122 Patienten ziehen in das sanierte Bettenhaus ein

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Das Bettenhaus C wird am Freitag, 12. April, ab 14 Uhr mit einem Festakt eingeweiht. Dabei werden die Sieger des Fotowettbewerbs prämiert.

Am Dienstag ist der Umzug in das sanierte und erweiterte Bettenhaus C des Kreisklinikums Tuttlingen gestartet. 122 Patienten aus vier Stationen werden zimmerweise vom Provisorium in die neuen Räume umgesiedelt. Am Donnerstag soll der Umzug mit der großen internistischen Station sowie den Wöchnerinnen abgeschlossen werden. Wie bei jedem Neubezug gilt: Es riecht noch nach frischer Farbe, und einige Details fehlen noch.

Jede Station hat ein eigenes Farbspiel bekommen: „Rot, Orange, Zitronengelb und Grasgrün“, zählt der Geschäftsführer des Klinikums Landkreis Tuttlingen, Sascha Sartor, auf. Teilweise sind die Maler noch am Werk. Damit wolle man weg vom üblichen Krankenhaus-Weiß. Zudem sollen die 72 Meter langen Flure dadurch optisch aufgelockert werden.

Hinter dem dekorativen Aspekt steht auch ein pflegerischer: Patienten mit Demenz soll die Farbgebung die Orientierung erleichtern. Die noch kahlen Zimmerwände werden bald Fotos zieren, die aus dem Wettbewerb des Klinikums stammen. Die schönsten Bilder aus Tuttlingen und Umgebung konnten eingereicht werden. Diese sollen Heimatgefühle wecken, aber ebenfalls helfen, sich zurechtzufinden. Vor den Zimmertüren ist der Boden schwarz abgesetzt, ein Kniff aus der Demenzforschung. Es soll wie eine natürliche Barriere wirken und Weglauftendenzen verhindern.

Magnetfeld in Patientenspinden

„Wir haben für die nächsten 20 Jahre gebaut“, erklärt der Geschäftsführer und weist auf so manchen Trick hin. So ist in den Schränken der Patientenzimmer ein Magnetfeld integriert, an das Infos wie der Speiseplan gehängt werden können. Lüftung, Elektrik und EDV-Leitungen spielen sich hinter der Decke ab. Recht augenscheinlich dagegen sind die riesigen Badezimmer, die jede Station in einem speziellen Einzelzimmer bereithält. Damit hat das Klinikum sogenannte Schwerlastzimmer eingerichtet: für Patienten mit starkem Übergewicht. Die geräumigen Nasszellen erleichtern die Pflege.

Sartor findet, dass der Umzug sehr geräuschlos ablaufe, „mit viel Routine, schnell und gut koordiniert“. Das Personal habe ja bereits Erfahrung. Vor knapp drei Jahren wurde die alte Station in ein Provisorium umgesiedelt, um die Bauarbeiten zu ermöglichen. „Diese provisorischen Bauten sind da und bleiben jetzt erst mal da“, sagt der Geschäftsführer. Und weiter: „Natürlich würden sie uns das Zusammenführen von Ressourcen ermöglichen, wenn die Eigentümerin das so möchte und beschließt.“ Damit bezieht er sich auf die Debatte um eine mögliche Klinikschließung in Spaichingen und Verlagerungen nach Tuttlingen.

Umbauarbeiten im Zeitplan

Der Termin des Umzugs in das neue Bettenhaus C war schon lange auf April 2019 terminiert. Sartor: „Erfreulicherweise haben wir uns bei den Bauarbeiten im Zeitplan bewegt.“ Das sei nicht selbstverständlich bei einem solchen Großprojekt. Deshalb war versucht worden, die Belegung der betroffenen Stationen an den drei Umzugstagen möglichst gering zu halten. Das hat nicht funktioniert. Im Gegenteil: „Momentan erleben wir eine extrem hohe Nachfrage“, erklärt Sartor. Da es sich dabei um kranke Menschen handle, seien diese aus gutem Grund in der Klinik.

„Es ist wie im Hotel“

Fritz Efinger, der seit rund zweieinhalb Wochen im Krankenhaus ist, fühlt sich in seiner neuen Umgebung sehr wohl, sagt der Tuttlinger: „Es ist wie im Hotel.“ Der Umzug sei zwei Tage vorher angemeldet worden. Er habe seine Sachen gepackt, dann sei er, mitsamt seiner Habe, im Bett umgesiedelt worden. Gut findet er, dass jeder Patient sein eigenes Fernsehgerät habe. Michael Seeburger, der mit Dieter Storz und einem weiteren Patienten in einem Dreibettzimmer untergebracht ist, lobt die gute Luft in den geräumigen Zimmern. Und dass Dusche und WC in den Zimmern seien, „das ist regelrecht Luxus im Vergleich zu vorher“.

Auf der Station geht es ans Essenverteilen – das Personal hat in den endlos wirkenden Fluren ganz schön zu rennen. Sartor schaut sich derweil um: „Ich finde, es ist sehr schön geworden.“

Das Bettenhaus C wird am Freitag, 12. April, ab 14 Uhr mit einem Festakt eingeweiht. Dabei werden die Sieger des Fotowettbewerbs prämiert.

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