Aktion erfordert viel organisatorische Arbeit

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 Zum 40. Mal klingeln sie wieder an der Haustür: die Durchhauser Sternsinger. Das Foto entstand im vergangenen Jahr.
Zum 40. Mal klingeln sie wieder an der Haustür: die Durchhauser Sternsinger. Das Foto entstand im vergangenen Jahr. (Foto: Andrea Utz)
Andrea Utz

Buntes Treiben im Durchhauser Pfarrhaus: Gesang, Weihrauch und bunte Kostüme beherrschten das Bild. 20 Personen tummelten sich im Pfarrsaal, um sich für das Sternsingen bereit zu machen. Schon lange vorher war Marina Feger im Einsatz, um Termine, die Ausstattung der Sternsinger und vieles mehr zu organisieren, sodass dieser Nachmittag der Vorbereitung reibungslos ablaufen konnte. Die Aktion läuft dieses Jahr zum 40. Mal.

Marina Feger ist selbst „ein alter Hase“ bei den Sternsingern: Sie ist seit 2003, dem Jahr ihrer Erstkommunion, als Sternsingerin dabei und hat vor Jahren die Verantwortung von Maria Sasse übernommen. Unterstützt wird sie schon rund zehn Jahre von Lisa Wintermantel. Bettina Schrenk kümmert sich seit 2018 um die Kostüme.

Ein eingespieltes Team sind die drei, als sie die Mädchen und Jungen zur Aktion begrüßen und die Abläufe besprechen. Beim ersten Treffen wurden die vier Gruppen eingeteilt. Heute werden die Texte und Lieder geübt und die Anprobe steht an. Farbenfroh sind die vielen Gewänder, die auf ihren Einsatz warten. Sie werden im Pfarrhaus gelagert. Bis alle Kinder eingekleidet sind, verstreichen locker knapp zwei Stunden. „Zieh das wieder aus, das ist zu lang, dann trittst du noch auf den Saum,“ rät Lisa Wintermantel, „probier´ doch mal dieses Untergewand“. Währenddessen steckt Bettina Schrenk die Ärmel einer Robe ab, „da muss ich noch die Ärmel etwas kürzen“. Bei Jonas Baier ist das Unterkleid zu kurz, „da müssen wir noch ein anderes suchen“ – und schon dreht sich Marina Feger um und nimmt mit geübtem Griff ein anderes der vielen bunten Gewänder aus dem Fundus.

Timo Baier, acht Jahre, ist das zweite Mal dabei. „Ich freue mich sehr, dass ich dieses Jahr wieder mit meinem Bruder gemeinsam mitlaufen kann.“ Die Schwestern Sophia und Anna Walter sind bereits geübte Sternsinger. „Mir gefällt am besten, dass wir Geld für arme Kinder sammeln,“ erzählt Anna Walter. Sophia Walter ergänzt: „Viele Leute freuen sich richtig über unseren Besuch. An unserem Segenszeichen an der Haustür kann man das ganze Jahr sehen, dass wir das Haus besucht haben.“

„Unsere Vorbereitungen sind immer sehr aufwändig,“ berichtet Marina Feger. „Es fängt schon Wochen vorher mit der Bestellung der Unterlagen an, dann werden die Kinder eingeladen, und dann geht es erst richtig los. Gleichzeitig mit der Anprobe wird der Gottesdienst mit den Sternsingern vorbereitet. Dieses Jahr haben wir die Kronen unserer Könige mit Reflektorbändern zusätzlich verziert. Dies dient der Sicherheit, damit man unsere Sternsinger auf ihrem Weg durchs Dorf besser sehen kann. Zum Abschluss gibt es ein gemeinsames Essen, dieses will auch organisiert sein, und am Ende wird alles wieder gewaschen und verpackt fürs nächste Jahr. Kurze Rede, langer Sinn: Die Vorbereitung ist sehr intensiv, es gibt viel zu organisieren und an vieles muss gedacht werden, aber es macht, und das ist besonders wichtig, viel Spaß.“

Die „Heiligen“ auf Zeit sind nun ausgestattet und es kann losgehen. In Durchhausen werden alle Häuser von den Sternsingern besucht, und wer möchte, bekommt den Segen „Christus segne dieses Haus – Christus mansionem benedictat“ – und dies heuer zum 40. Mal. 1981 besuchten die Sternsinger erstmals auf Betreiben von Pfarrer Anton Bernhard die Durchhauser Familien, und seither hat sich diese Aktion etabliert und ist nicht mehr wegzudenken. Teilweise werden die Sternsinger auch hereingebeten und in einigen Häusern auch bewirtet. Daran kann man sehen, dass die Dorfbewohner sich auf den „hohen Besuch“ freuen.

Die vier Sternsinger-Gruppen sind unterwegs am Samstag, 4. Januar, und am Sonntag, 5. Januar. Die diesjährige Aktion „Dreikönigssingen“ steht unter dem Motto „Segen bringen, Segen sein. Frieden im Libanon und weltweit“. Jede Gruppe hat einen Ausweis, der sie zum Sammeln berechtigt. „Wir laden alle Interessierten zum Vorabendgottesdienst mit den Sternsingern am Samstag, 4. Januar, um 18.30 Uhr in unsere Kirche ein,“ sagt Marina Feger.

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