Trossinger gibt der Geige das Maß

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Schwäbische Zeitung

Eine Violine, fast so hoch wie ein zweigeschossigesGebäude, wenn das kein Blickfang ist: Aus der Werkstatt des Trossinger Geigenbaumeisters Albrecht Löbner stammen die Proportions-Pläne für ein riesiges Geigen-Denkmal, das in Rötenbach im Schwarzwald für den Werkstoff Holz wirbt.

Von unserem Mitarbeiter  Alfred Thiele

Der Werkstoff Holz eröffnet der menschlichen Kreativität schier grenzenlose Möglichkeiten. Vom kompletten Wohnhaus über den Parkettboden und kunsthandwerklich gefertigte Möbel bis hin zur Skulptur des Bildhauers und zum Musikinstrument lässt sich aus ihm alles fertigen. Das hölzerne Geigen-Denkmal soll diese Vielfältigkeit anschaulich machen.

Die Mitglieder des noch jungen Vereins „Holzkette Schwarzwald“, in dem sich seit der Gründung im Jahr 1997 über 200 Handwerker und Industriebetriebe zusammen gefunden haben, haben anlässlich der siebten Schwarzwälder Holztage eine riesige Geigen-Skulptur mit Stahlsaiten angefertigt. Sie soll Symbol sein für die Hohe Schule der Holzverarbeitung sowie als Werbeträger für den Verein dienen. Proportionen und Maße – Mensur nennt man das in der Fachsprache - für das 6,50 Meter hohe Instrument hat der Trossinger Geigenbaumeister Albrecht Löbner beigesteuert, der seit vielen Jahren mit seiner Werkstätte in der Musikstadt ansässig ist.

Zu bewundern ist diese Gigantin unter den Violinen in Rötenbach, einem kleinen Schwarzwalddorf zwischen Donaueschingen und Titisee, das zur Gemeinde Fischbach gehört. Die Skulptur, die im Hof der Grundschule ganz in der Nähe des Kurparks steht, wurde aus dem heimischen Holz des Schwarzwaldes gefertigt.

Tradition aus 19. Jahrhundert

Diese Violine ist nicht allein Werbe- und Imageträger für den Verein „Holzkette Schwarzwald“. Sie steht in gleichem Maße als Denkmal für die Geigenbautradition in Rötenbach im 19. und im 20. Jahrhundert. Bürgermeister Clemens Hensler und Anette Pfaff, die Geschäftsführerin der „Holzkette“, wissen davon einiges zu berichten.

Sogar, dass Ludwig van Beethoven in jungen Jahren auf einer Bratsche aus dem kleinen Schwarzwalddorf spielte. Ihr Schöpfer, Johann Georg Straub (1798 bis 1854), war von Rudenberg bei Titisee-Neustadt nach Rötenbach gezogen, um hier sein Kunsthandwerk auszuüben. Die Violinen von Straub, so das Urteil von Experten, zeichnen sich bis in die Gegenwart durch einen sehr guten Ton aus.

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