Uraufführung bei Kammermusik-Abend

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 Yair Klartag
Yair Klartag (Foto: Anne-Laure Lechat)
Schwäbische Zeitung

Klarinette, Fagott und Horn, aber auch Violoncello und Klavier spielen im Kammerkonzert im Konzertsaal der Musikhochschule Trossingen am Samstag, 11. Januar, 17 Uhr die Hauptrollen. Schillernde Namen wie Mozart, Brahms und Max Bruch stehen auf dem Programm, das die Professoren Chen Halevi (Klarinette), Akio Koyama (Fagott) und ihre Kollegen zusammengestellt haben. Hinzukommen aber auch Intermezzi von Franco Donatoni und Luciano Berio sowie als besonderes Highlight eine „Welt-Premiere“, so eine Pressemitteilung der Hochschule.

„Voglio e non vorrei“ für zwei Klarinetten, zwei Hörner und zwei Fagotte des jungen, vielfach preisgekrönten israelischen Komponisten Yair Klartag erklingt erstmals im Konzert – als Vorpremiere des 6. Mizorim Festivals vom 23. bis 26. Januar in Basel. Dieses wurde von der ehemaligen Trossinger Studentin Michal Lewkowicz ins Leben gerufen. Wie immer sind neben Prof. Chen Halevi zahlreiche Trossinger Studierende beteiligt.

Klanglich spannend ist am Samstag schon der Konzertauftakt, wenn sich kurze Werke der modernen „Klassiker“ Franco Donatoni (1927-2000) und Luciano Berio (1925-2003) mit Arien-Arrangements aus Mozarts „Nozze di Figaro“ als Collage treffen – ebenfalls ein Vorgriff auf das Mizorim Festival mit seinem Mozart-Schwerpunkt. Es folgt mit Trios für Klarinette, Violoncello und Klavier aus Max Bruchs Opus 8 spätromantische Literatur, bevor die Welturaufführung „Voglio e non vorrei“ von Yair Klartag die erste Hälfte des Programms beschließt.

Das Sextett für jeweils zwei Klarinetten, Hörner und Fagotte entstand als Auftragskomposition des Mizomorim Festivals Basel und des Adele and John Gray Endowment Fund. Yair Klartag, geboren 1985, komponierte es im Geist der Harmoniemusiken der Mozart-Zeit für Holzbläser und bezieht sich darin auf Teile des berühmten Duetts „Là ci darem la mano“ aus Mozarts „Figaro“. Allerdings transkribiert er nicht konkrete Melodieabschnitte daraus, sondern will emotionale und psychologische Aspekte dieser Opernszene in seiner eigenen musikalischen Sprache ausdrücken.

Zu Beginn der zweiten Konzerthälfte stehen zwei Sätze aus dem Trio a-Moll op. 114 von Johannes Brahms auf dem Programm – einem laut Mitteilung Meisterstück für die Besetzung Klarinette, Violoncello und Klavier. Und schließlich ist die frühe Abendzeit prädestiniert für eine Serenade, und so erklingt als Finale Mozarts Oktett c-Moll KV 388 für jeweils zwei Oboen, Klarinetten, Fagotte und Hörner. Wie am Anfang des Konzerts musizieren diese „Nachtmusique“ die Professoren Halevi und Koyama mit Studierenden.

Die Mitwirkenden sind Prof. Chen Halevi mit den Studierenden Jure Robek, Mirjam Avango, Filip Mikuša und Sviatoslav Milash (Klarinette), Prof. Akio Koyama mit Studierenden Celine Camarassa Castello und Jung Yoojin (Fagott), sowie Thomas Kirbisser und Nicolas Reiter (Horn), Hao Xie und Sofia Torgal (Oboe), Linda Evelīna Heiberga und Felix Balbach (Violoncello), außerdem Seung Hyung Ku und Nima Pingcuo (Klavier).

Der Eintritt ist frei.

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