Sascha Morgenstern ist Meister unter den Barmixern

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Ein Vollprofi mit internationaler Erfahrung ist Barkeeper Sascha Morgenstern (links) vom Trossinger „Blow up“ – sein Wissen gibt
Ein Vollprofi mit internationaler Erfahrung ist Barkeeper Sascha Morgenstern (links) vom Trossinger „Blow up“ – sein Wissen gibt
Schwäbische Zeitung

– Mit seinen Drinks hat er schon gegen Barkeeper aus der ganzen Welt gewonnen, er hat im Europapark gerührt und geschüttelt und sein Handwerk in einem Vier-Sterne-Hotel in Karlsruhe und in der Barmixerschule in Rostock gelernt. Jetzt steht Barkeeper Sascha Morgenstern hinter der Theke des Trossinger „Blow up“

Von unserer MitarbeiterinIngrid Kohler

Freundlich lächelnd steht er hinter der Theke im „Blow up“ in der Hohnerstraße und mixt einen Cocktail nach dem anderen. Etwa 350 Rezepte – mit und ohne Alkohol – hat der 35-jährige Sascha Morgenstern in seinem Repertoire, deren Rezepte ein streng gehütetes Geheimnis sind. „Die Rezepturen werden nicht weitergebeben – da ginge die Magie verloren“.

Sascha Morgenstern hat seinen Job von der Pike auf erlernt. „In Karlsruhe in einem Vier-Sterne-Business-Hotel habe ich eine dreijährige Ausbildung zum Restaurantfachmann absolviert und danach als Commis de Bar gearbeitet, um die Grundlagen für die Barmixerschulung erhalten“. In Nordamerika hat er sich dann noch „die große Welt angeschaut“. Dann zog es ihn im Jahr 2000 in den größten Freizeitpark Deutschlands, den Europapark Rust. Parallel besuchte er die Barmixerschule in Rostock und nahm das IHK-Zertifikat mit der Note 1,2 als Kursbester in Empfang.

Dass eine solche Prüfung kein Zuckerschlecken ist, verrät der Barkeeper gerne: „Man muss 120 Drinks kennen, denn aus diesen werden zehn Rezepte ausgelost, von denen man eines abwählen darf“. Diese neun Drinks muss der angehende Barmixer dann zubereiten. Bewertet werden auch Technik und Geschmack. „30 weitere Cocktails muss jeder Prüfling schriftlich belegen, einschließlich Garnitur und Glas und Rezeptur“.

Doch damit hatte Morgenstern noch nicht genug: „Sechs Wochen später flog ich nach Mailand zu Internationalen Barmeister-Prüfung – Unterrichtssprache ist dort englisch, und die Prüfungsaufgaben werden aus 250 Rezepturen gezogen“. Dass er von 45 Teilnehmern, die weltweit angereist waren als Kursbester mit der Note 1,0 abschnitt, erwähnt der zurückhaltende Trossinger Barkeeper nur am Rande.

Bis 2005 verwöhnte er die Besucher im Europapark mit seinen Drinks, dann wechselte er als Barchef in die Millenium-Bar mit 350 Sitzplätzen im SI-Zentrum Stuttgart.

Eine Beschäftigung in einem Aldinger Betrieb der Metallbranche, mit der er sich eine Auszeit aus der Gastronomiezeit nahm, führte ihn in die hiesige Region.

„Als Barkeeper ins ,Blow up' kam ich dann wie die Jungfrau zum Kinde – an der Tankstelle von Gaetano di Marco sah ich auf einem Plakat, dass zur Eröffnung des ,Blow up‘ Personal gesucht wird und habe mich spontan beworben.“

„Bei der Durchsicht der Bewerbungsmappe dachte ich im ersten Moment ,Was will ein Profi bei uns - den kann ich mir doch gar nicht leisten‘, blickt „Blow up“-Inhaber Gaetano di Marco auf den ersten Kontakt Sascha Morgenstern zurück. Doch die beiden haben sich „gesucht und gefunden“, denn „ich bin ein Barmixer mit Leib und Seele“, betont Morgenstern „man kann mich nicht kaufen, aber begeistern und aus einem ehemaligen Lederwaren- und später Schuhgeschäft eine Bar zu machen, das finde ich einfach klasse“.

Der international erfahrene Profi, der im Übrigen seit 2004 in Trossingen wohnt, fühlt sich im „Blow up“ sehr wohl. „Ich habe alle Freiheiten, mein Chef lässt sich von meinen Ideen begeistern, und es läuft super hier“. Er habe bereits viele Stammgäste. „Mein ältester Gast ist eine 84-jährige Trossingerin“, freut sich Morgenstern. „Sie sitzt an der Bar, trinkt ihren Cocktail und freut sich ihres Lebens – einfach schön“.

„Zur Silvesterparty im ,Blow up‘ werde ich den ,Drink 2010‘ servieren – die Rezeptur lasse ich mir aber erst kurzfristig einfallen“, verspricht der Barkeeper.

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