Angebote für seelisch Behinderte bündeln

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 Die Zahl seelisch Erkrankter nimmt zu.
Die Zahl seelisch Erkrankter nimmt zu. (Foto: Patrick Pleul)

Von den rund 800 Menschen mit Behinderung, die im Landkreis Tuttlingen leben und Eingliederungshilfe beziehen, sind rund 250 seelisch behindert. Laut des Sozialdezernenten des Kreises Tuttlingen, Bernd Mager, haben sich die Hilfen für diesen Personenkreis in den vergangenen Jahren entscheidend verbessert. Nun will das Landratsamt alle Angebote und möglichen Ansprechpartner zusammenfassen und in einem Flyer sowie online veröffentlichen.

Das Herzstück im Kreis stelle der Psychosoziale Förderkreis dar, sagte der Sozialdezernent, zudem hätten sich viele weitere Angebote entwickelt. Zuletzt das Betreute Wohnen Plus der Liebenau in Tuttlingen.

„Dass die Zahlen der Erkrankten ständig nach oben gehen, macht uns Sorgen“, sagte Kreisrat Bernhard Schnee (CDU) im Ausschuss für Soziales und Gesundheit des Kreistags, der am Mittwoch tagte. Dort stand der Bericht über Strukturen für psychisch Erkrankte und seelisch behinderte Menschen zur Debatte. Hans-Martin Schwarz (OGL) erkundigte sich, warum der Kreis bei allen Parametern in Baden-Württemberg ganz unten stehe: Sowohl bei der Zahl der Leistungsempfänger wie bei den Menschen mit psychischer Erkrankung im ambulant betreuten Wohnen. Bernd Mager sah eine mögliche Erklärung darin, dass es im Kreis ein sehr niederschwelliges Angebot gebe, das vieles auffange. Mager: „Daher brauchen wir nicht viel an stationärer Unterbringung.“ Auch bei der schulischen Inklusion, so der Landrat, gebe es Landkreise, in denen das Thema deutlich mehr gespielt werde. Bär führte das darauf zurück, dass die Förderschulen im Kreis, wie die Albert-Schweitzer-Schule in Tuttlingen, eine hohe Akzeptanz bei den Eltern hätten.

Auch das Thema Wartezeiten für Menschen mit psychischer Beeinträchtigung wurde angesprochen. Das sei ein Problem, sagte Kreisrat Hermann Polzer (OGL): In Spaichingen höre ein Psychiater auf, die Menschen müssten Fahrzeiten nach Singen oder Donaueschingen auf sich nehmen. Wolfgang Schoch (CDU) der Außenstellenleiter des Weißen Rings ist, wies darauf hin, dass Traumatologen gebraucht würden, so seine Erfahrung aus der Arbeit mit Menschen, die zu Opfern geworden sind.

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