„Schlagzeug pur“ im Würfelsaal

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Trossinger Schlagzeuger und ihr Lehrer Prof. Franz Lang
Trossinger Schlagzeuger und ihr Lehrer Prof. Franz Lang (Foto: Musikhochschule)

Wenn die Schlagzeuger der Trossinger Musikhochschule ein Konzert geben, fahren sie normalerweise mit einem 7,5-Tonner vor, um ihre Instrumente zu transportieren. Bei „Schlagzeug pur“ am Donnerstag, 17. Mai, 19.30 Uhr im Würfelsaal der Volksbank Trossingen sind die Studenten von Professor Franz Lang aber mit leichtem Gepäck unterwegs: Das Marimbaphon mit seinen tiefen Bässen und seinem vollen, warmen Klang steht im Mittelpunkt des stilistisch facettenreichen Abends der Benefiz-Konzertreihe „Vis-à-vis. Klangkunst im Würfel“.

„Retrouvailles“ ist ein Werk von Georges Aperghis: Justin Auer und David Panzer spielen diese Performance, in der die Begegnung zweier Menschen zu einem rhythmischen Ereignis wird. Wie vielseitig eine kleine Trommel klingen kann, zeigt Uwe Mattes mit der „Meditation Nr. 1“ des amerikanischen Komponisten Casey Cangelosi, während Kai Faßbinder mit einer Komposition Eric Sammuts das Marimbaphon Tango tanzen lässt. In „Two Movements“ aus den 1960er-Jahren, gespielt von Uwe Mattes, kommen die Klangmöglichkeiten des Marimbaphons in ihrer ganzen Bandbreite zum Ausdruck. Mit „Prélude“ in C-Dur von Clair Omar Musser (1901-1998), dargeboten von Felix Beck, erklingt ein beliebter Marimbaphon-Klassiker. Wunderbar zu hören ist das „Prélude Nr. 1“ des Marimba-Virtuosen Emmanuel Séjourné, das Kai Faßbinder spielen wird. Auch Nebjosa Zivkovics „Iljas“ erinnert mit hochvirtuosen Taktwechseln an Volksmusik vom Balkan. „To the Earth“ des amerikanischen Komponisten Frederic Rzewski (geb. 1938), interpretiert von Julian Bucher, beruht ebenfalls auf einem Text Homers, einer Hymne auf „Mutter Erde“. Auch in diesem 1985 entstandenen Stück wird mit „leichtem Gepäck“ musiziert: hier vier tönerne Blumentöpfe. Und am Ende des Abends werden vier Musiker – Justin Auer, Kai Faßbinder, Uwe Mattes und Felix Beck – gemeinsam am Marimbaphon stehen zu einem furiosen Finale mit Giovanni Solimas „Millenium Bug“.

Die Schlagzeuger der Klasse Professor Franz Lang erzielen nicht nur regelmäßig Erfolge bei Kammermusik- und Solo-Wettbewerben, sondern sind als Absolventen inzwischen in fast jedem deutschen Spitzenorchester vertreten. Erst Mitte April erspielten sich zwei der Studierenden, die im Würfelsaal zu Gast sein werden, begehrte Preise der Trossinger Hochschule: Justin Auer gewann den Iris Marquardt-Preis, während Uwe Mattes den Preis des Fördervereins erhielt, der wiederum maßgeblich an der Förderung bedürftiger Studierender beteiligt ist.

Beginn ist um 19.30 Uhr. Der Eintritt kostet 10 Euro, Karten erhältlich an der Abendkasse. Der Erlös kommt dem Verein der Freunde und Förderer der Hochschule für Musik Trossingen e. V. zugute.

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