Tiefe Schlaglöcher sind fast die besseren

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 Auch in der Litschlesstraße gibt es jede Menge Schlaglöcher. Gefriert das Wasser, wird der Schaden größer. Der Bauhof bemüht si
Auch in der Litschlesstraße gibt es jede Menge Schlaglöcher. Gefriert das Wasser, wird der Schaden größer. Der Bauhof bemüht sich deshalb darum, solche Schäden möglichst schnell zu beheben. (Foto: Felker)
Sabine Felker

Es rumpelt derzeit ganz schön, wenn Autos durch eines der zahlreichen Schlaglöcher auf Trossingens Straßen fahren. Das wechselhafte Wetter habe den Straßen in diesem Winter besonders zugesetzt, so die Stadtverwaltung.

„Dieser ständige Wechsel zwischen Frost und Plusgraden, das setzt den Straßen zu“, sagt Reiner Hils, Bauhofchef der Stadtverwaltung Trossingen. „Das ist, als ob man den Asphalt sprengen würde. Und dazu haben wir auch einige Tage richtigen Frost mit tiefen Temperaturen gehabt, der tut dann sein Übriges.“ Wer zum Beispiel durch die stark frequentierte Litschlesstraße, den hinteren Teil der Birkenstraße oder die Rainstraße fährt, der muss derzeit so manchen Schlenker machen. Was für Autofahrer ärgerlich ist, kann für Radfahrer gefährlich werden, nämlich dann, wenn der Platz zum seitlichen Ausweichen durch überholende Autos fehlt.

Flicken aus dem Eimer

„Manchmal rufen uns Anwohner an, oft sehen wir die Löcher aber selbst“, so Hils. Schließlich achte das Bauhofteam bei jeder Kontrollfahrt durch die Stadt darauf. Großere Löcher machten übrigens weniger Probleme als wenn nur die obere Straßenschicht fehlt. „Die richtig großen sind einfacher zu flicken“, sagt er und setzt auf sogenanntes Kaltmischgut, also Asphalt mit einem Bindemittel versetzt, welches einfach in einem Eimer angerührt werden könne. An Stellen, an denen diese schnelle Variante nicht greift, muss mit Heißasphalt gearbeitet werden. Der hat aber einen Nachteil: „Dafür muss die Straße trocken sein“, so der Bauhofleiter.

Sorge, dass die ein oder andere Problemstraße – betroffen sind fast ausschließlich Straßen, die vor etlichen Jahrzehten gebaut worden und seit dem nicht mehr saniert wurden – irgendwann für den Verkehr nicht mehr passierbar sein könnten, hat Hils nicht und auch Kämmerer Armin Weiss stimmt zu. „Wir sanieren jedes Jahr einige Straßen. Immer dann, wenn die Stadtwerke wegen größerer Kanalarbeiten dran müssen oder wenn die Straße es sehr nötig hat.“ Nicht alle Straße seien in einem perfekten Zustand. „Natürlich könnten wir die Anspruchshaltung höher setzen“, so Weiss, „aber das würde zusätzliche Kosten verursachen“. Um den städtischen Haushalt zu entlasten, stünden deshalb jährlich ein oder zwei Straßen auf dem Sanierungsplan. Alle anderen „versuchen wir rauszuzögern“, sagt Weiss.

Frank Zepf vom Stadtbauamt weiß, was ein Straßenausbau kostet. Je nachdem, ob die Straßen einen Parkstreifen bekommt oder nicht und wie schwierig die Untergrundverhältnisse sind, schwanken die Preise je Meter Straße „zwischen 1200 und 2900 Euro“, so der Experte.

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