ASV verliert überraschend gegen Eisleben

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 Maxim Mamulat (unten) vom ASV Nendingen verlor gegen Victor Ciobanu vom KAV Eisleben mit 2:6-Punkten. Links Mattenleiter Bali B
Maxim Mamulat (unten) vom ASV Nendingen verlor gegen Victor Ciobanu vom KAV Eisleben mit 2:6-Punkten. Links Mattenleiter Bali Barutcu. Weitere Bilder unter www.schwaebische.de. (Foto: hkb)
Manuel Schust

Der ASV Nendingen hat in der Deutschen Ringerliga gegen den KAV Eisleben einen rabenschwarzen Tag erwischt und ging vor rund 350 Zuschauern in der Tuttlinger Mühlauhalle mit 8:21 unter. Nur einen einzigen Kampf des Abends konnte der ASV für sich entscheiden und kassierte damit die erste Heimniederlage seit über einem Jahr.

Den Verantwortlichen des ASV Nendingen stand nach dem Heimkampf gegen den KAV Eisleben der Schock ins Gesicht geschrieben. ASV-Geschäftsführer Markus Scheu hatte vor dem Kampf noch gemahnt, dass die Gäste aus der Lutherstadt nicht zu unterschätzen seien. Doch dass der ASV derart unter die Räder kommen würde, hatte wohl niemand für möglich gehalten.

Dabei waren die Nendinger noch vor Beginn des ersten Kampfes mit einer 6:0-Führung in das Duell gegangen. Da der KAV Eisleben mit nur einem deutschen Ringer in die Auseinandersetzung ging, mussten die Gäste mit einem Sechs-Punkte-Rückstand in die Partie gehen. Doch nach nur zwei Kämpfen übernahm Eisleben bereits die Führung. Zuerst musste Valentin Lupu (60 kg, G) eine deutliche Niederlage hinnehmen. Murad Bazarov, Junioren-Weltmeister von 2012, besiegte den heimischen Ringer erwartbar deutlich durch technische Überlegenheit. Überraschend klar fiel die Niederlage des ASV im anschließenden Schwergewichtskampf aus. Georgi Sakandelidze (130 kg, F) blieb völlig chancenlos in seinem Kampf gegen Eislebens jüngste Nachverpflichtung Zelimkhan Khizriev und musste eine verdiente Punktniederlage hinnehmen.

Wer darauf hoffte, dass Yowlys Bonne Rodriguez (63 kg, F) für eine Wende sorgen könnte, sollte sich getäuscht sehen. In einem unterhaltsamen Kampf, bei dem das Publikum lautstark die Athleten bejubelte, behielt der Japaner Rei Higuchi die Oberhand. Der U23-Weltmeister und Olympiazweite sicherte sich einen Punktsieg über Bonne, der damit bereits die zweite Niederlage in Folge einstecken musste. Auch Oleksandr Shyshman (97 kg, G) konnte seinem russischen Kontrahenten Nikita Melinkov wenig entgegensetzen und verlor nach Punkten 0:5. Durch die knappe, strittige Niederlage Maxim Mamulats (67 kg, G) gegen Victor Ciobanu ging der ASV mit einem 6:13-Rückstand in die Pause.

Im zweiten Durchgang keimte nochmal Hoffnung auf. ASV-Siegringer Yabrail Hasanov holte durch einen 2:0-Punktsieg über den Weißrussen Ali Shabanau die ersten Punkte auf der Matte für Nendingen. Doch nachdem sich Semyon Radulov (72 kg, F) in seinem Kampf verletzt hatte und dadurch nicht mehr konkurrenzfähig war, musste der ASV drei wertvolle Punkte abgeben. Im deutschen Duell unterlag Waldemar Kurle (87 kg, G) bei seinem Heimdebüt Karan Mosebach, wodurch bereits zwei Kämpfe vor Ende der Sieg Eislebens feststand. Durch knappe Niederlagen von Daniel Cataraga (77 kg, G) und Gadzhimurad Omarov (77 kg, F) fiel das Endergebnis dann noch deutlicher aus.

Statt den Rückstand auf die beiden Meisterschaftsfavoriten Weingarten und Ispringen verkürzen zu können, muss der ASV nun den Blick nach hinten richten. Denn spätestens mit dem deutlichen Sieg in Nendingen hat Eisleben die vermeintliche Außenseiterrolle abgestreift und befindet sich auf Augenhöhe mit den Topteams. Da der KSV Ispringen dem Tabellenersten Germania Weingarten die erste Saisonniederlage zugefügt hat (17:12), bleibt es spannend in der DRL-Hauptrunde.

Die Kämpfe im Einzelnen: Nendingen zuerst genannt: 60 kg G: Valentin Lupu – Murad Bazarov 0:4 (TU 0:17). - 130 kg F: Georgi Sakandelidze – Zelimkhan Khizriev 0:3 (PN 1:13). - 63 kg F: Yowlys Bonne Rodriguez – Rei Higuchi 0:2 (PN 7:11). - 97 kg G: Oleksandr Shyshman – Nikita Melinkov 0:2 (PN 0:5). - 67 kg G: Maxim Mamulat – Victor Ciobanu 0:2 (PN 2:6). - 87 kg F: Yabrail Hassanov – Ali Shabanau 2:0 (PS 3:0). - 72 kg F: Semyon Radulov – Gitinomagomed Gadhziev 0:3 (PN 0:13). - 87 kg G: Wladimir Kurle – Karan Mosebach 0:3 (PN 0:8). - 77 kg G: Daniel Cataraga – Hasan Alyiev 0:1 (PN 2:4). - 77 kg F: Gadzhimurad Omarov – Murad Kuramagomedov 0:1 (PN 1:3).

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