17-jährige Meßkircherin will in die Formel 1

Lesedauer: 4 Min
Fühlt sich in ihrem Rennauto wohl: Michelle Halder.
Fühlt sich in ihrem Rennauto wohl: Michelle Halder. (Foto: Ehrensperger)
Schwäbische Zeitung
Marius Epp

Eben erst ist sie 17 geworden und nun neigt sich schon ihr zweites Jahr in der Formel 4 dem Ende zu – Michelle Halder, Förderpilotin der ADAC-Stiftung Sport aus Meßkirch, macht ernst mit ihrer Motorsportkarriere.

Im Kart bereits erfolgreich, machte sie 2015 den Schritt in die neu gegründete Formel 4 und fährt seitdem neben Mick Schumacher, dem Sohn von Formel-1-Legende Michael, in der Eliteklasse des Rennsportnachwuchses. Dort nimmt sie an acht Rennwochenenden mit jeweils drei Rennen teil. Badisch-locker stellt sie im Gespräch mit der Schwäbischen Zeitung fest, dass diese Saison nicht optimal verlaufen ist. Obwohl „die Tendenz nach oben zeigt“, hatte sie Pech mit einer Verletzung und diversen technischen Problemen zu Beginn der Rennserie, die im Fernsehen auf Sport1 übertragen wird.

Unbändiger Ehrgeiz

Selbstbewusst und ohne Umschweife formuliert Michelle Halder ihr Ziel: „Ich will in die Formel 1.“ Bereits mit fünf Jahren packte sie das Rennfieber und machte es ihrem Bruder Mike nach, der ebenfalls Rennfahrer ist. Seitdem fließt Motoröl in ihren Adern, Zweifel oder kritische Momente gab es nie, bestätigt sie. Den Familienzusammenhalt beschreibt sie auf ihre direkte und besonnene Art: „Wir müssen alle zusammenhalten, anders kann man nicht erfolgreich sein.“ Ihre Mutter Manuela hebt besonders ihren unbändigen Ehrgeiz und ihre für das Alter erstaunliche Zielstrebigkeit hervor. Der Sport bestimmt auch außerhalb des Rennwagens ihre Freizeit, in der sie mit ihrem Fitnesstrainer Manfred Sauter viel trainiert. Außerdem geht sie gerne laufen und im Winter Skifahren.

Auch für einen Plan B hat sie bereits gesorgt. Ihr zweites Standbein beruht auf einer Ausbildung zur Mediengestalterin bei einer Tuttlinger Firma. Auf ihre Arbeit angesprochen reagiert sie glücklich und sehr zufrieden: „Die Ausbildung macht mir viel Spaß. Dass ich bei der Firma Braun gelandet bin, war ein echter Glücksfall für mich. Die Umstände sind problemlos, für Rennen bekomme ich immer frei.“

"Gib niemals auf"

Ihre Formel-1-Idole sind Sebastian Vettel, Lewis Hamilton und Lokalheld Pascal Wehrlein, den sie schon lange kennt. Ihm will sie es gleichtun und irgendwann in der Königsklasse mitfahren. „Was in den nächsten Jahren alles drin ist, wird die Zeit bringen. Eines ist aber sicher: Ich gebe in jedem Rennen Alles!“ Die Chance das zu tun hat sie in dieser Saison noch bei zwei Rennwochenenden. Zandvoort und der Hockenheimring stehen noch an, danach geht es wieder ran an den Rennsimulator und ins Fitnessstudio, um topfit und gerüstet für die neue Saison zu sein. Ganz nach dem Familienmotto der Halders: „Kämpfe mit Leidenschaft, siege mit Stolz und verliere mit Respekt. Aber gib niemals auf!“

Ihr Kommentar wird nach einer kurzen Prüfung durch unsere Redaktion veröffentlicht.
Kommentare werden geladen
Mehr Themen