Schöne Musik für den guten Zweck

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Die Koyamas sind eine musikalische Familie.
Die Koyamas sind eine musikalische Familie. (Foto: Helmut Rotter)
Schwäbische Zeitung

Der Trossinger Frauenchor „Sakura“ ist am Montag wieder auf der Bühne gestanden, um acht Jahre nach dem verheerenden Tsunami Spenden für die Kinder und den Wiederaufbau in Japan zu sammeln. Zum ersten Mal traten sie in der Bundesakademie auf.

Mit dabei waren der Frauenchor Sakura unter Leitung von Yuko Koyama, die auch als Mezzosopran begeisterte, Aya Koyama (Sopran) und Fagottistin Akio Koyama, die in Trossingen als Professorin an der Musikhochschule bekannt ist. Unterstützt wurden sie von Elias Schneider, Bundespreisträger für Fagott, Sonoko Imai Stastny, Geigerin an der Stuttgarter Staatsoper sowie Holger Dominik Spegg, Klavier-Dozent an der Musikhochschule Trossingen. Zudem waren die Duos Shoko Hayashizaki und Michael Hagemann (Klavier) und Naoko und Andreas Nebl an Mundharmonika und Akkordeon dabei.

Die Tsunami-Katastrophe in Japan vor acht Jahren, so erinnerte Ernst Burgbacher in seiner Begrüßung, sei eben nicht nur eine Nuklearkatastrophe gewesen, sondern bedeute menschliche Schicksale mit Toten, Verletzten, Verlust von Hab und Gut, zerstörte Städte und Landschaften.

Auf dem Programm des Benefizkonzerts standen deutsche Volkslieder wie „Es klappert die Mühle“ oder „Komm, lieber Mai“, die der Chor Sakura vortrug. Elias Schneider spielte Bachs „Partita d-moll für Flöte“, während Sonoko Imai Stastny und Holger Dominik Spegg aus Beethovens „Sonate für Klavier und Violine Nr. 5“ spielten.

Japanische Volkslieder präsentierten Aya, Yuko und Akio Koyama und Spegg. Akio Koyama und Spegg interpretierten anschließend Pedro Iturraldes „Pequena Czarda“. Werke von Haracio Lavandera und Laurent Boutros brachten Hayashizaki und Hagemann zu Gehör, während Naoko und Andreas Nebl mit Astor Piazollas „Libertango“ begeisterten.

Zum Abschluss sangen alle gemeinsam „Im Märzen der Bauer“ und „Alle Vögel sind schon da“.

Die Unterstützung des Orts Kamaishi, den der Tsunami hart getroffen hat, liegt Yuko Koyama besonders am Herzen. Für diesen Zweck war der Chor einst auch gegründet worden – und eigentlich als einmaliges Projekt gedacht.

2013 und 2016 hat die Familie Koyama Benefizkonzerte in Kamaishi gegeben. Bürgermeister Takenori Noda hatte damals dazu beigetragen, die seelischen Wunden der Katastrophenopfer zu heilen. „Ich habe die Kraft des großartigen Musizierens der Familie Koyama deutlich spüren können“, so der Bürgermeister. Noch ungefähr 340 Haushalte in Kamaishi sind in einer Notunterkunft untergebracht und führen ein mangelhaftes Leben.

Unter dem Motto „Kamaishi erfüllt von Hoffnung und Lachen“ soll aber auch die „neue“ Stadt Kamaishi weiterentwickelt werden. Erste Erfolge seien etwa die Eintragung als UNESCO-Weltkulturerbe oder die Austragung der Rugby-Weltmeisterschaft 2019.

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