Anders als in dieser Szene aus dem Pokalspiel gegen Trossingen will sich Deilingen (schwarze Trikots) im Kellerduell in Nendinge
Anders als in dieser Szene aus dem Pokalspiel gegen Trossingen will sich Deilingen (schwarze Trikots) im Kellerduell in Nendingen nicht ausschließlich auf die Verteidigung verlassen. (Foto: HKB)

Eine Entscheidung wird am Wochenende sicher nicht fallen. Trotzdem hat das Kellerduell der Fußball-Kreisliga A 2 für den VfL Nendingen und den SV Deilingen am Sonntag (15 Uhr) große Bedeutung. Sollten die Gäste verlieren, wäre das rettende Ufer für das Schlusslicht schon mindestens sechs Zähler entfernt.

„Das ist ein Sechs-Punkte-Spiel“, verdeutlicht Deilingens Coach Michel Ziaja die Bedeutung der Partie zwischen dem Fünftletzten und dem Letzten. „Wir werden alles in die Waagschale werfen“, verspricht der SVD-Trainer und hofft auf drei Zähler. Die gleiche Zielsetzung gibt auch Ralf Ressel, Trainer der Nendinger, aus. „Ich möchte kein Unentschieden. Damit können wir nicht leben. Nur ein Sieg hilft uns weiter, um in ruhiges Fahrwasser zu kommen.“

Platz zwölf – unmittelbar vor dem Relegationsrang und nur einen Punkt Vorsprung auf einen Abstiegsplatz – sei nicht das, was man sich in Nendingen für diese Saison vorgestellt habe. Als Grund, warum der VfL in die „Bredouille“ des Abstiegskampfes geriet, nennt Ressel die mangelnde Chancenverwertung. „Wir haben in den vergangenen Wochen einen Haufen Chancen verballert. Wer keine Tore schießt, kann auch nicht gewinnen“, erklärt der VfL-Trainer. Erschwerend zur Abschlussschwäche könnte der Ausfall von Gianluca Colucci kommen. Den Nendinger Torjäger (zwölf Tore) plagt eine Blockade im Rücken. „Es müssen andere richten“, fordert Ressel und erwartet eine bessere Einstellung. Gegen Mannschaften aus der oberen Tabellenhälfte würden sich seine Spieler „hochziehen“, konzentriert und kämpferischer auftreten, hat der VfL-Trainer beobachtet. Gegen Deilingen „müssen wir zwei Gänge hochschalten“.

Auch ohne Colucci – dafür steht Innenverteidiger Daniel Milkau wieder zur Verfügung – wünscht sich Ressel ein frühes Tor. „Das würde Ruhe reinbringen. Das Passspiel könnte besser funktionieren. Und der Druck, gewinnen zu müssen, würde mit einer Führung geringer“, meint Nendingens Trainer.

Einen ähnlichen Plan haben auch die Gäste. „Wir arbeiten daran, die Spiele frühzeitig zu entscheiden“, sagt Ziaja. Sowohl beim 1:2 gegen Tabellenführer SV Bubsheim als auch beim 2:3 gegen Kellerkonkurrent SV Seitingen-Oberflacht hatte Deilingen späte Gegentore bekommen und Punkte noch abgegeben. „Wir schaffen es nicht, eine 2:0- oder 3:0-Führung herauszuschießen“, erklärt der SVD-Coach, der ebenfalls auf einen Sieg hofft, um in ruhigeres Fahrwasser zu gelangen. Aber wie bei Gastgeber Nendingen wird auch Deilingens Offensive durch Ausfälle geschwächt. Markus Bischof und Marco Pfenning fallen wohl aus. Sicher ist, dass wieder ein Feldspieler Deilingens Tor hüten wird, weil Schlussmann Noah Simon wegen eines angebrochenen Daumens passen muss.

Die höchste Maxime ist für Ziaja deshalb, die Ordnung in der Defensive zu halten. Über Konter und die schnellen Außenspieler will Deilingen Nadelstiche setzen. Anders als im Hinspiel (1:4) überlässt der SVD den Nendingern nicht die Gestaltung des Spieles. „Wir werden den VfL früher attackieren und wollen vor dem Tor früher in Ballbesitz kommen“, meint Ziaja. Dann wäre der Weg bis zu einem erfolgreichen Abschluss auch nicht mehr weit. Bis zum Klassenerhalt ist es für Deilingen noch ein weiter Weg. Einen Schritt zur Rettung kann am Sonntag gemacht werden. Das gilt aber auch für Nendingen.

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