Spatenstich in Gölten zum Jubiläum

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Der Spatenstich für das Bauvorhaben erfolgte am Donnerstagnachmittag.
Der Spatenstich für das Bauvorhaben erfolgte am Donnerstagnachmittag. (Foto: Larissa Schütz)

Doppelt Grund zur Freude hat die Trossinger Wohnbau am Donnerstagnachmittag gehabt: Zum einen feierte sie ihr 60-jähriges Bestehen, zum anderen erfolgte der Spatenstich für das lange umstrittene Wohnbauprojekt „Am Stadtgarten“ im Gebiet Gölten. Ende 2019 soll der erste Bauabschnitt fertig sein.

Wohnbau-Geschäftsführer Matthias Sacher bezeichnete das Vorhaben als „Herausforderung“, die sich aber gut entwickelt habe. Hintergrund sind Proteste der Anwohner, nachdem das Bauvorhaben publik wurde. Eine Stärke der kommunalen Wohnbau, so Sacher, liege darin, dass sie anders als private Bauträger auch den Standort Trossingen weiterentwickeln wolle - und daher die Änderungswünsche der Anwohner zu großen Teilen berücksichtigen konnte.

Bürgermeister Clemens Maier wies in diesem Zusammenhang allerdings darauf hin, dass diese Änderungen auch das ursprüngliche Ziel in Gölten, günstigen Wohnraum, zunichte gemacht hätten. Dass dennoch Nachfrage nach den insgesamt 64 barrierefreien Wohneinheiten bestehen wird, davon geht Maier aus. „Der Druck auf dem Wohnungsmarkt ist da“, sagte er, „wir hoffen auf gute Resonanz und denken, dass wir der Stadt hier etwas Gutes bieten.“

Erster Bauabschnitt soll Ende 2019 fertig sein

Das Grundstück zwischen Ginsterweg, Arvenweg und Am Stadtgarten, das jahrelang brach lag, sei von Anfang an für mehrgeschossigen Wohnbau vorgesehen gewesen, so Maier. Im ersten von drei Bauabschnitten werden zwei mehrgeschossige Wohnhäuser mit je acht Wohnungen sowie eine Tiefgarage mit 34 Stellplätzen entstehen. Gegen diese Pläne habe es von Seiten der Anwohner keinerlei Einwände mehr gegeben, sagte Matthias Sacher.

Der Anwohnerprotest im Gebiet Gölten hatte sich im Sommer 2017 formiert, nachdem die Wohnbau die ersten Pläne für 72 Wohneinheiten vorgestellt hatte. Die flugs gegründete Bürgerinitiative BI Gölten erreichte, dass die Wohnbau den Rotstift ansetzte und ihre Pläne nochmals überarbeitete. Eine der größten Abweichungen vom ursprünglichen Bebauungsplanentwurf ist die zunächst als zu teuer abgelehnte Tiefgarage.

Als „tollen und interessanten Auftrag“ sah Architekt Bernd Behnisch das Projekt „Wohnen am Stadtgarten“. Ein von seinem Architekturbüro entwickeltes Typenhaus sei hier erprobt worden und habe sich in großen Teilen umsetzen lassen. „Ich hoffe, der Bau geht schneller als die Vorentwicklungszeit“, fügte er hinzu.

Für den ersten Bauabschnitt ist ein straffer, aber realistischer Zeitplan vorgesehen. Bis Ende kommenden Jahres sollen die Bauarbeiten beendet sein. Der zweite und dritte Bauabschnitt mit je drei Häusern zu je acht Wohnungen sollen unmittelbat nach der jeweiligen Fertigstellung folgen.

Dass der Spatenstich fast taggenau mit dem Jubiläum der Wohnbau zusammenfällt, passt nach Sachers Meinung wunderbar zusammen. Die Wohnbau wurde am 16. Oktober 1953 gegründet. Ziel der Gesellschaft ist bis heute die Versorgung breiter Bevölkerungsschichten mit angemessenem Wohnraum innerhalb des Stadtgebietes Trossingen - ein Ziel, das in Gölten umgesetzt wird , so Sacher: „Damit schließt sich ein Kreis.

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