„20. Tuttlinger Krähe“ - wird groß gefeiert

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 Puppet Comedian Sascha Grammel nahm 2010 den 1. Jurypreis und auch den Publikumspreis mit nach Hause.
Puppet Comedian Sascha Grammel nahm 2010 den 1. Jurypreis und auch den Publikumspreis mit nach Hause. (Foto: Sebastian Kono)
Schwäbische Zeitung

Die „Tuttlinger Krähe“ feiert 2020 ihre 20. Auflage. Und in den zwanzig Jahren seines Bestehens hat der Kleinkunstwettbewerb der Stadt Tuttlingen die Szene aufgemischt: Heute zählt sie zu den gefragtesten Preisen der Szene im deutschsprachigen Raum und wird oft in einem Atemzug mit dem Deutschen Kleinkunstpreis, der St. Ingberter Pfanne oder dem Salzburger Stier genannt.

Kein Wunder, wirft man einen Blick in die Teilnehmerliste, in der sich Größen der Szene wie Florian Schroeder, Torsten Sträter, Martina Schwarzmann, Matthias Egersdörfer oder Lars Reichow finden. Das 20-jährige Jubiläum im kommenden Jahr feiern die veranstaltenden Tuttlinger Hallen groß: Mit einer Gala, zu der die Sieger der vergangenen zehn Jahre am Freitag, 2. Oktober 2020 in die Stadthalle Tuttlingen eingeladen sind.

„Die Idee, den zweiten runden Geburtstag unseres Wettbewerbs - wie schon das Zehnjährige - mit einer großen Gala zu feiern, lag nahe“, sagt Michael Baur, Geschäftsführer der Tuttlinger Hallen. Dass die „Tuttlinger Krähe“ sich in kurzer Zeit so erfolgreich in der Kleinkunstszene etablieren konnte, hat für ihn mehrere Gründe: zum einen, dass sich der Tuttlinger Kleinkunstexperte Berthold Honeker schon seit 1993 mit der heute städtischen Reihe „Bühne im Anger“ intensiv um das Genre kümmerte. Zum anderen, dass man bei der Auswahl der Jurorinnen und Juroren ein glückliches Händchen bewies. Und schließlich, dass man Sponsoren fand, die dem Wettbewerb auch über die ersten beiden mageren Jahre hinweg halfen.

Dem Berliner Regisseur und Choreographen Karl Heinz Helmschrot, einem Schwergewicht der Kleinkunstszene und Jurymitglied der „Krähe“, haben die Tuttlinger Hallen die Aufgabe übertragen, den Programmablauf für den Abend zu entwickeln. Helmschrot wird die Auftritte der zehn „Krähe“-Gewinner (2010 bis 2020) in ein Gala-Programm einbinde.

Weitere Künstler sind als „Sidekicks“ eingeladen, die das Publikum unter anderem vor und nach der Veranstaltung und in den Pausen unterhalten - und im Programm überraschen. Im Mittelpunkt stehen aber die Künstler und Ensembles, die in den vergangenen zehn Jahren mit der „Tuttlinger Krähe“ ausgezeichnet wurden – oder noch werden, denn der oder die Siegerin 2020 wird ja erst im April nächsten Jahres gekürt.

Dabei sein werden die „Songwriterin mit Herz“, Miss Allie aus Lüneburg (Gewinnerin 2019), Poetry Slammer Artem Zolotarov aus Mainz (2018), der Kabarettist Thomas Schreckenberger (2017), das Alko-Pop-Musikcomedy-Duo Suchtpotenzial (2016), die niederländischen Musikclowns Stenzel & Kivits (2015), der Berliner Sänger und Comedian Lars Redlich (2014), der schräge Berliner Musikkabarettist C. Heiland (2013), der schwäbisch-italienische Doppel-Preisträger des Jahres 2012 (1. Preis und Publikumspreis), Heinrich Del Core aus Rottweil, Klaus-Jürgen „Knacki“ Deuser aus Köln (2011, t.b.c.) und schließlich der Gewinner aus 2010, der Berliner Puppet Comedian Sascha Grammel, der damals ebenfalls sowohl den 1. Jurypreis als auch den Publikumspreis mit nach Hause nahm.

Über die Verpflichtung von Sascha Grammel freuen sich die Tuttlinger Hallen besonders. Michael Baur: „Sascha sprengt mit seinen Shows schon lange Hallen unserer Größenordnung, obwohl wir ja mit der Gala von der Angerhalle im Stadtteils Möhringen extra in die größere Stadthalle Tuttlingen umgezogen sind. Außerdem hat er unglaublich viele Termine und Verpflichtungen. Seine Zusage war für uns ein 6er im Lotto und zeigt ein bisschen auch den Stellenwert unserer „Krähe“ für die Künstler.“

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