FDP-Chef Christian Lindner (Mitte) genoss den Austausch mit jungen Unternehmern. Auf Einladung der Wirtschaftsjunioren (im Bild
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FDP-Chef Christian Lindner (Mitte) genoss den Austausch mit jungen Unternehmern. Auf Einladung der Wirtschaftsjunioren (im Bild

Industrie 4.0, 3D-Druck, selbstfahrende Autos – Christian Lindner kann die weiteren Entwicklungen der Digitalisierung kaum erwarten: „Ich würde lieber die Fast-Forward-Taste drücken statt Stopp“,...

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Industrie 4.0, 3D-Druck, selbstfahrende Autos – Christian Lindner kann die weiteren Entwicklungen der Digitalisierung kaum erwarten: „Ich würde lieber die Fast-Forward-Taste drücken statt Stopp“, sagte er bei seinem Impulsvortrag im Kesselhaus in Trossingen. Auf Einladung der Wirtschaftsjunioren Schwarzwald-Baar-Heuberg referierte der 36-Jährige über die Herausforderungen der Digitalisierung, Unternehmertum und Gründungskultur in Deutschland. Bewusst ging der FDP-Parteivorsitzende zunächst nicht auf die aktuelle politische Lage ein, sondern konzentrierte sich in seinem Impulsvortrag auf die Themen, die das Publikum – überwiegend junge Unternehmer und Führungskräfte – besonders beschäftigen: Chancen und Hürden für Unternehmensgründer und Unternehmer. Im Zeitalter der Industriellen Revolution sieht Linder die Politik besonders gefordert, die Rahmenbedingungen für Gründungen zu schaffen. Ein entscheidender Faktor, um die Wettbewerbsfähigkeit Deutschlands zu erhalten: Bildung. Statt über die Abschaffung der Gymnasien und Akademisierungsquoten zu diskutieren, müsse das Bildungssystem von Grund auf modernisiert werden. 70 Prozent der Schulen in Deutschland seien sanierungsbedürftig, bilanzierte Lindner. Die Didaktik der Lehrer sei die gleiche wie vor 20 Jahren. Die Schüler tauschten sich im Pausenhof über Smartphones und Apps aus – „und nach dem Pausengong kehren sie zurück in die Kreidezeit“. Dabei müsse man sich bewusst machen: „Die Schüler von heute werden morgen in Jobs arbeiten, die es heute noch gar nicht gibt.“ Dabei wünscht er sich mehr Anerkennung für die berufliche Ausbildung – die akademische Ausbildung dürfe nicht höher gewertet werden. Eine weitere zentrale Herausforderung sieht er in der Infrastruktur. „Sie können in Baden-Württemberg im Auto kein einziges Telefonat führen, ohne unterbrochen zu werden“, sagte er in Anspielung auf unzureichende Mobilfunkverbreitung und Breitbandverkabelung.In seine Betrachtungen schloss Lindner auch etablierte Mittelständler, die „Startups“ von 1957 oder 1850, ein. Sie würden erheblich durch die Erbschaftssteuer belastet, da sie das betriebliche Vermögen antaste und damit die Innovationskraft der Unternehmen bremse. „Das geht an die wirtschaftliche Substanz“, sagte Lindner. Schlimmer noch als die Steuer selbst sei jedoch die Verunsicherung der Firmen durch die Steuerreform. Problematisch sieht der Parteivorsitzende den Mindestlohn und dessen Umsetzung. „Früher wurden die Bäckereien morgens von Hungrigen gestürmt“, erklärte er, „heute von bewaffneten Zollbeamten, die die Einhaltung des Mindestlohns überprüfen.“ Das sei ein „Misstrauensvotum“ gegen kleine Betriebe.Klare Regelungen in der Flüchtlingspolitik und eine schnelle Integration der Asylberechtigten in den Arbeitsmarkt forderte Lindner in der anschließenden Diskussion, die von Kirsten Bäckermann (Vorsitzender der Wirtschaftsjunioren Schwarzwald-Baar-Heuberg) und Florian Klausmann (Past Präsident) moderiert wurde. Und auch nach seinem offiziellen Auftritt stellte sich der junge Politiker gern der Diskussion mit Wirtschaftsjunioren und politisch interessierten Gästen.

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