ASV-Geschäftsführer Scheu: „Es ist so ziemlich alles schiefgegangen“

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Manuel Schust

Ausgerechnet im ersten Halbfinalkampf um die DRL-Meisterschaft haben die Ringer des ASV Nendingen ihre höchste Saisonniederlage einstecken müssen. Bei dem 5:21-Debakel in Schifferstadt rächt sich die schwache Leistungsfähigkeit des Vorrundenkaders und lässt die erhoffte Finalteilnahme in schier ungreifbare Ferne rücken.

Auch einen Tag nach der deutlichen Niederlage im ersten Halbfinalkampf merkt man ASV-Geschäftsführer Markus Scheu die Enttäuschung deutlich an. Dass der ASV zum Halbfinalauftakt in Schifferstadt die Außenseiterrolle einnehmen würde und man eine wahrscheinliche Niederlage möglichst gering ausfallen lassen müsste, hatte Scheu bereits im Vorfeld prognostiziert. Dass am Ende des Kampftags aber ein fast uneinholbarer16-Punkte-Rückstand stehen würde, hätte beim ASV kaum jemand erwartet. „Es ist an dem Abend sicher so ziemlich alles schiefgegangen. Aber auch im besten Fall hätten wir mit unserem Vorrundenkader keine wirkliche Chance in Schifferstadt gehabt“, bilanziert Scheu ernüchtert.

Dabei spielt der Geschäftsführer auf die starke Leistungsdiskrepanz zwischen Vor- und Rückrundenkader an, die dem ASV im Halbfinale zum Verhängnis geworden ist. Der ganze Verlauf der Saison kann aus Nendinger Sicht klar in zwei Teile aufgespalten werden: Rechnet man den nur durch die staubedingte Verspätung des KAV Eisleben mit 40:0 gewerteten Auftaktsieg aus der Bilanz heraus, wird deutlich, dass die Nendinger diese Saison die schwächste Vorrundenmannschaft in der DRL gestellt haben. In der Rückrundentabelle hingegen belegt der ASV mit einer 3:1-Siegbilanz den ersten Platz. Da die erste Halbfinalbegegnung in den Gewichtsklassen ausgerungen wurde, die in der Vorrunde besetzt werden mussten, rächte sich für den ASV trotz Aufwärtstrend die schlechte erste Saisonhälfte.

Die Schwächen im ASV-Kader wurden am offenkundigsten in den ersten fünf Kämpfen des Abends in Schifferstadt. ASV-Trainer Ghenadie Tulbea (60 kg, F) und Aleksey Masyk (63 kg, G) mussten technisch unterlegen klare 0:4-Niederlagen hinnehmen und auch Nicolai Ceban (97 kg, F), Mykola Kuchmii (130 kg, G) und Valyiev Zelimkhan (67 kg, F) konnten gegen starke Gegner keine nennenswerten Aktionen zeigen.

Doch auch nach dem 13:0-Halbzeitstand hatte Markus Scheu die Hoffnung noch nicht aufgegeben: „Mit sieben oder acht Punkten Rückstand im Endergebnis hätten wir noch eine reelle Chance darauf gehabt, im Rückkampf den Rückstand aufzuholen. Wir hatten natürlich gehofft, in der zweiten Halbzeit durch Belenyuk, Hasanov, Cataraga und Murtazin Boden gutzumachen.“

Nachdem Belenyuk (87 kg, G) durch seinen Sieg die ersten Nendinger Punkte sichern konnte, sorgte die Niederlage von Denis Murtazin (72 kg, G) dann für die endgültige Entscheidung. Vor wenigen Wochen hatte der Russe seinen Gegner Artur Politaev noch bei einem Turnier zweimal klar besiegen können und wollte daher wohl besonders tatkräftig loslegen. Völlig übermotiviert ging er seinem Gegner jedoch schnell in die Falle und wurde nach gerade mal 72 Sekunden geschultert. Die anschließende erste Saisonniederlage von U23-Weltmeister Daniel Cataraga (77 kg, G) fiel angesichts des hoffnungslosen Rückstands gar nicht mehr sonderlich ins Gewicht.

Beim ASV kann die Devise nun nur noch lauten, sich bei dem sportlich fast schon bedeutungslosen zweiten Halbfinalkampf am Samstag, 12. Januar, in der Tuttlinger Mühlauhalle (19.30 Uhr) mit einem Sieg von den Fans zu verabschieden.

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