ASV will im Konzert der Großen mitspielen

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 Der Kubaner Yowlys Bonne Rodriguez (rot) trumpfte in seinen ersten beiden Kämpfen für den ASV Nendingen in der Deutschen Ringer
Der Kubaner Yowlys Bonne Rodriguez (rot) trumpfte in seinen ersten beiden Kämpfen für den ASV Nendingen in der Deutschen Ringerliga mit zwei Schultersiegen auf. (Foto: Archiv: hkb)
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Nach den ersten beiden Kampftagen in der Deutschen Ringerliga (DRL) steht der ASV Nendingen mit einem Sieg und einer Niederlage da. Es kristallisieren sich bereits erste Meisterschaftskandidaten heraus und auch der ASV sieht sich dabei in einer guten Position.

Die neue Saison in der Deutschen Ringerliga bringt einige Neuerungen mit sich. Neben einem neuen Team (Saitiev Eupen) und einem neuen Modus (Vorrunde in zwei Dreiergruppen) sollen dank der Einführung einer Deutschquote die Einsatzzeiten einheimischer Ringer deutlich steigen. Ausgerechnet dem ASV Nendingen, der mit Geschäftsführer Markus Scheu einen prominenten Fürsprecher der neuen Regelung in seinen Reihen hat, wurde zum Saisonstart eben jene Deutschquote zum Verhängnis. Denn kurz vor den beiden Auswärtskämpfen in Ispringen (8:13-Niederlage) und Eupen (25:12-Sieg) sagte der eigentlich eingeplante Greco-Ringer für die Gewichtsklasse bis 87 Kilogramm den Nendingern verletzungsbedingt ab.

Auf die Schnelle war jedoch kein konkurrenzfähiger Ersatz auszumachen. Daher versuchte man in Ispringen ASV-Urgestein Benjamin Raiser in der 87er-Kategorie auflaufen zu lassen. Der sonst in deutlich leichteren Gewichtsklassen auflaufende Raiser konnte jedoch nicht das erforderliche Mindestgewicht aufweisen und durfte folglich nicht antreten. 4:0-Punkte für den Gegner waren die Folge. In Eupen traf es den ASV noch schlimmer: Gegen den Liganeuling aus Belgien liefen die Nendinger mit nur einem deutschen Athleten auf und mussten folglich sechs Strafpunkte und den wegen Nicht-Antretens mit 0:4 gewerteten Kampf hinnehmen. „Wir sind durch den verletzungsbedingten Ausfall eiskalt erwischt worden und konnten nicht mehr reagieren. Ich bin mir sicher, dass wir in Zukunft mit zwei deutschen Ringern antreten werden“, kündigte ASV-Geschäftsführer Markus Scheu an.

Tatsächlich könnte den einheimischen Athleten in der Deutschen Ringerliga künftig eine Schlüsselrolle zukommen. Denn in der dritten DRL-Saison haben sich alle Teams nochmal so deutlich verstärkt, dass es bei vielen Kämpfen der internationalen Ringer ganz eng zugehen wird. Wer zwei starke Deutsche auf die Matte bringt, kann sich die entscheidenden Punkte verschaffen, die am Ende den Unterschied zwischen Sieg und Niederlage ausmachen können.

„Wir haben uns im Sommer super verstärkt, haben den Kern des letztjährigen Kaders gehalten und sind mit unserer Mannschaft bislang zufrieden. Aber auch die anderen Teams haben enorm aufgerüstet. Die Leistungsdichte und das Niveau insgesamt sind nochmal gestiegen und es wird in der Spitze ganz eng zugehen“, bestätigt Scheu.

Beim ASV ist man froh darüber, den letztjährigen Weltmeister Yowlys Bonne Rodriguez (63 kg, F) zurückgeholt zu haben. Der 35-jährige Kubaner hat die Saison nicht nur mit zwei eindrucksvollen Schultersiegen begonnen, sondern ist auch ligaweit eine Augenweide für die Fans. „Wie Bonne in Ispringen aus dem Spagat aufstehend seinen Gegner ausgekontert hat, war der absolute Wahnsinn“, schwärmt Markus Scheu von seinem Freistil-Ass. Auch mit den anderen Neuverpflichtungen ist man bislang hochzufrieden. Der ASV hat mit Weltmeister Zhan Belenyuk (87 kg, G), Vizeweltmeister Sharif Sharifov (97 kg, F) und dem dreimaligen Olympiasieger Mijain Lopez Nuñez (130 kg, G) noch einige Hochkaräter in der Hinterhand, die in den ersten beiden Kämpfen noch nicht zum Einsatz kamen.

Auch wenn die Vorrunde dazu dient, sich gegenseitig ein wenig abzutasten, steht am 19. Oktober in der Tuttlinger Mühlauhalle gegen den KSV Ispringen bereits ein „kleines Finale“ um den Gruppensieg und den damit verbundenen sicheren Einzug ins Halbfinale an. „Ispringen ist dieses Jahr sehr stark aufgestellt und hat eigentlich kaum eine Schwachstelle im Kader. Der KSV kristallisiert sich zusammen mit Weingarten ein bisschen als Titelfavorit heraus. Aber wir sollten diese Saison im Konzert der Großen mitspielen können“, kündigt Scheu selbstbewusst an.

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