Die Doping-Affäre macht dem Ringer-Bundesligisten ASV Nendingen zu schaffen.
Die Doping-Affäre macht dem Ringer-Bundesligisten ASV Nendingen zu schaffen. (Foto: hkb)
Redaktionsleiter

Der Schwetzinger Anwalt Manfred Zipper, der einen der beschuldigten Vereinsvertreter beim Ringer-Bundesligisten ASV Nendingen betreut, wird wohl juristisch gegen eine Aussage von Daniel Wozniak, Vize-Präsident beim Deutschen Ringerbund (DRB) vorgehen.

Das Verbandsmitglied ging laut mehreren Presseberichten davon aus, dass im Zusammenhang mit dem Doping-Vorwurf gegen zwei Kämpfer des ASV ein Anfangsverdacht auf gewerbsmäßigen Handel mit Dopingmitteln bei dem Bundesligisten bestehe.

Erst aufklären

„Ich finde es schlecht, dass der Deutsche Ringerbund so eine Stellungnahme abgibt, ohne Akteneinsicht zu haben“, sagt Zipper auf Anfrage unserer Zeitung. Diese Aussage würde sich gegen den Ringsport insgesamt und gegen den Bundesligisten ASV Nendingen wenden: „Es muss erst aufgeklärt werden, bevor eine Pauschalaussage getroffen wird“, sagt Zipper. Noch müsste alles im Zusammenhang mit den Doping-Vorwürfen gegen zwei Ringer des deutschen Mannschaftmeisters im Konjunktiv stehen.

Ermittlungen laufen weiter

Auf Nachfrage unserer Zeitung betonte Michael Mächtel, Pressesprecher der Staatsanwaltschaft in Freiburg, die die Ermittlungen übernommen hat, dass es aktuell keinen neuen Sachstand gibt. Die Behörde ermittele wegen der Anwendung von Dopingmitteln und nicht gegen den gewerbsmäßigen Handel damit: „Darauf gibt es keinerlei Hinweise“, sagt er erneut.

Drei Jahre Gefängnis möglich

Derzeit werden die Beweismittel noch ausgewertet, die ersten Anhörungen haben laut Mächtel bereits stattgefunden. Zunächst gab es Durchsuchungen bei den Sportlern und im Vereinsheim, in einer zweiten Welle bei mehreren Verantwortlichen des ASV und erneut im Vereinsheim. Laut Paragraph 4 des Anti-Doping-Gesetzes, das erst im November des vergangenen Jahres vom Bundestag verabschiedet worden ist, droht dem Anwender von Doping-Mittel eine Geldstrafe bis hin zu drei Jahren Gefängnis.

Rechtsanwalt Zipper kritisiert derweil die Verhältnismäßigkeit bei den Durchsuchungen durch Mitarbeiter des Landeskriminalamts: „So heftig hat es das in Deutschland noch nie gegeben. Das wird Rechtsgeschichte schreiben“, sagt er mit Blick auf das neue Gesetz.

Am 23. Januar aufgefallen

Derweil stellt sich weiterhin die Frage, ob die beiden Sportler den Wirkstoff Meldonium, der erst seit dem 1. Januar auf der Anti-Doping-Liste steht, noch im Dezember eingenommen und dann abgesetzt haben. „Drei Wochen später ist Meldonium normalerweise im Urin nicht mehr nachweisbar“, sagt der Anti-Doping-Experte und Zellbiologe Prof. Werner Franke auf Nachfrage. Aufgefallen waren die Sportler am 23. Januar.

Neues zur Bundesliga

Die acht verbliebenen Ringer-Bundesligisten haben sich in einer gemeinsamen Erklärung am Samstag für die Beibehaltung der bisherigen Finalpraxis mit Hin- und Rückkampf bei den Endkampf-Mannschaften für die kommenen Saison ausgesprochen. „Für die Durchsetzung dessen werden wir alle rechtlichen Mittel ausschöpfen“, heißt es dazu in einer Presseerklärung. Der Grund: Nach der Lizenzunterzeichnung im Januar habe der Deutsche Ringerbund (DRB) „in gravierendem Maße die Bundesligarichtlinie geändert und damit unserem Lizenzantrag die Grundlage entzogen“.

Vereine überrumpelt

Unterzeichnet haben diese Erklärung auch der KSV Aalen und KSV Köllerbach, die als Mitglied des Bundesliga-Ausschusses bei der Abstimmung eines ganzen Pakets an Richtlinien für die kommende Saison zugestimmt haben. Allerdings hatten sich die Vereine gegen die Mehrheit des DRB massiv gegen den Wunsch des DRB ausgeprochen ein Final-Four-Turnier mit Halbfinale und Finale in Aschaffenburg auszurichten. Das Halbfinale hatten die Vereine noch aus den Richtlinige nehmen lassen können, das Finale hingegen nicht.

Aus gut unterrichteten Kreisen ist zu hören, dass die vier Vereine des Bundesliga-Ausschusses von den vorgestellten Neuerungen seitens des DRB übrrumpelt worden sind. Bei der Abstimmung hat der Verband fünf Stimmen, die Vereine haben vier. Das führt dazu, dass der DRB immer eine strukturelle Mehrheit besitzt.

Ihr Kommentar wird nach einer kurzen Prüfung durch unsere Redaktion veröffentlicht.
Kommentare werden geladen