An Gymnasien und Realschulen wird es eng

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Schwäbische Zeitung

Wie groß sind die Realschul-Klassen in meiner Stadt? Wieviele Grundschüler gehen durchschnittlich in eine Klasse? Zum Schulstart hat Schwäbische.de die aktuellen Klassengrößen ausgewertet.

  • Grundschulen:  Landesweit gilt an den rund 2400 Grundschulen eine Obergrenze von 28 Schülern je Klasse. Im kommenden Schuljahr kann dieser auf 30 erhöht werden. Gibt es in einem Jahrgang mehr Schüler, muss eine neue Klasse gebildet werden. Im Durchschnitt besuchen 19,4 Kinder eine Grundschulklasse. In den Städten und Gemeinden zwischen Bodensee und Ostalb sowie Schwarzwald und Allgäu liegt die Zahl der Schüler je Grundschulklasse in vielen Fällen unter dem Landesschnitt. Tendenziell ist die Situation in den ländlichen Gebieten entspannter als in unmittelbarer Umgebung zu größeren Städten. So liegt die Kreisstadt Aalen mit 19.01 Schülern je Grundschulklasse zwar unter dem Landesschnitt, das unmittelbar benachbarte Essingen schneidet mit 22.3 Schülern dagegen deutlich überdurchschnittlich ab. Ein ähnliches Bild ergibt sich rund um Tuttlingen . Dort liegt die durchschnittliche Zahl der Grundschüler mit 21.23 zwar schon deutlich über dem Landesschnitt, in den angrenzenden Gemeinden Mühlheim an der Donau (23.8) und Seitingen-Oberflacht (23.5) liegen die Schülerzahlen aber noch höher.
  • Werkreal-/Hauptschulen: Eine Obergrenze von 30 Schülern je Klasse gilt an den landesweit rund 800 öffentlichen und privaten Werkreal- und Hauptschulen. Im kommenden Schuljahr kann dieser auf 32 erhöht werden. Dennoch liegt der Landesschnitt mit 19.2 Schülern je Klasse leicht unter den Zahlen für die Grundschulen. Doch warum ist das so? Ein Blick auf die Übergangszahlen von Grundschulen zu weiterführenden Schulen zeigt: Realschulen und Gymnasien werden deutlich stärker nachgefragt76 Prozent der Grundschüler wechselten zum Schuljahr 2016/17 auf eine der beiden Schularten, nur fünf Prozent entschieden sich für Werkrealschulen.Besonders viele Haupt- und Werkrealschüler je Klasse gibt es in der Region in den Gemeinden Kirchberg an der Iller (28.0), Schemmerhofen (26.0) und Tettnang (25.33). In den Kreisstädten der Region teilen sich zwar deutlich weniger Schüler eine Klasse. Nur in Friedrichshafen aber liegt die durchschnittliche Schülerzahl mit 19.1 knappt unter dem Landesdurchschnitt.
  • Realschulen: Ein Drittel der Grundschüler wechselt nach der vierten Klasse auf eine Realschule. Das macht sich in den Klassen bemerkbar: landesweit liegt die durchschnittliche Klassengröße bei 24.8 Schülern an den rund 430 Einrichtungen. Auch hier gilt ein Klassenteiler von 30 Schülern bzw. 32 im neuen Schuljahr. Bei den Kreisstädten zwischen Alb und Bodensee liegen Aalen (22.33) und Friedrichshafen (23.53) unter dem Landesdurchschnitt. Die größten Realschulklassen finden sich in Ulm (26.15), Biberach (26.05) und Tuttlingen (25.23). Ravensburg liegt mit 24.88 Realschülern je Klasse knapp über dem Landesschnitt. Großer Andrang herrscht auch in Überlingen (27.63), Wangen (27.29), Salem (27.17) und Laichingen (27.32).
  • Gymnasien: An den etwa 380 öffentlichen Gymnasien im Land werden durchschnittlich 25.51 Schüler unterrichtet. Die Klassengröße liegt damit nochmals höher als an den Realschulen, obwohl auch hier ein Klassenteiler von 30 Schülern (32 Schülern) gilt. Anders als bei Realschulen verteilen sich  Gymnasiasten gleichmäßiger auf die einzelnen Städte und Gemeinden. Von den Kreisstädten in der Region liegen Tuttlingen (26.31), Aalen (25.93) und Ulm (25.68) über dem Landesdurchschnitt. Weniger Schüler je Klasse gibt es dagegen in Friedrichshafen (24.76), Biberach (24.25) und Ravensburg (23.24). Besonders viele Schüler je Klasse gibt es unter anderem in Meßkirch (26.83), Überlingen (26.73) und Bad Waldsee (26.53).
  • Gemeinschaftsschulen: Die erst zum Schuljahr 2012/2013 eingeführte Schulform wird aktuell mit rund 13 Prozent der Grundschüler, die dorthin wechseln, nicht allzu stark nachgefragt. Das macht sich auch bei den Klassengrößen bemerkbar, ebenso wie der vorgeschriebene Klassenteiler von 28 Schülern (30 Schülern) je Klasse. Der Landesschnitt liegt bei 21.2. Die Kreisstädte der Region liegen meist darunter. So zählt Aalen 16 Schüler je Klasse, Ravensburg 19.52, Biberach 20.11 und Ulm 20.13. Überdurchschnittlich viele Schüler gibt es dagegen in Tuttlingen (21.5) und Friedrichshafen (22.15). Darüber hinaus wird es in Schelklingen (25.0), Fridingen (25.67) und Ehingen (26.0) eng.
  • Private Schulen: An den knapp 300 privaten Schulen in Baden-Württemberg liegt die durchschnittliche Klassengröße unter denen ihrer öffentlichen Gegenstücke. Ausnahme: Grundschulen. In öffentlichen Einrichtungen kommen im Schnitt 19.4 Schüler auf eine Klasse, bei Privatschulen sind es 20.0. In den Kreisstädten der Region ergibt sich jedoch ein anderes Bild. Vor allem Grund-, Werkreal- und Realschulen haben in den Kreisstädten Friedrichshafen, Biberach und Ravensburg meist deutlich mehr Schüler pro Klasse als im Landesschnitt.  
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