Ortssenioren kritisieren Parkplatz-Raser

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Mit Autofahrern, die zu schnell unterwegs sind, müssen sich andere Verkehrsteilnehmer regelmäßig herumschlagen - und das nicht nur auf der Straße, sondern gelegentlich auch auf großen Parkplätzen. Besonders auf Großparkplätzen beklagt der Ortsseniorenrat dieses Problem.

„Die Leute rasen im Schwabenpark“, stellte Gabriele Großbach in der jüngsten Sitzung des Ortsseniorenrats fest - und fragte sich, ob auf solchen Parkplätzen nicht generell Schrittgeschwindigkeit herrsche. Vorsitzender Gerhard Appenzeller bestätigte ihren Eindruck.

„ Bei den Parkplätzen handelt es sich meistens um tatsächlich öffentlichen Verkehrsraum, was bedeutet, das dort ganz normal die Straßenverkehrsordnung gilt“, sagt Christoph Steilner vom Tuttlinger Polizeipräsidium. Daraus leite sich auch die Geschwindigkeit ab, bei der vor allem die gegenseitige Rücksichtnahme eine Rolle spielt. „Hier ist zum Beispiel Fahren auf Sicht oder die an die Verkehrsverhältnissen angepasste Geschwindigkeit enthalten“, so Steilner. Nicht amtlich angebrachte Geschwindigkeitsbeschränkungen sind unwirksam, wobei normalerweise auch amtlich keine Geschwindigkeitsbeschränkungen angebracht würden. Als angemessenes Tempo auf Parkplätzen sehen die meisten Gerichte tatsächlich die Schrittgeschwindigkeit an, ständige Bremsbereitschaft ist erforderlich.

Auf den Parkplätzen geschehen hauptsächlich Unfälle beim Ein- und Ausparken. „Diese Unfälle sind in der Regel Kleinstunfälle, die nicht polizeilich erfasst werden“, teilt Steilner mit. „Lediglich Unfallfluchten oder Unfälle mit Verletzten werden erfasst. Unfälle mit Verletzten kommen jedoch so gut wie gar nicht vor.“ Daher gebe es keine belastbaren Unfallzahlen.

Gängige Vorfahrtsregeln gelten nicht

Wer ein- oder ausparkt, muss bedenken, dass auch andere Autofahrer gerade ein- oder ausparken. Es sollte auf solchen Parkplätzen grundsätzlich sehr umsichtig gefahren werden, rät die Polizei, da der viele Fahrzeugverkehr und die Fußgänger ständig zu schwierigen Situationen führen können. „Besonders auf Kinder sollte immer besonders geachtet werden, die können sehr leicht übersehen werden.“

Steilner fügt hinzu, dass auf einem Parkplatz niemals die Vorfahrtsregeln wie „rechts vor links“ gelten. „Für Vorfahrtsregeln müssen sich zwei Straßen kreuzen, dass ist auf Parkplätzen nicht der Fall. Hier gilt immer die gegenseitige Rücksichtnahme“, führt er aus.

Der Besitzer des Parkplatzes ist „Straßenbaulastträger“ und somit für die verkehrssichere Ausgestaltung der Verkehrsfläche verantwortlich. Deshalb habe auch die Stadt auf Großparkplätzen in dieser Hinsicht relativ wenig Einflussmöglichkeiten, sagt Hauptamtsleiter Dieter Kohler. Steilner betont, dass der Besitzer zwar für die Verkehrssicherungspflicht verantwortlich sei, aber nicht für Fehlverhalten der Verkehrsteilnehmer hafte.

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