Reisen in virtuelle Welten

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Musikdesign-Student Denis Weitmann begibt sich in einem immersiven 3D-Film virtuell in die Kunsthalle Mannheim. Am Dienstag kön
Musikdesign-Student Denis Weitmann begibt sich in einem immersiven 3D-Film virtuell in die Kunsthalle Mannheim. Am Dienstag können die Gäste des Ateliertags dieses Erlebnis nachvollziehen. (Foto: Frank Czilwa)
Frank Czilwa

Das ausführliche Programm des Ateliertags finden Sie unter:

www.landeszentrum.de/ateliertag-2018/

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Der 3-D-Aufenthalt in virtuellen Welten, Einsteiger-Workshops für jedermann zu Klang-Apps zum Lehren und Lernen, Einblicke in laufende Forschungen und eine abendliche Multimedia-Performance in drei Gebäuden – das sind nur einige der Höhepunkte beim Ateliertag, zu dem das Landeszentrum „Musik-Design-Performance“ an der Staatlichen Hochschule für Musik am Dienstag, 19. Juni, einlädt.

Die Landeszentren an den baden-württembergischen Musikhochschulen sind die Frucht der Diskussion über die Zukunft der Musikhochschulen vor ein paar Jahren. „Von den fünf ist unser Landeszentrum, denke ich, am breitesten aufgestellt“, sagt Barbara Lüneburg, eine von sechs Professoren am Trossinger Landeszentrum. Denn es verbindet Forschung und Performance, intermediales Gestalten und Didaktik, Kunst und Technik.

„Musik-Design-Performance“ ist kein eigener Studiengang, sondern so etwas wie ein „Netzwerk“ innerhalb der Hochschule, sagt Philipp Ahner, Professor für Musikpädagogik und Musikdidaktik im Kontext digitaler Medien. Das schlage Brücken zwischen der traditionellen Musikwelt und der zunehmend digitalisierten Welt.

„Für uns Studierende bedeutet das ganz neue Potentiale für innovative Konzepte und Forschungen“, sagt Zacharias Fasshauer, einer der Studierenden, die den Ateliertag mit organisieren und gestalten. Vor zwei Wochen, so berichtet Zacharias Fasshauer, hat sich auch eine studentische Hochschulgruppe „Musik-Design-Performance“ gebildet, die sich regelmäßig trifft, um sich Gedanken über die Aufgabe der Kunst in der digitalisierten Zukunft zu machen.

Der Ateliertag am Dienstag, 19. Juni, ist so etwas wie ein „Tag der offenen Tür“ des Landeszentrums und bietet allen Interessierten mit offener Lehre, Workshops, Diskussionen, Vorträgen und Performances Einblicke in die Arbeit von „Musik-Design-Performance“ und deren Ergebnisse.

Eine kleine Auswahl aus dem Programm: Der Tag beginnt um 10 Uhr mit einem Vortrag, in dem Musikdesigner Tab Bellmann über seine explorative Studie zu Musik und Demenz berichtet.

Um 12 Uhr gibt es einen Praxisworkshop für Einsteiger über den Einsatz von Klang-Apps für mobile Endgeräte und ihren Einsatz beim Lehren, Lernen und im Unterricht.

Projekt für die Kunsthalle Mannheim

Um 14 Uhr wird im Hans-Lenz-Haus – der ehemaligen Musikschule gegenüber der Musikhochschule – ein laufendes Projekt dargestellt, in dem die Trossinger Musikdesigner für die Kunsthalle Mannheim immersive 360-Grad-Filme entwickeln, in denen es unter anderem um die Inszenierung von Skulpturen mittels Musik und Tanz geht. So kann man mit der Virtual-Reality-Brille die Kunsthalle „besuchen“ und dort eine Tanzperformance „live“ und in 3D erkunden.

Noch einen Schritt weiter geht „Audio Environments: Virtual Reality und Raumklang“ um 17 Uhr. Dort kann man sich nicht nur virtuell in tatsächlich existierende Räumlichkeiten begeben, sondern künstliche und künstlerische Welten mit Sound, Musik und visuellen Umgebungen erleben und sich in diesen Welten frei bewegen.

Das Thema „Extended Realities“ –also „erweiterte Realitäten“ – wird das Landeszentrum in den nächsten Jahren ohnehin begleiten, so Barbara Lüneburg. Dabei geht es darum, die vertrauten Möglichkeiten und Grenzen von Musik und Design auszuweiten.

Um 19 Uhr beginnt dann ein Abend mit Performances zunächst im Hans-Lenz-Haus, geht dann weiter in die Kleine Aula, dann in den Blauen Bau und von dort wieder zurück ins Hans-Lenz-Haus. Bei diesem Atelierkonzert kommen auch Kompositionen von Studierenden zur Aufführung. So hat Zacharias Fasshauer in „Machtspiel“ für Tanz, Kontrabass und Live-Elektronik die „Machtverhältnisse“ zwischen Tanz und Musik einmal umgekehrt, bis am Ende die Musik überflüssig wird. Bjarne Taurnier wiederum lässt synthetische Klänge und die Live-Klänge eines Pianisten zu den Beats des Dubstep – einer um das Jahr 2000 herum in Großbritannien entstandenen Musikrichtung, die komplexe und ziemlich düstere elektronische Rhythmen in den Mittelpunkt stellt – erklingen.

Das ausführliche Programm des Ateliertags finden Sie unter:

www.landeszentrum.de/ateliertag-2018/

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