Orkantief: Trossingen kommt glimpflich davon

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Larissa Schützund Sabine Felker

Glimpflich davongekommen ist Trossingen, als am Montag Sturmtief „Sabine“ über die Region fegte. Bis auf die Realschule blieben die Schulen geöffnet, der Wald trug keine größeren Schäden davon. Das THW hingegen rückte zu einem größeren Einsatz aus - allerdings nicht in der Musikstadt, sondern im Schwarzwald-Baar-Kreis.

Schon früh am Morgen wurde der Trossinger Ortsverband mit der Fachgruppe Räumen in Bereitschaft versetzt und schloss vormittags mit dem Schwenninger THW zusammen, wie Markus Payer von der Regionalstelle Villingen-Schwenningen berichtet. 19 Helfer der beiden Verbände fuhren gemeinsam nach Peterzell bei St. Georgen, wo die Landstraße nach Langenschiltach versperrt war: Rund 25 Bäume waren umgestürzt. Mit Radlader und Motorsägen räumten die Helfer des THW die Straße wieder frei. „Bis etwa 17 Uhr waren sie dort im Einsatz“, so Payer.

Auch für das THW war der Einsatz während des Sturms nicht ungefährlich. „Die Helfer dürfen den Wald natürlich erst betreten, wenn keine akute Gefahr mehr besteht“, betont der Trossinger Ortsbeauftragte Bernard de Groot. Da das Holz der umgeworfenen Bäume unter Spannung stehe, dürfe es nicht falsch angesägt werden. Sonst kann es zu plötzlichen Bewegungen kommen, wobei die Äste ausschlagen und die Helfer verletzen können. Das THW habe eine spezielle Ausbildung für Sturmholzbeseitigung, sagt de Groot. Auch beim Fahren mussten die Trossinger Helfer aufpassen. Der Sattelzug, mit dem sie den Radlader nach Peterzell transportierten, ist rund 16 Meter lang und 28 Tonnen schwer: Viel Angriffsfläche für Sturmböen.

Am Dienstag war das Trossinger THW zwar nicht mehr in Bereitschaft, hatte sämtliche Geräte aber noch nicht vom Sattelzug abgeladen, falls der Ortsverband nochmals alarmiert würde. „Es dauert nämlich eine halbe bis Dreiviertel-Stunde, bis alle Geräte verladen sind und wir losfahren können“, erläutert der Ortsbeauftragte Bernard de Groot.

Indessen beziffert Revierförster Klaus Butschle die Schäden im Trossinger Wald als „eher unbedeutend“. Einzelne morsche Fichten seien über dem Boden abgebrochen und an Stellen, wo den Bäumen Schutz fehlte, stürzten manche um. Butschle schätzt, dass zwischen 100 und 200 Festmeter Sturmholz angefallen sind.

„Einzelne Waldwege sind noch versperrt, die werden wir natürlich sofort freiräumen“, so der Förster. Die restlichen umgeworfenen Bäume bleiben hingegen bis März liegen. „Die Wetterlage ist noch unruhig“, erläutert Butschle, „wir warten deshalb ab, was an Sturmholz in den kommenden Wochen noch dazukommt.“

Ein zweigeteiltes Bild zeigte sich am Montag an den Schulen: Die Werkrealschule und das Gymnasium waren geöffnet, doch ein Großteil der Schüler war wegen der Unwetterwarnung nicht zum Unterricht gekommen. Hauptsächlich Schüler von außerhalb hatten wohl nicht auf die Busverbindungen vertrauen wollen. Die Realschule hatte kurzentschlossen entschieden, den Unterricht komplett abzusagen (wir haben berichtet). Rektor Udo Kohler dazu: „Mit Blick auf die Baustellen auf unserem Gelände und den großen Kran war uns das zu riskant. Außerdem hätten wir die Schüler nach dem Unterricht genau dann in den Sturm entlassen müssen, wenn laut Vorhersage das Wetter am heftigsten sein sollte.“ Schüler, die nicht rechtzeitig über Telefonketten vom Unterrichtsausfall erfahren hatten, wurden in der Aula betreut, bis sie von ihren Eltern abgeholt werden konnten.

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