Auch der Tuttlinger Wald schwächelt

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 Die anhaltende Trockenheit dieses Sommers wirbelt auch den geplanten Holzeinschlag des Forstreviers Tuttlingen durcheinander. E
Die anhaltende Trockenheit dieses Sommers wirbelt auch den geplanten Holzeinschlag des Forstreviers Tuttlingen durcheinander. Erst muss das Schadholz aufgearbeitet werden. (Foto: arc/Ingeborg Wagner)

Der Stadtwald Tuttlingen befindet sich in einer kritischen Phase: Das hat Forstrevierleiter Hubert Geiger am Montag im Verwaltungs- und Finanzausschuss des Gemeinderates gesagt. Dementsprechend legte er einen „relativ schlechten Waldbericht“ vor, wie er einräumte. Erwartet wird in diesem Jahr ein Defizit von rund 180 000 Euro im Forstwirtschaftsbetrieb Tuttlingen.

Wie in allen Kommunen des Landkreises Tuttlingen machte die anhaltende Trockenheit Probleme. Zusätzlich verbreitete sich der Borkenkäfer. Allein durch den Verkauf von rotfaulem Fichtenholz entstehen Mindererlöse von rund 200 000 Euro. Geplant gewesen war im Forstwirtschaftsjahr 2018 eigentlich ein Überschuss in Höhe von 50 000 Euro.

Die Stresssituation für den Wald wird auch Auswirkungen auf 2019 haben. Geplant ist ein Hiebsatz von 26 000 Festmetern und ein Überschuss von rund 20 000 Euro. Doch durch den hohen Schadholzanfall ist die Nachfrage nach frischem Fichtenstammholz momentan stark gedämpft, die Preise sind unter Druck. „Der planmäßige Holzeinschlag im städtischen Forstbetrieb wird sich daher stark an der aktuellen Holznachfrage orientieren“, sagte Geiger im Rat.

Laubbäume entblättern sich

Seit Mitte September machen sich die Schäden durch Trockenheit auch im Stadtwald Tuttlingen bemerkbar. Die Arbeiten im Tuttlingen Forstbetrieb beschränken sich seitdem fast ausschließlich mit der Aufarbeitung der absterbenden Fichten. Dabei fielen alleine rund 6000 Festmeter Fichtenschadholz an. Planmäßig eingeschlagen wurden rund 11 300 Festmeter Holz. Der Holzpreis sank gegenüber Frischholz von 95 Euro pro Festmeter auf rund 55 Euro. Die Laubbäume warfen bereits im Juli erste Blätter ab.

Die Nachfrage nach Laubholz sei nach wie vor vorhanden. Nur: „Solange immer wieder absterbende Fichten vorzufinden sind, müssen diese vorrangig aufgearbeitet werden“, erklärte Geiger. Er erwartet weitere rund 2000 Festmeter Fichtenschadholz in diesem Jahr.

Thema Klimawandel

Dieser Baumart werden im Zuge des Klimawandels keine großen Chancen eingeräumt. Deshalb geht die Entwicklung im Stadtwald Tuttlingen, der eine Größe von rund 3500 Hektar hat, weg von der Fichte als bestimmende Baumart hin zum Mischwald. Geiger: „Wir sind schon sehr gut gerüstet, um die Folgen der Klimaveränderungen abzumildern.“

Jetzt gehe es an die Qualität, denn die Übervorräte des Stadtwaldes, die in den vergangenen 20 Jahren viel Geld eingebracht hätten, seien mittlerweile abgearbeitet.

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