Trossingen war sein Leben

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Schwäbische Zeitung
Silvia Müller

Trossingen, seine Bürger, die Schüler und die Städtepartnerschaft, das war sein Leben“: Das sagt Bettina Vonhöne über ihren Vater Hans Trümper. Der im August verstorbene CDU-Stadtrat und Vater der Städtefreundschaft mit Cluses ist im Rahmen einer Feierstunde am Samstag posthum zum Ehrenbürger ernannt worden. Seine Tochter Bettina Vonhöne und ihr Ehemann Jan nahmen die Auszeichnung entgegen.

„Meinen Vater hätte es sehr gefreut, diese Ehre zu erhalten“, versicherte Bettina Vonhöne. Er sei ein Vollblut-Trossinger gewesen und habe sich dem Wohle der Stadt verschrieben. Sich rein als Mensch am Menschen betätigen, das sei ihm wichtig gewesen, führte Bettina Vonhöne aus.

Bürgermeister-Stellvertreter Wolfgang Schoch nahm die Ehrung an Stelle von Bürgermeister Clemens Maier vor, der zur Beerdigung des am Dienstag verstorbenen Cluser Bürgermeisters Jean-Louis Mivel gereist war. „Hans Trümper hätte die Auszeichnung zu Lebzeiten schon verdient. Er hätte auch die Voraussetzungen dazu erfüllt. Durch seinen unerwarteten Tod ist es nicht mehr dazu gekommen“, sagte Wolfgang Schoch. Die Stadt wolle dem verdienten Mitbürger so etwas zurückgeben.

Dass Hans Trümper hohes Ansehen genieße, zeige die große Zahl der Anwesenden, so Schoch. Der Bürgermeister-Stellvertreter erinnerte an Stationen aus dem Leben Hans Trümpers. Das Ehrenamt sei ihm förmlich in die Wiege gelegt worden, sagte er. Im Jahr 1975 wurde Hans Trümper erstmals in den Gemeinderat gewählt, wo er bis zuletzt Sitz und eine gewichtige Stimme gehabt hatte. Bei den Wahlen war er meist „Stimmenkönig“. 37 Jahre lang war er erster Bürgermeister-Stellvertreter. Als Kommunalpolitiker durch und durch und als überzeugten Europäer bezeichnete Wolfgang Schoch den verstorbenen Hans Trümper, dessen politische Heimat bis zuletzt die CDU blieb.

Vor allem Städtepartnerschaft mit Cluses ist mit Hans Trümper untrennbar verbunden. „Die deutsch-französische Aussöhnung lag ihm sehr am Herzen“, sagte Wolfgang Schoch. „Offizier des französischen Palmenordens“, „Bundesverdienstkreuz am Bande“, „Staufermedaille“ und „Ehrenplakette des Europarates“ waren Auszeichnungen, die er für diese Bemühungen erhielt. „Alle Verdienste Hans Trümpers aufzuzählen würde den Rahmen jetzt sprengen“, fügte Wolfgang Schoch hinzu.

Lothar Wölfle, Landrat des Bodenseekreises und früherer Bürgermeister Trossingens, bestätigte, dass er von Hans Trümper immer vorbehaltlos – wenn auch nicht kritiklos – unterstützt worden sein. „Wir waren nicht immer einer Meinung, aber auf die Loyalität von Hans Trümper konnte ich mich bedingungslos verlassen“, erinnerte sich Wölfle.

Das Handeln Hans Trümpers sei von christlichen Werten geprägt gewesen: „Seine Empfindsamkeit für Stimmungen und Anliegen der Menschen haben ihn ausgezeichnet“, beschreibt Wölfle. Auch der Trossinger Ex-Bürgermeister kam nicht umhin, die Partnerschaft zu Cluses zu thematisieren. „Wenn man nicht mehr über ,die Deutschen’ und ,die Franzosen’, sondern über ,Hans’ und ,Jean’ spricht, dann lebt eine Freundschaft“, sagte Lothar Wölfle.

Musikalisch wurde die Feierstunde von Monja Heuler und Michael Heringhaus umrahmt. Sie begleiteten auch, als die Anwesenden gemeinsam das Trossinger Heimatlied im Gedenken an Hans Trümper sangen.

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