ASV startet in dritte DRL-Saison

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 Das Bild zeigt den ukrainischen Weltmeister Zhan Belenyuk im Nendinger Trikot (schwarz-gelb) gegen den Georgier Roberti Koblias
Das Bild zeigt den ukrainischen Weltmeister Zhan Belenyuk im Nendinger Trikot (schwarz-gelb) gegen den Georgier Roberti Kobliasvili (blau) vom KSV Ispringen. Zum Start der DRL-Saison muss der ASV gegenden KSV antreten – mit dabei auch Belenyuk im Nendinger Dress. (Foto: Archiv/hkb)
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Am Donnerstag beginnt für den ASV Nendingen die neue Saison in der Deutschen Ringerliga (DRL) mit einem Auswärtskampf beim KSV Ispringen. Während der ASV für seinen neuen Kader mehrere Weltklasse-Ringer verpflichtete, sieht sich die um ein Team erweiterte Liga trotz Rechtssicherheit mit weiteren Sperrandrohungen seitens des Weltverbands konfrontiert.

Eigentlich sollte ASV- und DRL-Geschäftsführer Markus Scheu voller Vorfreude auf die neue Saison in der DRL blicken. Doch es steckt ein turbulenter Sommer hinter den Verantwortlichen. Nach dem Rückzieher des KSV Schriesheim gelang es zwar mit Saitiev Eupen kurzfristig ein neues, in Ostbelgien beheimatetes Team in die Liga aufzunehmen. Vorerst kämpft der Neuling jedoch nur einen Teil der Hauptrunde mit.

Andere Interessenten konnte die Liga vor ihrem dritten Jahr auch deshalb nicht gewinnen, weil nach wie vor seitens des Weltverbands UWW und des DRB Druck auf die Athleten ausgeübt wird, auf eine Teilnahme in der DRL zu verzichten.

In den juristischen Auseinandersetzungen zwischen den Verbänden und der von den Vereinen gegründeten DRL gaben bislang alle Gerichte der „wilden Liga“ recht. Doch zum Saisonauftakt zwischen Weingarten und Schifferstadt (15:11) verschickte der Weltverband erneut ein Drohschreiben, von dem sich Schifferstadts Richard Ligeti dermaßen einschüchtern ließ, dass er seine Teilnahme absagte. Der Kampf wurde mit 4:0-Punkten Weingarten zugesprochen – und entschied den Ausgang der Partie. „Das ist ganz klar ein Fall für unsere Anwälte. Wir haben juristisch die Möglichkeit, dagegen vorzugehen und nun ein Ordnungsgeld in Höhe von bis zu 250 000 Euro einzufordern“, erklärt Scheu.

Viel lieber spricht der Nendinger Geschäftsführer über die sportliche Entwicklung seines Teams. Denn der ASV geht mit dem wohl stärksten Kader seiner Vereinsgeschichte in die neue Saison. Mit dem Ukrainer Zhan Belenyuk (GR, 87 kg) kehrt ein Weltmeister und aktueller Europameister zurück nach Nendingen. Auch aus der Freistilstaffel bringen die Aserbaidschaner Yabrail Hasanov (F, 87 kg) und der neu verpflichtete Sharif Sharifov (F, 97 kg) zwei WM-Silbermedaillen mit nach Nendingen. Durch ihre fünften Plätze bei der WM dürfen sich Zurabi Iakobishvili (F, 72 kg) und Lenur Temirov (G, 60 kg) Hoffnungen auf eine Olympiateilnahme machen. Mit dem dreifachen Olympiasieger und fünffachen Weltmeister Mijaín López Núñez kann der ASV seinen Fans in der Rückrunde den wohl besten Schwergewichtsringer der Welt präsentieren.

Von einer Favoritenstellung des ASV will Markus Scheu nichts wissen: „Die Qualität der Liga ist einfach nochmal gestiegen“, berichtet Scheu. „Alle Mannschaften haben sich deutlich verstärkt, und man muss abwarten, wie auch hochdekorierte Medaillengewinner in der DRL zurechtkommen.“ Tatsächlich sind auch beim ersten Nendinger Gegner, dem KSV Ispringen, viele hochkarätige Ringer am Start. Mit dem Georgier Nugsari Tsurtsumia (G, 60 kg) steht in Reihen des Deutschen Meisters von 2018 ein aktueller Weltmeister. Arsen Harutyunyan (F, 63 kg) ist amtierender Europameister in seiner Gewichtsklasse. Die Neuzugänge Balint Korpasi (G, 77 kg) und Aik Mnatsakanian (G, 77 kg) haben jüngst WM-Bronze errungen.

Bei so vielen engen Begegnungen könnten ausgerechnet die bislang selten eingesetzten deutschen Ringer über Sieg oder Niederlage mit entscheiden. Seit dieser Saison müssen alle Teams in zwei festgelegten Kategorien mit Deutschen auflaufen. Dennoch trat Germania Weingarten zum Saisonauftakt mit nur einem einheimischen Athleten an – und startete gemäß Reglement mit 0:6 Punkten. Da die Namen der deutschen Ringer im Vorfeld nicht veröffentlicht wurden, darf man gespannt sein, wen die DRL-Mannschaften auf die Matte bringen werden.

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