3:6-Sieg: Trossingen behebt Ladehemmung

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 Beim Stand von 1:0 strebte der VfL Mühlheim mit Schwung nach dem 2:0. Doch das wollte nicht fallen. Andreas Leibinger (am Ball)
Beim Stand von 1:0 strebte der VfL Mühlheim mit Schwung nach dem 2:0. Doch das wollte nicht fallen. Andreas Leibinger (am Ball) sowie die agilen Maximilian Bell und Max Drössel verpassten im ersten Durchgang aber gute Möglichkeiten. Das sollte sich rächen. Die Partie ging noch 1:2 zu Gunsten der Gäste aus Gärtringen aus. (Foto: David Zapp)
Wilfried Waibel und Rouven Spindler und Reiner Neff

Beim zehnten Spieltag in der Fußball-Landesliga 3 haben sich die Spieler des VfL Mühlheims die Haare raufen dürfen. Nach starkem Auftritt ging die Partie gegen den FC Gärtringen noch 1:2 verloren. Bei der SpVgg Trossingen hingegen platzte der Knoten bei den Stürmern, die beim TV Darmsheim gleich sechs Mal trafen und drei Punkte mit nach Hause nahmen. Der SC 04 Tuttlingen ärgerte sich auch – denn kurz vor Schluss kassierte der Sportclub noch den 1:1-Ausgleichstreffer gegen den SV Böblingen.

SC 04 Tuttlingen – SV Böblingen 1:1 (0:0). In der ersten 45 Minuten sahen die knapp 200 Zuschauer ein ereignisarmes Landesliga-Spiel, in dem der SC 04 Tuttlingen zwar teils gute Ansätze zeigte, aber zu keinem Torabschluss kam. Ein ungefährlicher Abschluss von SVB-Angreifer Davor Geljic nach etwa einer halben Stunde stellte die einzige Aufgabe für SC-Schlussmann Andrei-Alexandru Burdun dar. Nach dem Seitenwechsel nahm das Spiel Fahrt auf. Der eingewechselte Razvan Radu (51., Chip) und Tim Kammerer (58., Rechtsschuss) verpassten für Tuttlingen, zwischenzeitlich testeten Florian Mayer (53., Fernschuss) und Geljic mit einem gefährlichen Kopfball Burdun. Mit einer Fußabwehr parierte dieser eine weitere Großchance, als Tim Seitzer die Vorarbeit von Scott Rogers aus wenigen Metern nicht verwertete (60.). Linksverteidiger Nico Wieneke, der erneut eine zweikampfstarke und überzeugende Leistung zeigte, leitete im Mittelfeld die Nullvier-Führung ein. Radu kam wenig später aus halbrechter Position am Strafraum zum Abschluss – 1:0 (84.). Ein weiterer Radu-Freistoß sorgte nicht für die Vorentscheidung (90.+1). Die letzte Aktion des Spiels nutzte die SV Böblingen dann nach einem Freistoß zum Ausgleich. Zentral am Strafraum führte Dejan Djordjevic aus, Burdun ließ das Spielgerät vor sich abklatschen, wo SVB-Kapitän Fabian Schragner am schnellsten reagierte und zum 1:1 in der Nachspielzeit traf.

