Die Konjunktur in der Region trübt sich ein.
Die Konjunktur in der Region trübt sich ein. (Foto: Felix Kästle)
Schwäbische Zeitung

Der Arbeitsmarkt in der Region Schwarzwald-Baar-Heuberg hat im Dezember einen leichten Anstieg der Arbeitslosigkeit verzeichnet. Die Entwicklung der vergangenen Monate setzte sich fort: 2615 Männer und Frauen meldeten sich erstmals oder erneut arbeitslos, davon 1250 unmittelbar aus vorheriger Erwerbstätigkeit.

Gleichzeitig gelang es aber auch fast 2200 Menschen, die Arbeitslosigkeit zu beenden. 680 Männer und Frauen durch Aufnahme einer Beschäftigung. 470 begannen eine Ausbildung, Qualifizierung oder Trainingsmaßnahme. Der Bestand an Arbeitslosen stieg gegenüber dem Vormonat um 420 auf 8300 Personen. Im Vergleich zum Dezember 2018 mit 6630 Arbeitslosen bedeutet dies einen Anstieg um 1670 Arbeitslose (25,2 Prozent). Der Agenturbezirk Rottweil-Villingen-Schwenningen liegt aber mit einer Arbeitslosenquote von nunmehr 2,9 Prozent (Vorjahr: 2,4 Prozent) weiterhin unter dem Landesschnitt von 3,2 Prozent, heißt es in einer Pressemitteilung der Agentur.

„Der Anstieg der Arbeitslosigkeit gegenüber dem Vormonat November 2019 ist, abweichend von den Vorjahren, wo eher witterungs- und saisonbedingte Zunahmen beobachtet wurden, auch auf eine konjunkturelle Eintrübung zurückzuführen“, sagt Sylvia Scholz, Vorsitzende der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Rottweil -Villingen-Schwenningen im aktuellen Arbeitsmarktbericht. „Es wurden deutlich mehr Erwerbstätige als vor einem Jahr arbeitslos. Gleichzeitig fanden weniger Arbeitslose in den bisherigen Wachstums- und Leitbranchen Automotive, Maschinenbau und verarbeitendes Gewerbe eine neue Beschäftigung. Während in diesen Branchen die Zahl der gemeldeten Stellen rückläufig ist, besteht gleichzeitig der Fachkräftemangel in den Dienstleistungsbereichen, wie etwa dem Handwerk unverändert fort.“

In der Arbeitslosenversicherung war der Anstieg der Arbeitslosigkeit im Vorjahresvergleich deutlich ausgeprägter. Viele Arbeitsverträge im vorherrschenden verarbeitenden Gewerbe endeten. 4870 Arbeitslose waren hier im Dezember registriert, 325 mehr als im November und sogar fast 1.500 oder 44,4 Prozent mehr als vor einem Jahr.

3430 Arbeitslose wurden im Dezember 2019 in der Grundsicherung von den Jobcentern betreut, 95 mehr als im November und 175 mehr als im Dezember des Vorjahrs.

Im Landkreis Tuttlingen wurden im Dezember 2435 Arbeitslose gezählt, 150 mehr als im Vormonat. Die Arbeitslosenquote nahm dort gegenüber November um zwei Zehntel auf 3,0 Prozent zu. Im Kreis Rottweil stieg die Zahl der Arbeitslosen um 75 auf 1940. Dadurch nahm die Quote um ein Zehntel auf jetzt 2,4 Prozent zu. Im Schwarzwald-Baar-Kreis gab es mit plus 190 auf 3925 ebenfalls eine Zunahme bei den Arbeitslosen. Die Quote stieg hier um zwei Zehntel auf 3,3 Prozent.

Im Dezember meldeten Betriebe und Verwaltungen aus der Region Schwarzwald-Baar-Heuberg dem Arbeitgeber-Service noch einmal 1140 Stellenangebote zur Besetzung, 210 weniger als im Vormonat. Der Stellenbestand sank gegenüber dem Vorjahresmonat um 1650 auf 4950.

Die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten bleibt in der Region mit nahezu 215 255 Männer und Frauen nahezu gleich.

Im Kreis Tuttlingen stieg sie gegenüber dem Vorjahresquartal um 1065 oder 1,6 Prozent auf knapp 67 710.

Meist gelesen in der Umgebung

Ihr Kommentar wird nach einer kurzen Prüfung durch unsere Redaktion veröffentlicht.
Kommentare werden geladen

Mehr Themen