Zum Start in die Vorbereitung konnte der FV Möhringen mit den beiden Vorstandsmitgliedern Michael Baur (links) und Jannik Reichm
Zum Start in die Vorbereitung konnte der FV Möhringen mit den beiden Vorstandsmitgliedern Michael Baur (links) und Jannik Reichmann (rechts) neben Trainer Heinz Jäger (obere Reihe vierter von rechts) auch zehn Neuzugänge präsentieren. (Foto: Matthias Jansen)

Spötter könnten meinen, der FV Möhringen habe etwas nachzuholen oder wolle die vergangene Spielzeit schnell vergessen machen. Bereits am Freitag ist der Verein aus der Kreisliga A 2 im Bezirk Badischer Schwarzwald – als einer der ersten im Landkreis – mit der Vorstellung der Mannschaften offiziell in die Vorbereitung gestartet. In den vergangenen beiden Saisons rettete sich der FVM erst spät vor dem Abstieg.

„Das ist kein Aktionismus“, wehrt der neue Trainer Heinz Jäger gleich ab. Er habe immer den Juli als Hauptvorbereitungszeit genommen. „Im August haben die Spieler Urlaub und es sind Handwerkerferien. Dann hat man eigentlich nur zwei Wochen mit der kompletten Mannschaft. So ist es unmöglich, ein Team fit zu bekommen“, erläutert der frühere Trainer des FC Gutmadingen, an den früh hohe Erwartungen geknüpft sind.

„In zwei bis drei Jahren wollen wir in der Bezirksliga spielen“, sagt Michael Baur, Vorstand Sport beim FVM. Zwar gebe es keinen Druck für die Mannschaft. „Aber wenn es früher kommt, ist auch niemand beleidigt.“ Wahrscheinlich auch Jäger nicht. Allerdings betont der neue Trainer, dass seine Arbeit in Möhringen auf drei Jahre angesetzt sei. „Es ist der falsche Weg, sich Ziele zu setzen, die erst in drei Jahren realisierbar sind. Der Erfolg wird nicht heute, sondern eher übermorgen sichtbar sein“, sagt Jäger, der mit einer blutjungen Mannschaft in die neue Runde gehen wird. Zehn Neuzugänge kommen aus der eigenen A-Jugend. Seniorenerfahrung bringen nur Flavio Heinke (SC 04 Tuttlingen) und Torhüter Kevin Au (VfL Mühlheim) mit.

Jäger bittet, Entwicklung mit Augenmaß begleiten

Sorgen, dass es mit der jungen Mannschaft wieder nur um den Klassenerhalt geht, machen sich Baur und Alexander Krump, im Vorstand für die Organisation verantwortlich, nicht. Schließlich haben mit Jonathan Bell, Mohamed Gomina, Jan Dirschauer und Jonas Heine schon vier A-Jugendliche in der Rückrunde mitgespielt und zur Rettung beigetragen. „Ich sehe da kein Problem. Die vier haben sich schon gut integriert und ihr Potenzial gezeigt“, sagt Krump.

Bei allen Fähigkeiten bittet Jäger aber darum, die Entwicklung der bisherigen Nachwuchsspieler „mit viel Augenmaß“ zu begleiten. Beim Übergang in den Seniorenbereich wären die Talente zum Teil erheblichen Leistungsschwankungen unterworfen. „Wir müssen den jungen Leuten das Vertrauen geben, dass sie Fehler machen dürfen. Wann – wenn nicht in ihrem ersten Jahr bei den Aktiven – sollen sie das dürfen?“, fragt Jäger, der von seinen Schützlingen vor allem „Fleiß und Wissensgier“ erwartet.

Die Jugend allein garantiere keinen Erfolg, sagt Jäger. Trotz der kurzen Zeit als FVM-Trainer ist ihm klar, dass die Erfahrung in seiner Mannschaft fehlt. So hofft er, dass die jungen Kicker die Zeit erhalten, um reifer und stabiler zu werden.

Dass der FVM sich mit dem Aufstieg in die Bezirksliga große Ziele setzt, liegt wiederum in der Jugend begründet. Rund 140 Kinder und Jugendliche würden derzeit im Verein spielen, sagt Jugendleiter Daniel Nagel. Weil alle Altersklassen besetzt sind, sei man schon einzigartig im Kreis, betont er. Das Ziel sei es, „dass die Nachwuchsspieler die Aktiven-Mannschaft verstärken“, sagt Nagel.

In den nächsten Jahren wird der FVM reichliche Ernte für seine Jugendarbeit – zusammen mit dem SV TuS Immendingen – einfahren. Die A-, B- und D-Jugend spielt in der Bezirksliga. Die C-Jugend sogar in der Landesliga. Einige begabte Kicker könnten in den Aktivenbereich des FVM wechseln. Wenn alles stimmt.

„Wir müssen den Jugendlichen schon eine gescheite Spielklasse bieten“, sagt Baur mit Blick auf das Ziel Aufstieg in die Bezirksliga. Daran wird Heinz Jäger in den nächsten Jahren arbeiten.

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