Andreas Keller, Trainer des SC 04 Tuttlingen, sprach von einer „richtig ordentlichen Leistung“, auch wenn im ersten Moment der Frust über den späten Ausgleich überwog. „Im ersten Moment tut es natürlich weh“, so Keller, für den die Entscheidung auf Freistoß in der letzten Aktion fragwürdig war. „Unter dem Strich bleibt aber: Es ist ein gerechtes Ergebnis, wenn man das ganze Spiel anschaut, da ist das 1:1 schon in Ordnung.“ Dem schloss sich SVB-Coach Vincenzo Marchese an: „Das ist ein gerechtes Unentschieden. Ich denke, aufgrund dessen, dass wir das Spiel ausgeglichen haben in der 93., sieht es aus wie ein gewonnener Punkt“, so Marchese, für den das Chancenplus minimal auf Seiten der SVB lag. „Im Großen und Ganzen bin ich zufrieden mit der Einstellung der Mannschaft. In Tuttlingen musste er auf mehrere Stammspieler, darunter auch Spielmacher Daniel Knoll, verzichten. - SC 04 Tuttlingen: Andrei-Alexandru Burdun, Franklin Diomed Ymele, Aaron Barquero Schwarz, Amat Dibba, Nico Wieneke, Ali Akkaya, Dia Al Deen Al Koleb, Marcel John, Tim Kammerer, Robin Petrowski, Laurent Sterling. - Tore: 1:0 (84.) Razvan Radu, 1:1 (90.+3) Fabian Schragner. – Gelbe Karten: 3/2. – Schiedsrichter: Marcel Eyth (Pfäffingen). – Zuschauer: 200. (rosp)

VfL Mühlheim – FC Gärtringen 1:2 (1:0). Das haben sich die Mühlheimer Zuschauer auf dem Ettenberg anders vorgestellt. Die Gastgeber wurden für ihr gutes Spiel nicht belohnt – sie sind am Ende sogar noch bestraft worden. Der VfL Mühlheim hat aus dem couragierten Spiel aus den ersten 45 Minuten zu wenig gemacht. Dem frühen 1:0 durch den spielstarken Max Drössel nach nicht einmal zehn Spielminuten ließen die Platzherren keine weiteren Treffer folgen. Sie wären durchaus möglich gewesen. Chancen durch Leibinger, Bell und Kirchner waren vorhanden. Es fehlte halt oft der letzte, entscheidende Pass zum Mitspieler. Es fehlte auch hin und wieder bei den VfL-Akteuren der Mut, es einmal mit einem Schuss zu probieren. Nach 23 Minuten trafen die Gäste zum vermeindlichen 1:1 ins Netz. Doch der Unparteiische entschied auf Abseits.

Großes Glück hatten die Gäste nach einer halben Stunde, als es eine Rangelei nach einem Foul auf der rechten Seite gab und dabei der Mühlheimer Komforth auf den Boden gestoßen wurde. Der Schiedsrichter stand keine drei Meter daneben. Wer jetzt eine entsprechende Karte erwartet hatte, der lag völlig falsch. Am Ende gab es auf jeder Seite eine gelbe Karte. Beim Gast traf es nicht Lars Jäger, der während des ganzen Spiels immer wieder kräftig austeilte, sondern Torjäger Goxhuli. Überhaupt war der Gast immer schnell dabei, bei jedem Pfiff gegen den FCG zu reklamieren und zu diskutieren.

Nach dem Seitenwechsel blieb zunächst der VfL dran. Keine fünf Minuten (49.) waren vergangen, als sich für Leibinger die große Chance zum 2:0 ergab, ihm aber der Ball zu weit vom Fuß prallte. Der FC Gärtringen machte nochmals gehörig Druck. In dieser Phase konnten die Gastgeber die Konterangriffe nicht zum zweiten Tor nutzen. Vielfach wurden die VfL-Spieler vom Gärtringer Gegner stets mit zwei Akteuren geblockt. In der 85. Minute dann der Ausgleich, als der kurz vorher eingewechselte Borgia nach einem Freistoß den Ball in den Lauf gespielt bekam und keine Abwehrmöglichkeit zuließ. Der Gärtringer Siegtreffer in der Schlussminute war letztlich eine überhastete Aktion der Mühlheimer Hintermannschaft.

