150 Jahre Heimatforum: „Weitermachen für die Heimat“

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 Der Kabarettist Bernd Kohlhepp aus Tübingen mit „Hämmerle TV“ kam beim Publikum gut an.
Der Kabarettist Bernd Kohlhepp aus Tübingen mit „Hämmerle TV“ kam beim Publikum gut an. (Foto: Sabine von Döllen)
Sabine von Döllen

Der Ort der Feierlichkeiten hat fast schon Symbolcharakter gehabt, war doch das Erschließen und die Aufforstung des Honbergs eines der ersten Projekte des „Verschönerungsvereins Tuttlingen“. Ins Leben gerufen wurde der Vorläufer des Heimatforums durch den damaligen Stadtschultheiß Julius Schad bei der Gründungsversammlung am 29. Juli 1869.

Das vielseitige Jubiläumsprogramm des Heimatforums im Festivalzelt des Honbergs – immerhin galt es, das 150-jährige Bestehen zu feiern – stand unter der Maxime des Heimatforums: „Bereicherung des kulturellen Angebots, Lebensqualität steigern und ein reges Vereinsleben pflegen.“ Begrüßung und Verabschiedung der Gäste übernahm in diesem Sinne das Salonorchester „DaCapo“ mit viel Verve und Können. Die dargebotene Tanz- und Salonmusik der 1920er- bis 1950er-Jahre war ein reizvoller Glanzpunkt für die Zuhörer und untermalte eingangs auch den Verzehr der kulinarischen Leckerbissen der Honberg-Gastronomen.

Der kulturell-humorvolle Part oblag dem Kabarettisten Bernd Kohlhepp aus Tübingen mit „Hämmerle TV“, der durch seine Situationskomik für beste Unterhaltung sorgte und so manche Lachsalve entfachte. Mit Geschichte und Geschichten unterhielten Bianca Buchmann und Günter Hermann in ihrem „Heimat-Dialog“ das Publikum. So hatten die beiden jeweils zu den prägnantesten Projekten des Heimatforums ein „Geschichtle“ und viele Bilder parat. Aus der Restaurierung des Rathauses beispielsweise wurde seinerzeit eine regelrechte Show für die Bürger inszeniert, mit dem Ziel, diese mit dem ungeliebten Bauwerk anzufreunden. Dieser Plan ging damals auch auf, zierten doch kurz nach dem Richtfest 1983 Bilder der Rathausfassade Postkarten und verschiedenen Nippes.

Tuttlinger Haus, Groß Bruck/Sonnenbrunnen, Bootslände und das Krematorium waren weitere wichtige Initiativen des Heimatforums. Denn, so Günter Hermann: „Wir müssen uns um unsere Heimat kümmern.“ Speziell das alte Krematorium hat sich, trotz hartnäckiger Probleme, zu einer Kulturoase, gleichauf mit der Angerhalle und der Stadthalle, gemausert. „Das Ensemble aus Park und Krematorium ist ein Schmuckstück. Gut, dass es noch da ist“, vermerkte Oberbürgermeister Michael Beck in seinem Grußwort. Dem Heimatforum, als einem der ältesten Vereine Tuttlingens, sei es mit Bravour gelungen, die schönen Seiten der Stadt hervorzuheben, getreu dem Motto: „Wir machen mehr aus Tuttlingen.“ Den Mitgliedern gebühre hierfür besonderer Dank. „Heimat“, so Beck, „ist ein Ort, an dem man sich wohlfühlt, arbeiten und leben kann.“ Er stellte fest: „Diese Stadt ist meine Heimat geworden.“ Im Namen des Gemeinderats überreichte Beck einen Scheck in Höhe von 750 Euro.

Als hochaktuelles Thema des Vereins, der übrigens erst 1993 durch Umbenennung aus dem Heimat- und Verkehrsverein hervorging, wurde der aktuelle Wasserstand der Donau durch Klaus Storz, einer der Vorsitzenden, kommentiert. Storz gab in seinen Worten fachkundige Hintergrundinformationen zum Wehr, und sein Vorstandskollege Thomas Kienzle lud in dieser Thematik zum Gespräch, jeweils freitags auf dem Wochenmarkt, ein.

Sinnfällig beendete Vorsitzende Bianca Buchmann die Vorträge mit den Worten frei nach Obama (yes, we can): „Wir Schwaben können schon lange.“ „Lasst uns in diesem Sinne weitermachen für unsere Heimat.“

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