Alle wollen die Jahresausstellung sehen

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Galerieleiterin Anna-Maria Ehrmann-Schindlbeck (rechts) führte am Freitagabend in die Jahresausstellung der Galerie der Stadt T
Galerieleiterin Anna-Maria Ehrmann-Schindlbeck (rechts) führte am Freitagabend in die Jahresausstellung der Galerie der Stadt T (Foto: Siegrid Bruch)
Schwäbische Zeitung
Siegrid Bruch

Sie ist alljährlich ein Höhepunkt im kulturellen Leben: die Jahresausstellung der Galerie der Stadt Tuttlingen in der Vorweihnachtszeit. Das zeigte sich vor allem am großen Ansturm von Besuchern bei der Eröffnung am Freitagabend. Die Jahresausstellung mit neueren Arbeiten von Künstlern aus der Region bietet eine abwechslungsreiche Schau, die den Besuchern einen repräsentativen Einblick in das reiche und vielfältige Kunstschaffen in der Region bietet.

In dieser besonderen Ausstellung werde die Vielfalt künstlerischer Arbeiten in der Region abgebildet, betonte auch Oberbürgermeister Michael Beck in der Begrüßung der zahlreichen Gäste. Die Jurymitglieder mit ihrer Vorsitzenden Anna-Maria Ehrmann-Schindlbeck hätten die Werke mit viel Fingerspitzengefühl ausgewählt.

Kunterbunte Symphonie

Die Ausstellung biete einen kunterbunte und vielstimmige Symphonie, die mit vertrauten Motiven sowie mit Improvisationen und mit völlig neuen Stimmen aufwarte, erklärte Galerieleiterin Anna-Maria Ehrmann-Schindlbeck. Der Betrachter könne die unverwechselbaren Handschriften vertrauter Künstlerpersönlichkeiten erkennen. Auch bekannte Künstler der Region hätten wieder mitgemacht und mit ihren Werken Maßstäbe gesetzt, die der Orientierung dienten. Sie bildeten gewissermaßen das Rückgrat und die Leitlinie für die in jährlichen Etappen fortgesetzte Schau. Der Dank der Galerieleiterin galt den Neulingen für ihren Mut und ihre Risikobereitschaft, dabei zu sein.

In der regen Beteiligung vieler in unterschiedlicher Art und Weise schöpferisch Tätigen komme die Lebendigkeit der hiesigen Kunstszene wirkungsvoll zum Ausdruck, so Ehrmann-Schindlbeck. Der Kunstkreis und das Publikum der Galerie sorgten für „anspornende Resonanz“. Wie weit der durch Kunst ausgelöste Diskurs weite Kreise in verschiedensten gesellschaftlichen Gruppierungen ziehen könne, habe in diesem Jahr die Ausstellung von Nathalia Edenmont gezeigt. Die Kunst habe es möglich gemacht, dass Ansichten von moralisch richtig oder falsch öffentlich – und friedvoll – diskutiert werden konnten.

„Schätze der Region“

Die Jahresausstellung stehe sinnbildlich für die Region, die hier lebenden Menschen und deren Vorstellungswelt. Sie sei Teil eines Gesamtprogramms. „Es ist sehr wichtig, dass wir einmal im Jahr den künstlerischen Horizont auf unseren eigenen Umkreis einschränken und überrascht sind, was es hier für Schätze gibt“, so die Galerieleiterin. Neun Ausstellungen im Jahr böten ein abwechslungsreiches Programm, das es mit manch einer Metropole aufnehmen könne. Und mit dem Skulpturenprojekt Donaugalerie 2014 habe man der großen Öffentlichkeit die Begegnung mit originalen Kunstwerken ermöglicht, eine Mischung aus internationalen und regionalen Künstlern habe eine hohe Aufmerksamkeit bewirkt.

Zur Beteiligung an der Jahresausstellung waren alle Künstler in Tuttlingen und der Region sowie die Mitglieder im Kunstkreis eingeladen. Jeder Teilnehmer konnte bis zu drei eigene Arbeiten –nicht älter als zwei Jahre – zur Bewerbung einreichen. Zugelassen waren alle grafischen, malerischen, plastischen Techniken, außerdem Fotografie, Objektkunst sowie kleinere Installationen und neue Medien.

Jury-Mitglieder sind: Dr. Stefan Borchardt, Stefan Simon, Sabine Krusche, Thomas Finkbeiner, Hellmut Dinkelaker, Dr. Ulrike Martin, Martin Heinz und Renate Gökelmann. Die Vernissage wurde musikalisch einfühlsam umrahmt vom Klinghoff-Duo aus Trossingen.

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