Musikschule Trossingen (Symbolbild) (Foto: dpa)

Die Einrichtung einer Hochschulakademie der baden-württembergischen Musikhochschulen in Trossingen ist einer der Eckpunkte im Konzept des Ministeriums für Wissenschaft und Kunst für die Neustrukturierung der fünf Musikhochschulen im Land. Das Akademie-Konzept ist ganzjährig angelegt und würde, so das Ministerium, ein Alleinstellungsmerkmal für Trossingen und Baden-Württemberg darstellen, das – so hofft das Ministerium – auch musikalisch interessierte Touristen in die Stadt bringen könnte. Wir stellen die Eckpunkte des Konzepts vor.

Die vom Ministerium beabsichtigte Umstrukturierung sieht vor, die bislang 27 Studiengänge, die an der Musikhochschule Trossingen angeboten werden, auf zwei Schwerpunktstudiengänge, nämlich Alte Musik im Hauptfach und Elementare Musikpädagogik, zu reduzieren, die dann für das Land in Trossingen konzentriert werden sollen. Die dadurch frei werdenden räumlichen und Verwaltungs-Kapazitäten sollen für eine Hochschulakademie genutzt werden, die Studierende aus allen fünf Musikhochschulen des Landes, aber auch darüber hinaus, wesentliche Zusatzangebote zu ihrem Unterricht wie Meisterkurse oder Blockunterricht ermöglicht. Ein Abbau von Verwaltungsstellen in Trossingen könnte dadurch, so das Ministerium, vermieden werden.

Die Studierenden kämen für einzelne Wochen in die Akademie, etwa für Probenphasen von Hochschulchören und -orchestern, Intensivwochen und Meisterkurse mit namhaften Künstlern oder Kammermusikprojekte nach dem Vorbild der „Villa Musica Rheinland-Pfalz“. Die Akademie und die mit ihr verbundenen Konzerte würden, so das Ministerium, das Konzert- und Musikleben in der Region „nachhaltig“ verbessern und bereichern.

Zentrum für historische Aufführungspraxis

Die Akademie soll ganzjährig arbeiten: In den Semesterferien soll hier Blockunterricht in Ergänzungsfächern, vor allem im Bereich Alte Musik, stattfinden. In einem „Zentrum für historische Aufführungspraxis“ sollen Studierende aller Hochschulen des Landes zusätzliche Qualifizierungsangebote im Bereich der Historischen Aufführungspraxis erhalten.

Um den Bereich der Neuen Musik abzudecken, schlägt das Ministerium als „mögliches“ Projekt ein Ensemble Neue Musik vor, das in einzelnen Arbeitswochen in der Akademie zusammenkommt. Auf lange Sicht, so das Ministerium, könne des Konzept einer Internationalen Musikakademie interdisziplinär auf die Bereiche Literatur, Bildende Kunst und weiter künstlerische Sparten erweitert werden.

Träger der Akademie wäre ein öffentlich-rechtlicher Zweckverband, an dem sich neben dem Land, den fünf Musikhochschulen des Landes und der Stadt Trossingen auch weitere öffentliche Träger und private Förderer beteiligen könnten. Für den Betrieb im Vollausbau sieht das Konzept jährlich eine Million Euro vor, die vor allem vom Land getragen werden sollen, an denen sich aber auch die fünf Musikhochschulen beteiligen würden

Kurz und vage bleibt dagegen das Konzept, was die Zusammenarbeit mit der Laienmusik angeht: Hier heißt es lediglich, dass „sorgfältig ausgelotet“ werden müsse, wo sich Kooperationsmöglichkeiten ergeben könnten.

Kritik an dem Konzept kommt unter anderem von der in Trossingen ansässigen Bundesvereinigung Deutscher Orchesterverbände (BDO), die darauf hinweist, dass es im Umfeld der Hochschule bislang an der nötigen Infrastruktur wie Betten oder Tagungsräumen fehle.

Die gesamte Konzeptskizze des Ministeriums für die Hochschulakademie finden Sie als PDF online unter:

http://bit.ly/1enBTja

Mehr zum Thema
Ihr Kommentar wird nach einer kurzen Prüfung durch unsere Redaktion veröffentlicht.
Kommentare werden geladen
Mehr Themen