in Spa Francorchamps vorne mitfahren.
Sebastian Sommer (links) und Christian Ladurner wollen als Team Greenlion Motorsport in Spa Francorchamps vorne mitfahren. (Foto: Greenlion Motorsport)
Schwäbische Zeitung

Sieben Kilometer Strecke, neun Rechts- und zehn Linkskurven sowie 100 Meter Höhenunterschied: Die Rennstrecke im belgischen Spa Francorchamps gehört zu den beliebtesten Kursen bei Motorsportlern. Ab Freitag wird das Tuttlinger Team von Greenlion Motorsport zum Auftakt der Langstreckenserie NES 500 durch die Ardennen-Achterbahn heizen.

„Spa hat schon ein anderes Flair“, sagt Christian Ladurner, der im Wechsel mit Sebastian Sommer am Steuer des 350 PS-starken Seat Leon Cupra TCR sitzen wird. Die Vorfreude ist vor den ersten 500 Rennkilometern der Saison groß. Die Erwartungen aber auch. „Ich hoffe, wir sind gut vorbereitet. Es wird in Spa nicht einfach. Aber es sollte machbar sein“, meinte der Tuttlinger, der mit seinem Team bereits am Donnerstag nach Belgien gereist ist und in seiner Klasse vorne mitfahren will.

Nach einem freien Training folgt am Freitag bereits die Qualifikation. „Wir wollen einen guten Platz holen“, sagt Ladurner vor dem Rennen am Samstag, das auf vier Stunden angesetzt ist. Ab 10.30 Uhr reihen sich die Autos in der Aufstellung ein, bevor gegen 11 Uhr die Ampel auf grün geschaltet wird.

Mit der Leistung ihres giftgrünen Fahrzeugs wähnen sich die beiden Donaustädter unter den besten zehn Teams. Da wäre es gut, wenn „wir nach dem Start gleich Meter machen können“ und nicht in einem Pulk langsamerer Fahrzeuge festhängen. Schließlich sind nicht nur Greenlion Motorsport sowie die elf Konkurrenten gleichzeitig auf der Strecke. Insgesamt werden 35 Fahrzeuge auf dem Kurs fahren. Und das mit recht unterschiedlichen Geschwindigkeiten.

Schlüsselstelle Eau Rouge: „Als Fahrer siehst du gar nichts“

Aber gerade auf das Tempo kommt es in der Ardennen-Achterbahn an, meint Ladurner. Eine Schlüsselstelle sei die Eau Rouge – eine weltbekannte und legendäre Passage. „Die Kurve muss man schon richtig anfahren. Da kannst du schnell drei Sekunden verlieren oder gewinnen“, meint Ladurner. Bei der Eau Rouge rasen die Fahrer zunächst den Berg hinuter in eine Senke, es folgt ein schneller Links-Rechts-Wechsel und dann geht es wieder den Berg hinauf. Bei einer Steigung von 15 bis 18 Prozent ist die anschließende Linkskurve nicht einzusehen. „Da braucht man schon genügend Mut, um mit 200 Stundenkilometern durch den Scheitel zu fahren“, erklärt der Tuttlinger. Man könne nur instinktiv lenken und müsse voll am Gas bleiben, hatte Formel 1-Weltmeister Nico Rosberg einst gesagt. „Als Fahrer siehst du rein gar nichts - nur den Himmel“, beschrieb er bei spox.com einmal das Fahrgefühl.

Fahrer lernen die Strecken vorher auswendig

Auf ihren Instinkt können sich Sommer und Ladurner sicher verlassen. Zwar ist es schon einige Zeit her, beide Fahrer sind aber schon mehrfach in Spa Francorchamps gefahren. Zudem würden die Fahrer die Strecken ohnehin „in- und auswendig lernen.“

Weniger Klarheit haben die Tuttlinger bisher über die Leistungsfähigkeit ihres Autos, das 500 Kilometer lang konstant intensiv genutzt werden soll. „Die Beständigkeit haben wir nicht getestet. Das geht zu Lasten der Laufzeit“, meint Ladurner. Immerhin habe das Fahrzeug noch neue Bremsen bekommen. Das ist vor dem Ritt auf der Ardennen-Achterbahn nicht verkehrt. Damit der Geschwindigkeitsrausch durch 19 Kurven nicht in einem Schleudertrauma endet.

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