Schmelzendes Timbre und richtig funky

Lesedauer: 4 Min

Song über New York: Ginevra Benedetti, Philipp Jahn und Konstantin “Tine” Heieck.
Song über New York: Ginevra Benedetti, Philipp Jahn und Konstantin “Tine” Heieck. (Foto: Cornelia Addicks)
Cornelia Addicks

Vom sanften Pop bis zum deftigen Heavy Metal: 25 ganz unterschiedliche Musikstücke haben die gut 200 Gäste am Dienstagabend im Kesselhaus beim Semesterabschlusskonzert des Fachs „Jazz und Popularmusik“ der Hochschule Trossingen gehört.

Wer die Prüflinge unter der Vielzahl der Sänger und Musiker waren, darüber konnten die Zuhörer nur Vermutung anstellen. Hier die Auflösung: Zum Modulabschluss waren Adrian Goldner, Manuel Draxler, Sinnika Kimmich, Jan Stoertzenbacher, Konstantin Heieck und Dominick Wittmann angetreten; die Prüfungskommission saß in der ersten Reihe.

„Don’t Let Me Go“ bat Goldner in der 2014 veröffentlichten R&B-Soul-Mischung von Jarle Bernhoft und outete sich dabei als „naked man, standing in the desert“. Kräftigen Beifall erntete er auch für seine mehrere Oktaven umfassende Stimme und sein Keybord-Spiel bei dem Broadway-Song „On the Sunny Side of the Street“ aus den 30er-Jahren.

Manuel Draxler bezauberte das Publikum als Pianist mit der Jazzballade „Waltz for J.B.“, einer aparten Komposition von Brad Mehldau. Gemeinsam mit dem Kontrabassisten Stoertzenbacher, in Trossingen vor allem als Dirigent bekannt, zeigte „Manu“ bei dem Swing-Klassiker „The Days Of Wine And Roses“ den Prüfern und dem Publikum sein Können. Für sein zweites Abschluss-Stück, Vulfpecks „Dean Town“, wechselte Stoertzenbacher zum E-Bass: richtig funky.

Von Jazz zu Hard-Rock

Einer der Höhepunkte des Konzerts war die Jazzballade „Spring Can Really Hang You Up the Most“ von 1955: Sinnika Kimmich sang sich mit den Worten von Fran Landesmann, der Poetin für „lovers and losers“, in die Herzen der Zuhörer. Dabei begleitete sie sich selbst am Piano. Von sechs Kommilitonen begleitet, präsentierte „Sinni“ den R&B-Titel „Empire State Of Mind“ von Jay Z. Der Text beschreibt mit nicht immer druckfähigen Begriffen den „concrete jungle“ New Yorks.

Als sehr variabler Sänger erwies sich Konstantin „Tine“ Heieck: Er pfiff melodisch, behielt die „Stiff Upper Lip“, wie von ACDC im 18 Jahre alten Hard-Rock-Song vorgegeben und flirtete vokal-intensiv mit der charmanten Masterstudentin Ginevra Benedetti in Gregory Porters „Insanity“: schmelzendes Timbre, kräftiger Applaus.

Sänger und Gitarrist Dominik Wittman hatte sich Bon Jovis „Livin‘ On A Prayer“ und „Chop Suey!“ der Alternative-Metal-Band SOAD als Prüfungsstücke ausgewählt.

Unter den nicht zur Prüfung zählenden Stücken gefielen vor allem Philipp Jahns „Alone Again“, die Ballade vom „Boatman“ und der Gospelsong „His Eyes“.

Ihr Kommentar wird nach einer kurzen Prüfung durch unsere Redaktion veröffentlicht.
Kommentare werden geladen
Mehr Themen