Sonderausstellung endet am Sonntag

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 Eines der Exponate der Ausstellung, eine Rechnung der Klingenthaler Maschinenfabrik Berthold an Hohner.
Eines der Exponate der Ausstellung, eine Rechnung der Klingenthaler Maschinenfabrik Berthold an Hohner. (Foto: Harmonikamuseum)
Schwäbische Zeitung

Nur noch bis Sonntag, 17. November, wird die Sonderschau „Trossingen : Klingenthal“ über die beiden Weltzentren der Harmonika zu sehen sein. Die Sonderausstellung spiegelt die vielfältigen Aspekte von fast 200 Jahren württembergisch-sächsischer Harmonikageschichte wider. Wie das Deutsche Harmonikamuseum ist sie geöffnet Dienstag bis Freitag und Sonntag, jeweils 13.30 bis 17 Uhr.

Klingenthal in Sachsen und unser Trossingen waren in vielerlei Hinsicht „Schicksalsgenossen“. Die Ausstellung beschreibt laut Pressemitteilung sowohl den Aufstieg als auch den Niedergang der beiden Harmonika-Weltindustrien. Bis in die 1980er Jahre hinein waren in Ost und West jeweils tausende von Menschen in der Harmonikabranche beschäftigt. Wie der Musikwinkel rund um das vogtländische Klingenthal waren auch Heuberg und württembergische Baar fast 100 Jahre lang stark durch die Harmonikainstrumente geprägt.

Die Sonderausstellung zeigt nicht nur hunderte ausgewählter Harmonika-Instrumente aus Sachsen. Vor allem setzt sie die industrielle Entwicklung Klingenthals und Trossingens in Beziehung zueinander: Parallelen und Unterschiede werden aufgezeigt und die wirtschaftlich bedingten Migrationsbewegungen dokumentiert. So kamen die Eltern des hier bekannten Mundharmonikaspielers und Musikpädagogen Helmuth Herold kurz vor dessen Geburt im Sommer 1928 aus Klingenthal auf die Baar.

Unter der Überschrift „Was bleibt?“ nimmt die Sonderausstellung auch eine aktuelle Bestandsaufnahme vor. Von den einst zusammen genommen etwa 10 000 Arbeitsplätzen sind heute kaum mehr als 200 übrig. Doch das Musikstadt-Image wird beiderseits gepflegt, so die Mitteilung. „Klingenthal zusätzlich mit dem Wintersport und als Wanderparadies.“

Die in der Ausstellung wiedergegebene aktuelle Einwohnerstatistik zeigt, dass die sächsische Kleinstadt auf gut 8000 Einwohner geschrumpft ist und im Vergleich zum doppelt so großen Trossingen eine auf den Kopf gestellte Alterspyramide hat: Über 3000 Personen und damit fast 40 Prozent der Einwohner sind 65 und mehr Jahre alt. „Die Strukturprobleme in Klingenthal sind offensichtlich. Die Gesamtlage im Südwesten ist einfach besser.“ Und vom Stadtbild her habe Trossingen ein besonderes Plus: Über eine dem Hohner-Areal vergleichbare renovierte und neu genutzte Industrie-Anlage verfügt Klingenthal nicht. –

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