Zur Beziehung von Baden und Württemberg

Lesedauer: 4 Min
 Waren anfangs noch vereint: Fidelius Waldvogel, seines Zeichens Badener, und Marlies Blume, Schwäbin und damit aus Württemberg.
Waren anfangs noch vereint: Fidelius Waldvogel, seines Zeichens Badener, und Marlies Blume, Schwäbin und damit aus Württemberg. (Foto: Robin Möß)

Schon zum zweiten Mal hat die Solwegschule als Veranstalter den Kabarettisten Martin Wangler als Fidelius Waldvogel nach Trossingen geholt. Diesmal kam er aber nicht allein, auch Heike Sauer war als Marlies Blume mit von der Partie und gestaltete das „BaWü-Menü“-Programm mit.

Noch waren sie vereint: Fidelius Waldvogel, seines Zeichens Badener, und Marlies Blume, Schwäbin und damit aus Württemberg. Umwickelt von der jeweiligen Flagge begrüßten sie das Publikum. Beide erhielten einen Brief vom „Ministerium für Integration und Völkerverständigung“. Das Duo soll zur steinernen Hochzeit des vereinten Baden-Württembergs die Einigkeit repräsentieren. Die Feier ist natürlich in Trossingen. „Zum Glück daheim“, sagte Marlies Blume erfreut. „Warum schickst du mich in die Hölle“, sang Waldvogel.

Während der Beratungen, wie diese steinerne Hochzeit werden soll, bahnte sich der große Krach an. „Was soll es zum Essen geben“, wollte Fidelius Waldvogel wissen. „Ein opulentes BaWü-Menü“, erwiderte Marlies Blume. Und was wird gesungen? „Ha, s’Badnerlied“, war für Waldvogel schnell klar. Er stimmte es an, doch Marlies Blume erkannte die Melodie und stimmte darauf die Hymne ihres Landesteils an. Die Streiterei ging los: Wer kann besser hochdeutsch? Wer hat das bessere Essen? Der wohl schwierigste Teil an der steinernen Hochzeit war jedoch die Erneuerung des Eheversprechens.

Spaß am „Kampf der Kulturen“

Es kostete Waldvogel Überwindung zu beginnen. „Däded se es nomol macha?“, fragte er. Dann wurde getanzt. Waldvogel hob Marlies Blume in die Luft und drehte sie bis zum Umfallen. „I am the Champion“, grölte er. „Steh auf, wenn du ein Schwabe bist“, konterte Blume frech, nachdem sie umgefallen war.

Die beiden hatten Spaß am „Kampf der Kulturen“. Sie waren sich in wenigen Sachen einig, doch dass sie sich als gemeinsames Land scheiden und spalten wollen, war für beide klar. Die Stimmung der beiden war nach der Scheidung deutlich besser. Ein Absperrband teilte das Publikum und war die Grenze. Die Gäste links und rechts davon „sind die Grenzposten“, ordnete Blume an. Prahlte Blume anfangs noch, scheiterte der Konkurrenzkampf, als die beiden die kleine Kulisse halbierten, worauf Baden-Württemberg abgebildet ist. Als sie die einzelnen Teile aufstellen wollten, fielen sie um.

Beide Länder lagen in Trümmern. Beiden war klar: Es braucht Toleranz, Offenheit und Nähe. Wir sind alle gleich, nur anders. „Wir sind eine Welt.“ Und so gehören auch Baden und Württemberg zusammen, das Absperrband wurde wieder entzwei geteilt.

Ihr Kommentar wird nach einer kurzen Prüfung durch unsere Redaktion veröffentlicht.
Kommentare werden geladen
Mehr Themen