Pfauen als Vermächtnis

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 Die Pfauen in der Anlage am Gauger.
Die Pfauen in der Anlage am Gauger. (Foto: Silvia Müller)
Silvia Müller

Dass in dem Gehege im Trossinger Naherholungsgebiet Gauger Damwild gehalten wird, ist hinlänglich bekannt. Doch nur dem aufmerksamen Besucher fällt auf, dass neben dem Eingang zum Gehege eine große Volierenanlage steht. Pfauen, Fasane und Tauben werden darin gehalten. Dahinter steckt viel Arbeit.

„Die Haltung dieser Vögel geht auf eine Idee meines Großvaters Paul Jung zurück und ist somit ein Erbe von ihm an mich“, erklärt Stefan Schmitt, der sich um die Tiere kümmert. Paul Jung sei nicht nur Jäger und Angler, sondern auch Falkner gewesen. Dem Hobby der Falknerei sei er auch am Gauger nachgegangen, erzählt Stefan Schmitt. Die Anlage war auch schon Auffang- und Pflegestation für Greifvögel. „Einmal brachte ein Ehepaar Tauben, die hier überwintern sollten. Das ist inzwischen über zehn Jahre her, die Leute haben sich nie wieder gemeldet“, berichtet Schmitt und erklärt somit gleichzeitig, wie es zur Taubenhaltung am Gauger kam. Das Pärchen von damals hat gebrütet und so sind immer wieder Nachkommen da. Derzeit päppelt der Heger eine Wildtaube auf, die er verletzt gefunden hat. „Sobald sie fit ist, entlasse ich sie wieder in die Natur“, sagt er.

Die Pfauen sind ein Vermächtnis von Paul Jung. „Mit bis zu 30 Jahren haben sie eine sehr hohe Lebenserwartung. Die erste Henne war beinahe so alt wie das Gehege“, beschreibt Stefan Schmitt. Nachdem sie gestorben sei, wollte er den Hahn nicht alleine lassen. Als dann der seiner Altersschwäche erlegen sei, bekam die junge Henne wieder einen Gefährten. So bewohnt nun ein recht junges Pfauenpaar einen Teil der Volierenanlage. In einem weiteren großen Käfig leben ein Goldfasan und eine dazu gehörige Henne. „Die habe ich ihrer Schönheit wegen angeschafft, so Stefan Schmitt.

Wie es bei Vögeln meist üblich ist, kommt die Henne mit ihrem erdfarbenen Federkleid recht unscheinbar daher. Die Pracht der männlichen Vögel soll die Damenwelt beeindrucken. „Allerdings sieht auch der Pfau im Moment nicht so schön aus“, bedauert Schmitt. Etwa Mitte Juli kommt der Pfau in die Mauser, das heißt er verliert seine schönen langen Pfauenfedern, die ihm sonst sein klassisches Aussehen verleihen und die Grundlage des Ausdruckes „stolz wie ein Pfau“, sind.

Seine nächste Aufgabe ist nun, das Winterquartier für die Pfauen und die Fasane herzurichten. Im Gegensatz zu den Tauben werden sie während der kalten Jahreszeit im Stall untergebracht.

Eine Entwicklung über die sich Stefan Schmitt freut, ist die Tatsache, dass das Fütterungsverbot beim Damwild nun greift. Das musste ausgesprochen werden, nachdem die Tiere mit für sie völlig ungeeignetem, zum Teil sogar verdorbenem,Gebäck gefüttert wurden. „Zwischenzeitlich suchen sie sich ihr Futter wieder im Gehege, so wie es sein soll“, beschreibt der Heger. Auch der für das Damwild zuständige Tierarzt habe den deutlich besseren Gesundheitszustand der Tiere schon festgestellt.

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