„Aufstehen“: Bündnis formiert sich in der Region

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Die von der Linken-Politikerin Sahra Wagenknecht initiierte Sammlungsbewegung „Aufstehen“ ist im Landkreis Tuttlingen angekommen. Am vergangenen Freitag fand im Gasthof „Rittergarten“ ein erstes Treffen der Interessierten statt. Wie die Teilnehmer in einem Pressebericht mitteilen, kamen knapp 30 „Aufgestandene“ aus einem Umkreis von rund einhundert Kilometer zu dem Treffen.

Die Breite unterschiedlicher politischer Hintergründe, Hoffnungen und Erwartungen an die neue Sammlungsbewegung sei dabei groß gewesen. Es dominierte der Altersschnitt der Babyboomer.

Musiklehrer, Flüchtlingshelfer, Bauingenieure, Betriebsräte und ein Kabarettist gaben Einblicke in ihre politischen Biografien. Bekennende Hartz-IV-Empfänger, Deutschlehrer, Führungspersönlichkeiten und Parteifunktionäre berichteten ihre Frustrationen aus der sozialdemokratischen oder grünen oder linken Realpolitik. Mitglieder diverser links-grüner Parteien oder auch nur ihre Wähler, Vereinsvorsitzende und Sozialpädagogen erklärten sich bereit für Neues.

Die Stimmung insgesamt sei politikunverdrossen, entschlossen, abrufbar gewesen, heißt es weiter. Es gebe Potenzial, bei diesem ersten Treffen blieb aber offen, über welche Themen und Aktionen sich diese Kraft entfalten soll.

Mehr als „gegen Rechts“

Neue Erkenntnisse wurden in der Diskussion erarbeitet, wie etwa die, dass die Bewegung in der Konzeption weit über das „Aufstehen gegen Rechts“ hinausgreife, auch wenn diese politische Richtung offensichtlicher Konsens war. Mehreren Mahnern und Warnern war es ein wichtiges Anliegen, die Sammlungsbewegung offenzuhalten, vor Kategorisierungen nach dem bekannten Links-Rechts-Schema zu warnen und dem Schubladendenken jeder Couleur vorzubeugen.

Verschiedene Themen und Stoßrichtungen wurden diskutiert, etwa die Finanzpolitik, friedenspolitische Aktionen und die Anti-Atomkraftbewegung. Ein anderer Sprecher verwies auf die Chancen der baden-württembergischen Kommunalwahlen 2019 für die Sammlungsbewegung.

In der politischen Situationsanalyse kamen weder die SPD noch die Linken noch die Grünen ganz zu schweigen. Im „Rittergarten“ fanden deren enttäuschte Parteigänger und/oder Wähler zusammen.

Ein nächstes Treffen soll in vier Wochen stattfinden.

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