Für Mühlheims Trainer Maik Schutzbach war die 1:2-Niederlage „bitter, richtig bitter“. Trotzdem sein er auf die Leistung seiner Mannschaft stolz. Er müsse seinem Team in der zweiten Halbzeit allerdings den Vorwurf machen, „den letzten Pass nicht zu Ende gespielt zu haben“. - VfL Mühlheim: Julian Bacher, David Schmid, Sören Lurz, Max Drössel, Sebastian Gleich, Andreas Komforth, Jonas Kirchner (83. Simon Bauer), Marc Bippus (85. Jan Kupferschmid), Leon Waizenegger, Andreas Leibinger, Maximilian Bell. - Schiedsrichter: Roman Braukmann (Deuchelried/Wangen). - Tore: 1:0 (9. Minute) Max Drössel, 1:1 (85.) Julian Borgia, 1:2 (90./Eigentor) Sören Lurz. - Zuschauer: 160. - Gelbe Karten: 4/6. (ly)

TV Darmsheim – SpVgg Trossingen 3:6 (2:4). - Ohne den an Corona erkrankten Cheftrainer Andreas Probst startete Trossingen forsch in die Partie, verpasste schon nach 100 Sekunden durch Emanuel Alexi den Führungstreffer. Auch danach spielten die Gäste druckvoll nach vorn, belohnten sich mit zwei Treffern innerhalb von drei Minuten durch Dimitri Stroh und Emanuel Alexi. Somit führte der Aufsteiger nach fünf Minuten mit 2:0. „Auch danach haben wir gut nach vorn gespielt, allerdings dem Gegner auch einiges zugelassen“, meinte Co-Trainer Markus Brugger. So hatten die Gastgeber durch einen Elfmeter, den Torhüter Maximilian Pfau stark parierte, die Riesenchance zum Anschlusstreffer. Wenig später hatte Alexi (23.) mit dem 3:0 die richtige Antwort parat. Doch die Gastgeber erzielen postwendend durch Simon Lindner das 3:1. Auch in der Folgezeit blieb Darmsheim vor allem durch das Zentrum anfällig, was Christian Balde (31.) zum 4:1 ausnutzte. Dabei hatte sich Torjäger Stroh stark durchgesetzt, seinen Rückpass verwandelte Balde von der Strafraumgrenze aus sehenswert. Auch danach kam Trossingen zu weiteren Möglichkeiten, ging mit diesen aber zu großzügig um, kassierte stattdessen kurz vor der Halbzeit das 4:2 durch Lindner.

Auch zu Beginn des zweiten Durchgangs spielten die Gäste gefällig nach vorn, erhöhten durch Dimitri Stroh (52.) auf 5:2. „Trotz der deutlichen Führung hatten wir keine Sicherheit im Spiel“, monierte Co-Trainer Brugger. Die Folge war, dass auch Darmsheim immer wieder gefährlich im Strafraum aufkreuzte und durch Torjäger Lindner (68.) ihren dritten Treffer erzielte. Doch der nach seiner Genesung eingewechselte Thomas Merk beseitigte zehn Minuten nach seiner Rückkehr auf den Platz mit dem Treffer zum 6:3 die letzten Zweifel am hochverdienten Erfolg der SpVgg Trossingen. - SpVgg Trossingen: Maximilian Pfau, Waldemar Giebelhaus, Christian Balde, Emanuel Alexi, Dimitri Stroh, Anatol Walter (88. Philippe Gnassounou, Valerij Bogdanov (80. David Schock), Richard Michael Engelhardt, Alexander Sopelnik, Vanja Velemirov, Eugen Walter (65. Thomas Merk). - Tore: 1:0 (3. Minute) Dimitri Stroh. 2:0 (5.) Emanuel Alexi, 3:0 (23.) Emanuel Alexi, 3:1 (24.) Simon Lukas Lindner, 4:1 (31.) Christian Balde, 4:2 (42.) Simon Lukas Lindner, 5:2 (52.) Dimitri Stroh, 5:3 (68.) Simon Lukas Lindner, 6:3 (75.) Thomas Merk. - Gelbe Karten: 5/2. - Schiedrichter: Anes Ramic. - Zuschauer: 222. (rn)

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